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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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ALTAB VON ST. AUBEBT

MadridAltar vonOambrai.

Bedingungen, welche der Besteller eigenhändig in ein Bucheingetragen hat.

„A m 16. Juni des Jahres 55,“ so heisst es darin, „habeich Abt Johannes mit dem Meister B,oger de la PastureMalermeister in Brüssel verhandelt, dass er ein Bild malefünf Puss im Gevierte, mit eilf Geschichten solchen Inhalts,als das Werk zeigen wird. Dieselben wurden zu verschiedenenZeiten gemacht und das Bild war sechs und ein halb Pusshoch und fünf Puss breit und wurde beendigt auf Trinitatisim Jahre 59 und kostete im Ganzen 80 Goldstücke, jedes43 sol 4 den. Münze von Oambrai, was alles zu ver-schiedenen Zeiten bezahlt wurde. Und eben so empfingsein Weib und seine Gehilfen, als das Bild gebracht wurde,zwei Goldstücke zu 4 Livres 20 den., und es wurde geladenvom Puhrmann Gillot de Gonguelieu du Koquier in derersten Juniwoche des Jahres 59 auf einer dreispännigenKarre.“ 1

Unter den Bildern, welche im Laufe der letzten Jahreaus dem Verstecke spanischer Klöster in das Museum inMadrid übertragen wurden, entdeckte der verstorbeneDirector Waagen ein Werk, welches im Ganzen den vomAbte von S. Aubert angegebenen Maassen entspricht, undauch den Umfang aufweist, welchen der Altar von Oambraioffenbar besitzen musste. Die Vermuthung, dass der letzterein dem Madrider Triptychon wiedergefunden sei, erscheintdemnach nicht unbegründet.

Die Wahl des Gegenstandes und die Gliederung desInhaltes bekunden theologischen Tiefsinn. Anfang, Mitteund Ende der christlichen Heilsgeschichte, die drei Haupt-ereignisse, an welche der christliche Glauben anknüpft,werden in dem Madrider Bilde geschildert: Sündenfall,Kreuzestod und jüngstes Gericht. Diese grossen Begeben-

1 De Laborde, Des Ducs de Bour- Aus dom Archiv von Oambrai mit-gogne ml. I, Introduction. p. BIX. getlicilt.