BEZIEHUNG ZU ROGER YAN DER WEYDEN.
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Grimani in Venedig 1521 ein Portrait, welches Memling’s Züge im Alter von 65 Jahren trug. 1 Ist diese Angaberichtig und halten wir damit Memling’s Todesjahr 1495 zu-sammen, so dürfte wohl die Behauptung, dass er um dasJahr 1430 geboren sei, nicht allzu sehr von der Wahrheitabweichen. Keine positive Gewissheit besitzen wir auchüber die niederländische Stadt, in welcher er den Unter-richt genoss. Doch sprechen Thatsaclien dafür, dass er dieAnfänge seiner Kunst in Brüssel erlernte. Vasari nenntausdrücklich als seinen Meister den Roger van der Weyden , 2im sechszehnten Jahrhunderte werden Bilder als das gemein-same Werk Roger’s und Memling’s angegeben 3 und auchgegenwärtig stossen wir noch auf einzelne Bilder, derenStil und Technik keinen anderen Schluss gestattet, als dasssie von Memling in der Werkstätte Roger’s ausgeführt sind.
Die Zahl der Fragen, auf welche keine Antwort ge-geben werden kann, ist noch nicht zu Ende. In welchemJahre kam Memling in die Werkstätte Roger’s? Wie langedauerte seine Lehrzeit? Hat Memling auch nach Schlussderselben als Gehilfe oder Geselle bei Roger gearbeitet?Wollen wir einer Nachricht des Anonymus 4 Glaubenschenken, so malte Memling bereits im Jahre 1450 dasBildniss der Herzogin Isabella von Burgund, betrieb alsoschon damals in selbständiger Weise die Kunst. Doch istder Anonymus für uns keine so unbedingte Autorität, dasswir auf sein Wort allein (das Bild selbst ist verschwunden)die Abschnitte in Memling’s Leben regeln. Das nächst-folgende Datum befindet sich auf einem Bildnisse im eng-
1 Anonymus IforcUi p. 75. S.Anhang.
2 Vasari XIII. 148.
:i „Item. Ung Dieu de pitie esfcant
es bras denostre Dame ayant 2feulletzdans chascuns desquels il y a ungange et dessus les difcs feulletz il ya uue Aununciade de blane et de
noir. Fait le tableau de la mainde Rogier et lcs dits fuilletz de cellede maitre Hans.“ Auszug aus demInventar Margaretha’s von Oester-reich (1524) in Revue archeolog. 18,50.p. 60. Ygl. Qlay, Maxim, et Mar-ffuerite d’Autriche II. 480.i Anonymus Morelli p. 75,