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Brüssel, überdies ähnlich anldang, so mochten die Italienerleicht eine Stadt mit der anderen verwechseln. Auf dengrössten Handelsplatz der Niederlande waren natürlich dieWechsel der Ferraresischen Agenten ausgestellt. Darausbraucht man keine weiteren Folgerungen zu ziehen, sowenig als aus der wahrscheinlichen Thatsache, dass Hogerseine Heise nach Italien 1449 von Brügge , dem grössten HafenFlanderns , antrat.
Die ständige Verbindung Italiens mit den Niederlanden ,durch zahlreiche Kaufleute vermittelt, hatte die Italienervon den Fortschritten der flandrischen Kunst in Kenntnisserhalten. Flandrische Werke kamen auf dem Wege desHandels nach der apenninischen Halbinsel und wurden hierin einzelnen Kreisen hoch geschätzt. Gemälde Jan van Eyck’s gelangten bis nach Sicilien, Bilder des Hugo van der Goes prangten auf Florentiner Altären, in Neapel waren die Namenflandrischer Maler wohl bekannt. Die Bekanntschaft, aller-dings nicht gegenseitig, da italienische Werke nicht nachNorden wanderten, wurde verdichtet, das Interesse derItaliener an der niederländischen Kunst noch erhöht, alsAntonello da Messina in Flandern die Oelmalerei kennenlernte und die Früchte seiner Erfahrungen nach Italien zurückbrachte. Die Aufmerksamkeit, welche die neuentechnischen Fortschritte in Italien weckten, mochte wohlauf den Entschluss Roger’s mitgewirkt haben, über die Alpen zu pilgern. Seine erste Rast machte er in Ferrara .
Unter den „Musenhöfen“ Italiens nimmt Ferrara einehervorragende Stelle ein. Seine Fürsten, aus dem HauseEste, waren zwar vielfach gefürchtete und gehasste Gewalt-menschen, aber der Liebe zur Literatur und zu den Künstennicht minder zugänglich, Tyrannen und Humanisten mitgleicher Leidenschaft. Künste und Wissenschaften fandendenn auch das ganze Jahrhundert hindurch hier reichePflege. Dass die Blüthe Ferraras eine künstliche, durchden Zuzug der Fremden fast allein hervorgerufen war,