ALTFLANDRISCHE TEPPICHE.
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im Kensington-Palaste nacli der Nationalgalerie gebrachtwurde . 1
Zwar niederländisch im Ursprung, aber ohne jeglicheSpur von Jan van Eyck’s Hand sind die Maria und derErzengel Gabriel in der Sammlung des Fürsten Holien-zollern in Sigmaringen . 2 Das grösste Anrecht auf dieselbenbesitzt einer der spätesten Meister der Schule, dessen Lauf-bahn erst am Ende des fünfzehnten Jahrhunderts beginnt:Gerard David von Brügge.
Es ist bekannt, dass die Webeindustrie in den südlichenNiederlanden zur selben Zeit ihre höchste Vollendung er-reichte, in welcher die Eycksche Schule den grössten Ruhmfeierte. In flandrischen Werkstätten Avurden die Praclit-tapeten gewirkt, welche die Wände der Paläste deckten,und noch gegenwärtig nicht allein durch ihren Umfang unddie gediegene Schönheit der Arbeit, sondern auch durch dieFülle des Inhaltes und den Reiz der Farbe fesseln. Diebiblische Geschichte und die Legende, der Ritterroman unddie allegorische Poesie liehen die Scenen und borgten dieGestalten, mit denen die Teppiche zur Augenweide der Be-sitzer bevölkert wurden. Die breite Schilderung mahnt anden gehäbigeu Chronisten oder wenn man will an den Epiker,die fortlaufende Erzählung in mehreren Teppichen, so dasszusammenhängende Folgen gebildet werden, erinnert an diecyklischen Compositionen, in welchen die Wandmalerei inItalien so grosse Erfolge feierte. Bei der engen Verbindungdes Kunsthandwerkes mit der Kunst kann gar nicht darangezweifelt werden, dass die Cartons zu den figurenreichenTeppichen von Künstlerliand entAyorfen worden. In der
1 London, Nationalgalerie . Nr.709. Holz. 16" h. — ll‘/ 4 " br.Das nackte Kind sitzt auf einemAveissen Polster, der auf einem Tischevor der Madonna liegt. Im Hinter-grund ein Vorhang.
zollemsches Museum. Nr. 2 und 4.Holz. 0.76 h. — 0.61 br. aus derSammlung Weyer in Köln , dort demJan van Eyck zugeschrieben. Indem trefflichen Katalog des Museumsvon Hofrath Lelmer richtig aufGerard DaA’id geschrieben.
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