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Jahrhunderts beobachten. Während derselbe nach obenin leichten und luftigen Fialen austönt, durch reiches Stab-und Masswerk, durch zierlich durchbrochene Arbeit dasAuge ergötzt, bildet er unten eine Art von Tabernakel, inwelchem vor einem golddurchwehten Teppich Christus mitden päpstlichen Gewändern angetlian thront. Ihm zurSeite in der hergebrachten Tracht und Stellung sitzen Mariaund der Täufer , zu den Füssen Christi aber auf einemSchemel ruht das Lamm, unter welchem aus einer Höhlungdas lebendige Wasser krystallhell hervorströmt. Neben demSitze Christi sind die Symbole der Evangelisten angebracht,oben an den Strebepfeilern desThurmes zahlreiche Statuetten,(Apostel und Propheten) aufgestellt. Zwei thurmartige Ge-bäude, einem eigenthümlichen Mischstile angehörig, denman in der Wirklichkeit vergeblich in den Niederlandenoder auch sonst wo aufsuchen würde, begrenzen rechts undlinks das Bild und gehen der Scene einen symmetrischenAbschluss. Singende Engel, von welchen einer eine Schrift-rolle mit den Worten aus dem Hohenliede: „fons hortorum,puteus aquarum viventium“ hält, füllen die offenen Thurm-hallen, musicirende Engel sitzen auf der blumenreichenWiese, welche das Wasser des Lehens durchströmt, umsich unten in einen gothischen Brunnen zu ergiessen, indessen Becken zahlreiche Hostien schwimmen. Der Brunnentrennt die Gemeinde der Gläubigen von den Ungläubigen. 1Triumphirend weist der Papst, die Siegesfahne emporhaltend,
1 Die Meinung, dass der Brunnendes Lebens von Jan van Eyck her-rühre , wird von Bürger getheilt(Gazette des beaux arts XXVI. p. 6).Mündler dagegen hielt das Bild fürdie Arbeit eines späteren Meistersund Waagen hat seine Ansicht zu-letzt (Zahn’s Jahrbücher I. 8. 40)so formulirt: „Obwohl die Ausführungdes Bildes sicher in die erste Hälftedes 15. Jahrli. fallen dürfte, so ver-räth sie doch nicht die KunstwoiseCrowe , Niederländ . Malerei.
der wenigen Meister der erstenGeneration der Eyckschen Schule.Der gelblich braune Ton des Fleischesstimmt am meisten mit den be-glaubigten Bildern des Jan vanEyck überein. Unter solchen Um-ständen ist das Wahrscheinlichste,dass wir hier die Copie von zweiungleich begabten Schülern desHubert van Eyck nach einem jetztverschollenen Werk von ihm be-sitzen.“
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