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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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ST. LUCAS IN MÜNCHEN .

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copirt und ist vielleicht dasselbe, von welchem Dürer inseinem Reisetagebuche spricht: „Mehr 2 Stüber geben vonSt. Lucas Tafel aufzusperren.“ * 1 2

Im Laufe der Jahre vergass man den richtigen Meisterund taufte das Bild nach dem berühmtesten Schulnamen:Jan van Eyck . Der h. Lucas, vom Ochsen begleitet, knieetauf der rechten Seite des Bildes, ein Zeichenbuch undeinen Stift in den Händen und blickt nachdenklich prüfendauf die Madonna, welche ihm gegenüber unter einem prunk-vollen Thronhimmel sitzt und dem Kinde die Brust reicht.Der Schauplatz ist in eine offene, von zwei Säulen gestützteHalle gelegt, welche einen Durchblick auf eine Terrassegestattet, von deren Brustwehr ein Mann und eine Frau indie Tiefe blicken auf den Garten und die Stadt und aufden Fluss, zu beiden Seiten mit Häusern und Thürmen be-setzt und endlich auf die Landschaft mit den blauen Bergenam Horizonte. Die wunderbare Schärfe dieser Fernsicht,die Aehnlichkeit der letzteren mit dem Hintergrund in demLouvrebilde Jan van Eyck’s erklären und entschuldigen dielange festgehaltene Meinung von Jan’s Autorschaft. Ersteine genauere Untersuchung der Formen und der Behandlunglässt die Hand Hogers erkennen. Den Brüsseler Meisterverrathen die Steife und Gezwungenheit der Zeichnung, dielänglichen Kopfformen, der magere, schwächliche Kindes-körper, die übliche Uebertreibung des Faltenwurfes, dersich in lauter schmale Brüche und Ecken verliert, die hartenund unbeweglichen Umrisse. Mit allen diesen Fehlern undtrotzdem dass die Tafel abgerieben, übermalt, mit glasigenFirnissen und Lasuren überzogen wurde, bleibt sie docheine würdige Schöpfung van der Weyden’s.2

im 17. Jahrli. in der Kirche N. D. 3' 51 / 2 " br. Eine alte Copie befindetde Bon Secours. sich im Museum S. Trinidad in

1 Campe , Dürer’s Reliquien. FS. 00. Madrid. Eine andere Copie erwähnt.

Bei Thausing S. 90. Waagen (Eremitagegalerie FS. 117.)

2 Münchener Pinakothek. Cabinet imBesitze des verstorbenen BildhauersIII. Nr. 42. Auf Holz. 4' 4" h. — Hans Gasser in Wien befindlich: