MADONNENBILDER.
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gebrochene Faltenwurf, die dumpfe Farbe, die falschePerspective weisen auf die Hand eines Schülers . 1
Grund mit dem Urtheile zurückzuhalten, gibt einMadonnenbildchen der gleichen Sammlung, welches wohl® 6 ' 1 ^.™^auf eine üriginalcomposition Jan van Eyck zurückgeht,aber nur in Wiederholungen oder Nachahmungen erhaltenscheint. Die Madonna, eine reiche Krone auf dem Haupte,steht im Schiff eines gothischen Domes, rechts hinter ihrsingen zwei Engel in der offenen Bogenthüre der Chor-schranken, welche ein Crucifix und Statuen schmücken, auseinem offenen Buche. Der Typus der Köpfe zeigt Anklängean Jan, die Erinnerung an die Dresdener Madonna steigtunwillkürlich auf. Die Farben haben aber nicht den Silber-ton, den wir an den echten Werken des Meisters bewundernund sind auch schwerfälliger aufgetragen. Dazu kommt,dass der Lichteffect — die Sonnenstrahlen, links durch dieScheiben des hochgelegenen Fensters geworfen, fallen schrägein und durchbrochen das Halbdunkel der Kirche, eineoffene Capellenthüre lässt ebenfalls Tageshelle in die tiefenHallen eindringen — an die Vorgänge späterer hollän-discher Maler mahnt. Man könnte meinen, ein Meisterwie de Hoogh habe ein Eycksches Bild copirt. Möglichübrigens, dass die gegenwärtige Beschaffenheit des Bildes,der dicke Auftrag von einem modernen (tüchtigen) Bestau-rator stammt . 2 * * *
1 Berlin , Holz. 0.59 h. — 0.43 br.
In Florenz von Otto Mündler er-
worben. Hotho (Zeitsch. f. b. K.
1867, S, 103 , wo aucli die Mad.abgebildet ist) nennt als AutorHubert van Eyck und versteigt sichzu folgender Behauptung: DasMadonnenbild überragt das Gentergesammte Kunstwerk in demselben
Grad, in welchem die Genter Tafelnhöher stehen als jede beglaubigteArbeit Johanns. Waagen (elend.
1868. 8. 127) hält an der Hand Jan
van Eycks fest und lässt es mitRücksicht auf die Landschaft nachseiner Rückkehr aus dem Süden1430 gemalt sein.
2 Berlin , Holz. 0.31 h. — 0.15 br.In Nantes angekauft. De Daborde.1. p. 50. w I3ine verhältnissmässigjüngere Nachahmung (AntwerpenerM. 255, 256) wird bei Memling an-geführt werden. Die gleiche Com-position kommt auch in der GalerieDoria in Rom . Braccio III. Nr. 38 vor.