Textile Kunst. Vollendeter Stil.
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Erste Wand:
Erstes Bild: Schlachtordnung der Athener bei Oenoe.
Zweites Bild: Beginn des Kampfes.
Drittes Bild: Schlachtordnung der Spartaner. *
Zweite Wand:
Erstes Bild: Amazonenkampf.
Zweites Bild: Ilions Fall.
Drittes Bild: Die Könige um Ajax und Kassandra .
Dritte Wand:
Erstes Bild: Marathonische Schlacht; Platäer und Athener imKampfe gegen die Barbaren.
Zweites Bild: Flucht der letzteren.
Drittes Bild: Kampf und Niederlage bei den Schiffen.
Letztere drei Bilder sind begrenzt durch vier an der Handlungnicht unmittelbar theilnehmende Heroen und Götter: Marathon, Thcseus,Herakles, Athena . Aehnlich waren sicher auch die drei Bilder der beidenanderen Wände getrennt . 1
Noch reicher, noch teppichähnlicher, noch mehr in der Anordnungden Vasenbildern des vollendeten älteren Stiles entsprechend muss mansich die Kompositionen des Polyguot vorstellen, welche die Wände derBesehe in Delphi deckten. Einerseits Ilions Erstürmung nebst der Ab-fahrt der Griechen, andererseits die Höllenfahrt des Odysseus ; diegetrennten Handlungen zugleich neben und übereinander gruppirt, einreicher Prachtteppich von der grössten Figurenfülle . 2 3
Diese gemalten Wandteppiche deckten die offenen Stoen, die Wändeder Tempelzellen, innerlich und in den Vortempeln, und, da die äusserenWände der peripteren Tempel mit den Stoawänden in gleiche Linie zustellen sind, unzweifelhaft auch jene.
Wo immer eine Mauer überhaupt Fariade bilden* und zu einerarchitektonischen Wirkung beitragen sollte, war sie polychromst, undzum Theil mit historischen oder scenischen Malereien geziert; diess istfür den Künstler, der sich alle Stellen, von denen es bereits ausgemacht
1 Paus. 1. 15.
2 Paus. X. 25.
3 Die Dispositionen in der Baukunst der Alten gestatteten sehr häufig eiue Artvon scenischer Behandlung der Architektur, indem die Seiten und hinteren Wändeeines Monumentes durch Umfassungsmauern, Bäume oder sonst wie versteckt und demAnblicke entzogen blieben; dann freilich mochte man deren Koniasis nur sehr einfachdekorireu, aber schwerlich ganz und überall weiss lassen.