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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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MADONNENBILDER.

sein Bild ähnlich an, sondern bemühte sich auch, wenn-gleich ohne Erfolg, den einfachen schönen Fluss der Ge-wänder, welcher die Kölner Tafel auszeichnet, wiederzu-geben.

Mad. von An die Antwerpener Madonna reiht sich die Madonna

Lucca .

von Lucca im Städelschen Museum in Frankfurt an, sobenannt nach ihrem frühem Besitzer, dem Herzog von Lucca .Die Hauptfigur steht hier nicht, sondern sitzt unter einemThronhimmel; die technische Behandlung aber, wie dieganze Art der Auffassung lassen mutlimassen, dass dasBild in derselben Zeit entstanden sei, wie das zuletzt er-wähnte. Das ächte Eycksche Gepräge verleihen der Ma-donna von Lucca die wieder ganz wundervoll gemaltenNebendinge, der Leuchter, das Glasgefäss, das kupferneBecken . 1

Eine authentische Schöpfung -Tan’s bewahrt die Samm-nothschiid lung Rothschild in Paris . Die Madonna, unter einem reich

Madonna.

verzierten Thronhimmel aufrecht stehend, trägt auf ihremArm das Christkind, welches einen knieenden Dominicanersegnet. Eine weibliche Heilige (ohne Emblem?) begleitetdie Madonna, deren Krone von einer Nonne gehalten wird.In der Ferne öffnet sich der Ausblick auf eine Landschaft,

von Oesterreich , aufgenommen, inMecheln 1524: „Un petit tableau deNotre Dame tenant son enfant lequeltient un petit pater noster en samain, forte antique, ayant nnefontaine aupres eile et deux angestenant aux drapt d’or figure derriereeile.“ De Labor de I. p. 26. DieKölner Seminarmadonna, am An-fänge der fünfziger Jahre untereinem jüngeren Gemälde aufgedecktist von einer Frau Elisabeth vonReichenstein gestiftet worden. Dadiese auf dem Bilde zu Füssen derMadonna in sein 4 jungem Alter ge-schildert ist und wir das Heirathsjahrihrer Eltern (1402) kennen, so lässtsich auch die Entstehungszeit des

Bildes ungefähr bestimmen, etwa1420—25. Die Seminarmadonna(ein reines Temperabild) ist gewissnicht vom Meister Stephan, demSchöpfer des Dombildes, gemaltworden, ebensowenig hat sie Wesent-liches mit den Bildern, die gewöhn-lich Meister Wilhelm aus demSchlüsse des 14. Jalirh. zugeschriebenwerden, gemein. Vorläufig bleibtsie für sich bestehen. Vgl. Schnaase,Gesch. d. b. K. im Mittelalter. IV.p. 416.

1 Frankfurt , Städelsches Museum.Nr. 64. Holz. 1' 111 / 2 " h. —1' 5 V 2 " br. Aus der Sammlung desK. von Holland für 5000 Guldenerworben.