Textile Kunst. Vollendeter Stil.
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weissem Marmor, sondern aus anderen Baustoffen ausgeführt und mitStuck überzogen sind, von solchen aus der Frühzeit der hellenischenKunst, wozu ich die meisten in Poros ausgeführten Tempel rechne, derensich noch eine erhebliche Anzahl erhielten. Keine von diesen Poros-wänden aus verhältnissmässig frühhellenischer Zeit, wo immer sie sichfinden, ist ohne Spuren ehemaligen Stucküberzuges, und obschon Farbennur noch schwach und nicht immer wahrgenommen werden, so sind An-zeichen ihres früheren Vorhandenseins dennoch nicht selten. Beispiele:die Cellawände der selinuntischen Tempel mit Stuck und Farbenresten . 1Die Wände des Tempels zu Aegina , innerlich und von aussen mit feinemgeschliffenem und zinnoberroth gebeiztem Stuck überzogen, nach Wag-ner’s Berichte über die äginetischen Giebel und eigener Anschauung.Die äussere Cellawand des noch archaischen Tempels von Metapont, nachdem Herzoge von Luynes mit gelblichem Stuck geglättet, entsprechenddem Tone der farbigen Terrakotten, womit die Balken und sonstigenTheile der metapontischen Tempel geschmückt waren.
Dazu kommen vollständig erhaltene roth bestückte Grabfacjaden inLykien , von denen einige im britischen Museum aufgestellt sind, undhäufige Spuren von Farben auf den aus Tuffstein gehauenen und mitMörtel überzogenen Gräbern Hetruriens.
Auch geschieht bei den Autoren des Färbens der Wände und desQuadersteines häufige Erwähnung. Ich übergehe die schon zu oftbesprochenen grünen und rothen Gerichtshöfe Athens und andere bekannteStellen über alte Malerei und farbige Dekoration der Wände, die in denoben angeführten Schriften ausführlich discutirt worden sind und erwähnenur eine meines Wissens noch nicht berücksichtigte Stelle des Lucian,die auf das Alter und die allgemeine Verbreitung der Polychromie stei-nerner Wände hinweist: „Die Menschen,“ heisst es in den Amores,„erbauten Häuser und erlernten unvermerkt die damit zusammenhängendenKünste: Statt der einfach farblosen Gewänder wurden letztere auf dasschönste bunt gestickt, für die schlechten Wohnungen erfand man hohePaläste und prachtvolle Steinbauten, und die nackten formlosen Wändewurden mit schönen gemusterten Farbentünchen bedeckt.“ 2 *
Hier verdient auch die auffallende Nachricht des Vitruv über den
1 Hittorff, Temple d’Empedocle und Monuments de la Sicile. Serra di Faloo,über Sicilien.
2 Lucian. Amores 154. xcu yvfivrv Toiyav dfiooflav n’iav&Ecn ßafatg X9 & ~
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