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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Viertes Hauptstück.

weniger fehlen, ist ihre vollständigste Durchführung nirgend mehr Be-dürfniss als bei dem gothischen Baustile, auch kenne ich kein Gebäudedieses Stiles, das mein architektonisches Gefühl vollständig befriedigthätte, als vielleicht die vollkommen polychromatisch durchgebildeteSte. Chapelle zu Paris , dessen Architekt, der Iktinos des XIII. Jahr-hunderts, Peter von Montereau, auch durch die Disposition seiner Werkeauf möglichste Beseitigung des obengenannten, der gothischen Pfeilerkircheim Allgemeinen zu machenden, Vorwurfes bedacht war . 1

Der polychromen Pracht der Wände und der Gewölbe entsprach injener schmuckliebenden, orientalisirenden Zeit der gleichfalls polychrome,meistens aus glasirten oder eingelegten Ziegeln mosaikartig zusammen-gemusterte, Fussboden. Das geometrische Gesetz, das die ganze bezeich-nete Kunstrichtung beherrscht, findet hier die befriedigendste Anwendungund es zeigt sich an den gothischen Mosaikfussböden eine Logik derDisposition und des Stiles, den man an den antik-römischen Fussbödensehr häufig vermisst. Es wird sich in dem Hauptstücke Keramik Ge-legenheit bieten, darauf zurückzukommen.

Das östliche Reich behält in seiner geistigen Erstarrung die Tra-ditionen des späten Römerthumes mit geringen Abänderungen bei, sodass sich unser an sich so weites Thema nicht wohl ohne unvermeidlicheWiederholungen schon berührter Dinge durch das Mittelalter diesesReiches bis zu dessen Untergang verfolgen liesse.

§• 86 .

Oste n.

Dasselbe gilt im Ganzen auch von dem eigentlichen Osten, wouralte Erscheinungen in erneuerter Form immer wieder hervortreten undsich die altchaldäische Tradition der Wand- und Strukturbekleidung fort-während erhalten hat.

Doch zeigen sich in den verschiedenen Verzweigungen des arabi-schen Baustiles (sowie auch in Byzanz) merkwürdige theils Verbindungentheils Konflikte zwischen dem Prinzipe der polychromen und polylithenVerhüllung der Konstruktion und dem entgegengesetzten, der Benutzung,ja des stets barbarischen Missbrauches, konstruktiver Formen zu spielenddekorativen Zwecken, Sonderheiten des Stiles, die sich auf verschiedene

Vergl. den Artikel Chapelle in dem Dictionn, d’Areh. von Viollet-le-Duc .