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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Schlussbemerkungen.

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Faraday’s Analyse blaue Farbe auf sich; derselbe Chemiker konstatirt auch dieExistenz von wohlriechendem Harze und Eisen in den Krusten, die von denSäulen des Theseustempels abgenommen worden. Somit werden meine WahrnehmungenPunkt für Punkt durch diese Experimente bestätigt, trotz der wegwerfenden Phrase,womit Kugier diess zurückweist, „als lohnte es sich nicht der Mühe, ernsthaft darüberweiter zu sprechen“.

Ich habe nämlich wiederholt erklärt, dass mehrere distinkte Prinzipien der Fär-bung an den griechischen Marmortempeln hervortreten. Alles Struktive ist der allge-meinen Masse nach, analog dem Nackten der Statuen, mit eintr ßatpi], einer harzigenvegetabilischen durchscheinenden Farbe, dünn überzogen, oder vielmehr gebeizt; aufdieser allgemeinen Lasur wurden dann die Ornamente der Glieder und Flächen enkau-stisch mit dicken Farbenkrusten aufgesetzt, welches Verfahren kein eigentliches Malen,sondern mehr ein Emailliren mit Wachspasten gewesen sein muss. Die Wände, oderdoch wenigstens Theile der Wände, waren in dieser zweiten Manier behandelt, wobeidas Blau wohl am häufigsten vorkam. Ich wenigstens fand dasselbe Blau (das grünlichhelle), welches in den Gründen der Friese etc. vorkommt, an der einen Ante desOpisthodom des Theseustempels, und zwar in so guter Erhaltung und in solcher Menge,dass ein Irren hierüber ganz unmöglich ist. Ich bin versichert, hätte sich Herr Hettnereine Leiter verschafft, um die von mir bezeichnete Stelle zu untersuchen, er hätte denFleck nach zwanzig Jahren, die seit der Zeit meines Aufenthaltes in Athen vergingen,noch wieder gefunden. — Herr Donaldson fand das Gleiche an der äusseren Cella desPropyläenflügels. Dass aber die Mauerflächen eintönig blau waren, ist darum durchausnicht anzunehmen, noch meines Wissens von irgend Jemand behauptet worden, viel-mehr waren wahrscheinlich gewisse Theile, vornehmlich die grossen Platten an denFüssen der Mauern, anders und zwar dunkler gehalten. Auch mögen die WändeFelder in verschiedenen Farben und einen besonderen Fries gehabt haben, nicht selten.auch äusserlich mit gemalten Darstellungen verziert gewesen sein. Was die struktivenTheile betrifft, so mögen sie bald heller, bald dunkler gewesen sein, aber niemalsganz weiss. Ich fand, wie gesagt, dort warmes Gelbroth, mastyxartig durchscheinend,womit das Urtheil des berühmten Chemikers, der wohlriechendes Harz und organischeSubstanzen fand, vollkommen übereinstimmt. Auch wissen wir von den Alten, dassman sich zu ähnlichen Zwecken des Safrans, des Drachenblutes und anderer Pflanzen-säfte bediente. Ganz dieselbe ßatp-r] mit Pflanzenfarben kam auch bei Marmorstatuenin Anwendung und wurde an gewissen Stellen, gerade wie an den Tempeln, durchenkaustische Malerei ergänzt. Ohne diese allgemeine Lasur, die mit der circumlitioverbunden vorgenommen wurde, würde es unmöglich gewesen sein, den kalten Marmormit den, von meinen Gegnern zugestandenen, Farben der Beiwerke und selbst gewisserTheile des Nackten in Einklang zu bringen. Diess annehmen und ein naturalistischesNaturnachäffen bei den Hellenen voraussetzen, sind zwei himmelweit verschiedeneDinge, und Kugier brauchte sich nicht gegen letzteres mir gegenüber zu verwahren.

Was die gegen die Existenz der Farbenreste auf den Säulen etc. der Tempelgeltend gemachte gleiche Färbung des Marmors in den Brüchen betrifft, so ist dieseGleichheit, wenn sie überhaupt in dem Masse, wie versichert wird, statt hat, nurscheinbar, nur der Farbe nach (ein wohlriechendes Harz wird man niemals aus denOberflächen jener Steinbruchbänke herausdestilliren), und beweist sie nichts gegen dieBemalung der Säulen, vielmehr würde es für den guten Geschmack der Hellenensprechen, wenn diese dem weissen Marmor denjenigen brillanten Ton zu geben bestrebt