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zurückgeschoben, die h. Lucia in dunkelrotkem Brocate undeiner goldgestickten dunkelvioletten Haube. Im Vorder-gründe sitzt die h. Barbara, wie die h. Katharina ihr gegen-über in einem Buche lesend. Ihr Anzug huldigt besondersstark der Mode, die Aermel sind z. B. von anderer Farbeals der Bock und selbst wieder verdoppelt. Auch das istbezeichnend, dass das Emblem der Heiligen, der Thurm, indie Krone versetzt wurde, welche sie auf dem Haupte trägt,wo er nun als Zierrath in reichster Goldschmiedarbeit prangt.Neben ihr sitzt die h. Godeliva an der Schärpe kenntlich,mit welcher sie erwürgt wurde und im Hintergründe, nurhalb sichtbar die li. Cacilia. Jene hat ein gelblich rothes,diese ein dunkelviolettes Gewand. Zwischen der h. Barbaraund Lucia bemerkt man das Brustbild einer Frau, wie an-genommen wird, der Gattin des Malers, in schwarzer Bobeund weitem weissen Schleier . 1
Erinnert die regelmässige Anordnung an Memling’s Vorbilder, z. B. an seine Vermählung der li. Katharina, sostimmen Formensprache und Technik mit der Taufe Christi in Brügge vollkommen überein. Auch hier sind die einzelnenGestalten einfach neben einander gestellt ohne grosse Sorgeder Luftperspective, mit geringem 'Wechsel des Typus unddes Ausdruckes der Köpfe. Her Gefahr, welcher Nach-ahmer so leicht anheim fallen, dass sie ihre Muster über-treiben, dieselben nicht selbständig ahwägen und zu einerEinheit verschmelzen, entging auch Gerard David nicht.In der Wahl der Proportionen, in der Farbenstimmungstossen wir bei ihm auf unausgeglichene Widersprüche.Die Gestalt der Madonna ist schlank und zierlich, ihr Kopfvon einem angenehmen Oval umschrieben, andere Figurendagegen erscheinen gedrungen mit rundlichen, viel zuschweren Köpfen. Die Fleischtöne sind bald kalt bald