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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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DIE ENTWICKLUNG DER PEKSPECTIVE

tegna, Piero della Francesca und andere weiter entwickelten,bis es durch Luca Pacioli und Leonardo da Vinci seinenAbschluss fand.

Die Unzulänglichkeit der theoretischen Kenntnisse Jan’swirft keinen Schatten auf seine persönliche Begabung, dieauch in den letzten Lebensjahren ihn über schwere tech-nische Aufgaben leicht Herr werden liess. Von Jan’sSchicksalen in der Schlusszeit seines Lebens besitzen wirnur eine dürftige Kunde. Wenn wir Vasari und Karel vanMander Glauben schenken, so besuchte ihn in diesen späte-ren Jahren Antonello da Messina , und liess sich in dieGeheimnisse der Oelmalerei einweihen. Historisch be-

Wenn er seinen Werken volle Farbegab, so hatte er gar keinen odernur halben Erfolg. Ihm fehlte offen-bar der feinere Farbensinn, und ererreichte die beabsichtigte Wirkungnur durch die Verkürzung derLinien nach perspectivisehen Regelnund die Abstufung von Licht undSchatten, also durch Helldunkel.Dieses bezeugt sowohl Vasari undbekunden die Reste, die sich vonUccelli’s Wandgemälden im Kloster-hof v. S. Maria novella in Florenz erhalten haben. Vasari (III. 87)lobt die perspectivische Kunst desMeisters,, von welcher früher nurbekannt war, was der Zufall ge-leint hatte; er tadelt aber gleicli-

iiberdies noch Licht, Schatten undFarben mit Verstand und Geschmackan ihre Stellen zu vertheilen weiss,täuscht in Wahrheit das Auge so,dass die Malerei erhoben zu seinscheint und man die Gegenständein Wirklichkeit zu sehen glaubt.“Bei Paolo Uccelli und Jan vanEyck sehen wir daher die Eigen-schaften eines Gemäldes getheilt,welche vereinigt, den Schein desLebens und der Rundung in Bildernwecken. Paolo’s Bilder haben Reliefohne Farbe, van Eyck versteht sichauf das Colorit, gibt aber den Ge-stalten nicht immer zureichendesRelief. Dass der Letztere als derfrüheste Meister moderner Malerei

zeitig Uccelli’s Colorit. Uccelli . begriisst werden muss, steht fest,

malte „die Gründe blau, die Städterotli und die Gebäude verschieden,wie es ihm einfiel, was ein Fehlerwar, denn Gegenstände, welche mansich von Stein denkt, können unddürfen nicht verschieden gefärbtsein.“ Seine Verdienste um die Aus-bildung der Perspective schildertVasari noch ausführlicher: „Erzeigte den Künstlern, man könne! j.]Rui

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eine Weise finden, durch welcheLinien auf einer ebenen Flächezurücktreten und ein Raum, der anan sich klein und gering ist, schein-bar Weite und Ferne gewinnt. Wer

aber auch Paolo Uccelli’s Verdiensteum die wissenschaftliche Begründungder Perspective sind sicher begründet.Welche Fortschritte die Kunst derPerspective in der ersten Hälfte des15. Jahrhunderts in Italien machte,lehrt am besten das im BritishMuseum bewahrte Skizzenbuch desJacopo Bellini aus dem Jahre 1430.iRumolir konnte (in einem dem.Skizzenbuche angehängten Blatte)

mit Recht betonen, dass Jacopo Bellini unter den Ersten war, welche dasStudium des Nackten ausbildeten.