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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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KATHARINEN ALTAR IN BRÜGGE .

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der Herodias empfängt auf der Schüssel das Haupt Johannes;sie erscheint unbewegt in ihren Zügen, während die dreiumstehenden Männer den Schrecken und das Mitleid nichtverbergen. Links im Hintergründe öffnet ein Bogen dieAussicht in eine Halle, in welcher Herodias Tochter vorHerodes tanzt . 1 Eine in der niederländischen Kunst ganzungewöhnliche Schilderung bietet der linke Flügel. Sogern und tief dieselbe in die mannigfachen äusseren Lebens-formen eindringt, so selten versteigt sie sich in symbolischeGedankenkreise. Hier aber schrak der Künstler nichtzurück, die alles Maass überfluthenden Gestalten derApocalypse uns vor die Augen zu führen. Im Vorder-gründe sitzt auf einer steilen Eelsplatte der E'vangelist, denBlick nach oben gerichtet, wo ihm die Geheimnisse offen-bar werden: Gottvater auf dem Throne, von den apocalyp-tischen Thieren umgeben, die vierundzwanzig Aeltesten, dieLampen, das Lamm und die Beiter, welche sich auf diefliehende Menschheit stürzen u. s. w. Das mächtige Bildspiegelt sich auf der klaren Meeresfläche ab und gewinntdadurch gleichsam eine noch stärkere Bealität.

Auf den Aussenflügeln begrüssen wir nach alther-gebrachter Sitte die Stifter des Werkes. Auf dem rechtenFlügel knieen Anton Zeghers, der Vorsteher, und Jacobvan Kueninc, der Schatzmeister des Hospitales, hinter ihnenstehen der h. Antonius und der h. Jacobus, der eine alsGreis, der andere, wie es dem Schutzpatron wacker aus-schreitender Pilger ziemt, in kräftigem Mannesalter ge-schildert. Der andere Flügel zeigt die Hospitalschwestern

i Die Vergleichung der Ent-hauptung Johannes mit der gleich-namigen Darstellung Rogers van der~W eiden im B erliner Museum (Nr. 5 34 jmacht es wahrscheinlich, dass dasletztere Bild von dem jüngerenMeister gekannt und benutzt worden.Weniger zu betonen wäre die ansich auch nicht geringe Analogie der

Hauptgruppen, als die verwandteAnordnung des Hintergrundes: dieHalle rechts, in welcher Herodes dasGelage hält und die anstossendeStrassenperspective. Die Motive sindnur in dem späteren Werke weiterentwickelt worden, der Kern istder gleiche.

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