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LÜBECKER KREUZALTAR.
vermissen lässt, da im klebrigen diese Figuren es an statt-lichem Wesen und würdigem Ausdrucke nicht fehlen lassen.Erst wenn auch diese Flügel aufgeschlagen werden, kommendie Innentafeln zu Gesichte. Die Hauptcomposition stelltdie Kreuzigung dar, links von derselben ist die Kreuz-tragung, rechts die Grablegung und Auferstehung geschildert.
Da aber der landschaftliche Hintergrund eine Reihekleiner Episoden enthält, so bleibt es nicht bei der Wieder-gabe der drei oder vier Hauptscenen, sondern die ganzePassion von dem Gebete auf dem Oelberge bis zur Himmel-fahrt wird in lebendiger Weise erzählt. Diese Compositions-weise haben wir bereits auf der Turiner und Münchner Tafel von den sieben Freuden und Schmerzen Maria’skennen gelernt und sie darf wohl als Beweis angerufenwerden, dass wenigstens bei dem Entwurf des LübeckerAltars Memling nicht fern stand. In der fernsten Eckedes linken Flügels betet Christus, von den schlafendenAposteln verlassen, auf dem Oelberge. Am Fusse des Bergeswird er gefangen genommen, und dann in verschiedenenoffenen Bauten verhört, verspottet und gegeisselt. Wie sichim Beisein des knieenden Donators dann der Zug aus demengen Stadtthore heraus nach Golgatha wälzt, wird imVordergründe geschildert. Das Mittelbild ist ausschliesslichder Darstellung der Kreuzigung geweiht. Drei Kreuzeragen bis nahe an den oberen Bildrand empor. Am mittlerenhat Christus, eben verschieden, von dem Hauptmann, dermit einer stattlichen Reitergruppe den Stamm umgibt, denLanzenstich empfangen. Mit erhobener Hand weist aufder anderen Seite ein geharnischter Ritter auf das Ereig-niss hin und mahnt die Beistehenden zur Aufmerksamkeit.Im Vordergründe links sehen wir die Gruppe der klagenden,händeringenden Frauen und die in den Armen Johannesohnmächtig niedersinkende Maria, rechts würfeln brutaleKriegsknechte um die Kleider Christi . Der rechte Flügelschildert zunächst die Grablegung und Auferstehung; weiter