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Viertes Hauptstück.
haben. Was autorisirt sie, die Resultate dieser fremden Arbeiten zum Theil vornehmzu ignoriren, zum Theil auf eine Weise in Zweifel zu stellen, als wären wir alle:zuerst Donaldson, dann Goury und ich (die wir gemeinsam zwei volle Monate alleinam Theseustempel zubrachten, der gewiss nicht vorher noch nachher genauer undunter günstigeren Verhältnissen untersucht wurde, indem damals Niemand unser Thun beaufsichtigte), dann der Pensionär der französischen Akademie, Herr Paccard (derzwei volle Jahre in Athen studirte und das Resultat seiner Studien, eine vielfarbigePiestauration des Parthenon im Jahre 1847 in Paris ausgestellt hatte), dann H. Her-mann (dessen Beobachtungen mit den Meinigen ziemlich genau übereinstimmen), —als wären wir und alle anderen nicht genannten Architekten, die gleiches gefundenhaben, nur Phantasten und gelegentlich auch der Idee zulieb Aufschneider! Und dochunterscheiden sich alle unsere Beobachtungen, betreffend den fraglichen Gegenstand,nur darin, dass einige von uns den Hauptton der Säulen, Architrave etc. etwas gelber,andere ihn etwas röther sahen. Ich meinerseits habe die röthlichen Ueberreste einesdurchsichtigen Harzes (Drachenblut?) an einzelnen Stellen der Säulen, die ich voneinem fliegenden Gerüste herab einzeln mit der Federmesserklinge untersuchte, sowiean dem Architrave vorgefunden. Sogar der difficile Penrose konstatirt einen feinenschimmernden Farbenüberzug von warmem Tone, und wenn der HerrGeh. Rath von Klenze in dieser Beziehung anderer Meinung ist, so hat er*bei seinenviel wichtigeren Arbeiten während seines Aufenthaltes in Athen wahrscheinlich nicht,wie ich obscurer Arbeiter in der Linnenjacke, wochenlang auf dem Theseustempelherumklettern und an Wänden und Säulen kratzen können.
Was ich damals in unbefangener Auffassung wahrnahm, ich hatte kaum eineIdee von dem, was ich finden würde, ehe ich nach Athen kam, das befestigte sich inmir durch langjähriges Studium, durch gereiftere allgemeine Kunstanschauung, durchkünstlerische Praxis zu derjenigen unerschütterlichen Ueberzeugung, betreffs der Marmor-tempel Athens , die ich bereits mehrmals öffentlich zu bekennen Gelegenheit hatte. —
Eine gegen das von mir verfochtene Prinzip sehr häufig und mit Geschick ange-wandte Fechtweise ist die Paraleipsis, mit deren Hülfe Texte alter Schriftsteller,Berichte von gemachten Entdeckungen, sowie Gutachten der Chemiker, die für das-selbe sprechen, so erscheinen, als sagten sie entweder gar nichts oder als zeugten siegeradezu gegen dasselbe. So wird z. B. ein Gutachten Faraday’s, betreffend verschiedeneFarbenreste an dem Aeusseren athenischer antiker Gebäude, nur so weit berücksichtigt,als es die Frage einigerinassen ungewiss lässt, der übrige Inhalt dagegen, der unbedingtentscheidet, wird übergangen, oder man benützt die Unbestimmtheit eines Ausdrucks,um dessen Beweiskraft zu brechen.
Die blaue Farbe von den Wänden des nördlichen Flügels der Propyläen, dieFaraday bestimmt konstatirt, ist nicht dem Innern, sondern dem Aeusseren diesesGebäudes entnommen, welches Hettner hätte wissen können, wenn er nicht zu flüchtigdurch die Pinakothek links von den Propyläen hindurch geeilt wäre (Seite 79 seinerReiseskizzen); er hätte sich dann überzeugt, dass die Beschaffenheit der inneren Wändedieses Raumes die Annahme, als seien sie jemals bemalt gewesen, von vornehereinnicht aufkommen lässt; ausserdem weiss ich aus Donaldson’s eigenen mündlichen Mit-theilungen und dem, was er in den transactions of the institute of british Architectsdarüber veröffentlichte, dass die fraglichen Farben von dem Aeusseren der Pro-pyläen herrühren.
Die äusseren Wände dieses weissmarmornen Gebäudes also hatten nach