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Viertes Hauptstück.
ist, dass sie farbig waren, was sogar von den eifrigsten Weisstemplernzugegeben wird, in Verbindung mit den übrigen Theilen vor die Sinneführt, und nach einer harmonischen Vorstellung des Ganzen sucht,nothwendig, keines Nachweises bedürftig; aber die Professoren derKunstgeschichte erkennen den Beweis der allgemeinen Polychromie nachden Daten, die vorliegen und aus dem Gesetze'der Harmonie nicht fürgültig an, und wo jene Data ihren eigenen verjährten Theorien zu sehrin das Gesicht schlagen, leugnen sie dieselben weg, oder erheben sieZweifel gegen die Genauigkeit und wohl gar gegen die Wahrheitsliebeder Beobachter; ein überaus bequemes System, das die Mühe des Selbst-forschens und Selbstsuchens auf klassischem Boden erspart.
Da sie einen bedeutenden Einfluss auf die heutige Kunsterziehungüben, und ein von ihnen erfundenes korruptes Mischsystem ganz bestimmtals das letzte Resultat aller bisherigen Forschungen, betreffend eine Frage„über welche jetzt die Akten als geschlossen zu betrachten seien,“ hin-stellen, so ist es Pflicht eines Architekten, der die ganze Wichtigkeitdieser Frage erkennt, dieses aufgedrungene Schiedsgericht zu perhorres-ciren, und die Frage, da es so sein muss, auf dem Gebiete der mattersof fact und der Beweisführung aus den alten Schriftstellern noch einmalaufzunehmen.
Man hat diesen Gegenstand bis jetzt hauptsächlich nur in seinerdekorativen Bedeutung erkannt, aber er betrifft zugleich das innersteWesen der antiken Kunst und führt erst zu ihrem Verständniss. Einarchitektonisches Werk kann ohne seine richtige Farbenergänzung garnicht in seinem wahren Sinne gedacht und aufgefasst werden, das Wesender Formen ist durch die Farben bedungen; — eine dunkle Säule z. B.muss anders kannelirt und anders profilirt sein als eine helle oder garweisse; letztere erheischt tiefe Schatten auf ihrer Oberfläche, dagegendarf die dunkle Säule, wie etwa die aus Porphyr gar nicht kannelirtwerden; andererseits gestatten, jetzt ihrer ursprünglichen Färbung beraubte,Formen, Rückschlüsse von ihnen auf ihre ehemalige Farbe zu machen:hiernach ist es a priori wahrscheinlich, dass die tief kannelirte ionischeSäule ein helleres Kolorit hatte als die flach kannelirte dorische, wie esauch die Ueberreste von Farben an ihnen bestätigen.
Doch ist es beinahe unnöthig hier Einzelnes zu berühren, da diesesganze der Bekleidung in ihrer Anwendung auf Baukunst gewidmeteHauptstück nichts anderes bezweckt, als diesen Zusammenhang zwischenForm und Farbe nachzuweisen.
Es sei zunächst von altgriechischen Mauern die Rede, die nicht aus