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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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WERKE IN SIGMARINGEN.

warm, clie Umrisse hart und scharf, der Faltenwurf ge-brochen und roh, die Zeichnung der Gliedmaassen keinsonderliches Naturstudium bezeugend. Die scharfen Gegen-sätze der Gewandfarben, der dicke Farbenauftrag, die ander Taufe Christi bemerkt wurden, wiederholen sich auchan der Altartafel von Fönen,

sigmaringen y on j erse Hj en Hand, glatt vollendet, aber von einerkunaigung. g ew j ssen Xälte der Empfindung, sind offenbar zwei Tafeln,welche sich in der Sammlung des Fürsten Holienzollern inSigmaringen befinden und die Madonna sowie den Engelder Verkündigung darstellen ; 1 von derselben Hand ist fernerein Gemälde im Besitze des Grafen Arco-Valley in München ,dessen richtige Einordnung nicht ganz leicht fällt. EsMünchen schildert die Madonna in einem Wiesengrunde und die ■mahlung des Christkindes mit der h, Katharina inrin». Gegenwart zahlreicher weiblicher Heiligen. In Wahrheitist aber die Landschaft, in welcher der Maler holländischeEindrücke wiedergiebt, der Hauptgegenstand der Darstellung,In der dunkeln, kühlen Färbung derselben erkennen wireben so gut Gerard’s Pinsel, wie in den dünnen undschlanken Händen, und den feinen Umrisslinien auf demBilde der Verkündigung . 2

Berlin Christusam Kreuze

Im Geiste David’s und seiner Schule gehalten ist fernerein hell, fast schreiend gefärbtes glattes Bild im Berliner

Museum: Christus am Kreuze, von seinen Freunden, denzwei Marien, der Magdalena und dem Evangelisten beklagtund beweint. Die aschgraue Farbe des Himmels, an wel-chem flockige Wolken ziehen, das klare Blau der fernenHügel, durch graue Töne des Mittelgrundes übergehend indas kalte Grün des Vordergrundes, das alles bringt unsdie besondere Kunstweise des Meisters wieder vor die

1 Sigmariugen, fürstlich Hohen- 2 München, Graf Arco-Valley.zollersches Museum Nr. 2 und 4. Holz. 0.78 li. — 0.59 br. In derHolz. 0.76 h. — 0.61 br. S. oben Münchner Ausstellung alter BilderS. 131. 1869 unter Nr. 21 katalogisirt.