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DAS JÜNGSTE GEEICHT
beiden Engel, welche unterhalb der Wolkenschicht dieTodten in das Gericht rufen.
Auf den letzten Ton der Posaune verlassen die Gutenund die Bösen ihre Gräber. Der Erzengel Michael in“blanker Goldrüstung strahlend, mit Pfauenflügeln geschmückt,der das Amt Mercurs in der christlichen Mythologie geerbthat und die Seelenwaage in seiner Hand hält, scheidetdurch seine mächtige Gestalt die Gebenedeiten von denVerfluchten. Zwei Seelen, die Vertreter der beiden Classenwerden in den Waagschalen gegen einander abgewogen.Das Gebet des einen bringt die Schale, in welcher er lcnieet,zum Sinken, dagegen ist der andere zu leicht befundenworden. Vergebens krümmt sich der arme Sünder undsträubt sich, den Genossen, die von Teufeln in das ewigeFeuer gejagt werden, zu folgen. Ein Stoss mit der Engels-lanze wirft ihn aus der Waagschale heraus. Links vomErzengel gewahren wir einzelne Auferstandene, welche aufihr Urtheil harren und ihre Angst und Furcht in mannig-fachen Bewegungen ausdrücken.
Andere haben bereits das Gericht bestanden und lenkenihre Schritte, vor Freude verklärt, Dankgebete sprechend,nach der Stätte der Seligen. Ein verdammter Sünder willin dem Gedränge sich mit einschleichen, wird aber noch recht-zeitig von einem Engel ertappt und zurückgewiesen. DieKlauen des Satans nehmen ihn in Empfang.
Auf dem linken Flügel sind die Pforten des Paradiesesdurch ein prachtvolles gotliisches Portal, zu welchem einestattliche Stufenreihe führt, und in dessen Zinnen EngelLoblieder erschallen lassen, wiedergegeben. Der h. Petrus begrüsst auf der untersten Stufe die Ankömmlinge, die dannin dichtem Gedränge die Treppe emporsteigen und vonEngeln mit priesterlichen Gewändern bekleidet werden.
Der tiefe Höllenschlund gähnt uns auf dem anderenFlügel entgegen. Aus den Felsenklüften schlagen gewaltigeFlammen empor, in welche die Verdammten in Massen