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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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MADONNA DUCHATEL.

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der Weyden verwendet. Wir erfreuen uns an dem stillenfreundlichen Wesen, an dem mild ernsten Ausdrucke unddem verständigen Zuge, der aus der breiten, gewölbtenStirn, aus den klaren Augen spricht. Wir werden abernicht selten in unserer Freude durch die übertriebene Längedes Kopfes gestört. Wird vollends dieser Fehler auch aufden Leib und die Gliedmassen übertragen, mit gekrümmtenKnochen und vortretenden Bändern verbunden, so steigertsich der ungünstige Ausdruck. Hier aber auf dem BrüggerBilde der Vermählung der h. Katharina werden die Pro-portionen im Ganzen gut eingehalten und dem Christkindedurch den intelligenten Ausdruck ein besonderer Beiz ver-liehen.

Memling’s Malweise .möchten wir als chromatische be-zeichnen. Er versteht es ganz wunderbar, durch blosseNebeneinanderstellung der Farhentöne die zartesten undwahrsten Harmoniefolgen zu erzielen und verdeckt auf dieseWeise vollständig seine Mängel an Belief und Luftperspective.Seine Landschaften stets im herbstlichen Charakter gehaltensind klar und heiter . 1

Paris , Graf

Der Geist, in welchem Memling die Vermählung der Duchateih. Katharina schuf, überschattet auch zwei Madonnenbilder:die Madonna im Besitze des Grafen Duchatel in Paris unddie andere, welche den Namen: Madonna des Sir JohnDonne führt und in Chiswick , im Schlosse des Herzogs vonDevonshire bewahrt wird. Hie Madonna Duchatel erinnertin der Gestalt der Madonna an das Brügger Bild, zeichnetsich überdies aus durch die Feinheit und meisterhafte

i Brügge , Hospital. Nr. 1. Holz.Mittelb. 1.74 h. — 1.74 br. Flügel0.74 h. — 0.80 br. Auf dem unterenRahmen lesen "wir die neu übermalteInschrift: OPVS KH ( Ii\NIS HEM-LINGr ANNO MCCCCLXXIX. DasDatum erregt Bedenken, da dieEpiphanie aus dem gleichen Jahreeinen entschieden grösseren tech-

nischen Fortschritt offenbart. DieFigur des Harfe spielenden Engelsist durch Retoucheu arg beschädigt,die Vision auf Patmos durch Ab-reibung des Vordergrundes, desWassers und Himmels noch melm ver-dorben. Auch die äusseren Figurender Stifter haben eine gründlicheReinigung und ltetouche erduldet.