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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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WERKE IN BERLIN, MADRID .

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Augen. Für ihn bezeichnend sind auch die wie Emailglatten Fleischtöne, das unvermittelte Nebeneinander vonPurpurrotli und Gelb oder Grün, Von Roth und Violett inden Gewandfarben, die gedrungenen Verhältnisse, die grossenbreiten Köpfe. Mag auch im Ganzen mehr Lust und Har-monie, eine grössere Zartheit der Pinselführung hier herr-schen, als auf der Taufe Christi in Brügge : die FigurChristi selbst ist eine Copie derselben Gestalt auf demletzteren Bilde, besitzt die gleiche übertriebene Hagerkeit,dieselbe Milde des Ausdruckes . 1

An diese Werke mögen sich noch einige andere an-scliliessen, welche mit grösserem oder geringerem Rechtemit Gerard David in Verbindung gebracht werden, theil-weise wohl schon in das sechszehnte Jahrhundert fallen.Eine Darstellung der Geburt Christi im Madrider Museumempfängt dadurch einen theatralischen Anstrich, dass zweiFiguren, nahezu in Lebensgrösse, einen Vorhang zurück-ziehen, hinter welchem die Haupthandlung vor sich geht.Das Christkind liegt nackt, eine Blume in der Hand, aufeiner Schütte Stroh, von der Madonna, zahlreichen Engelnund zwei Hirten verehrt. Zur Thüre der Hütte drängt einMenschenhaufen herein, rechts vor dem Ochs und Eselstellt Josephus . Die männlichen Köpfe zeigen weder tiefereEmpfindung, noch edlen Ausdruck; besonders grobe Zügeverrathen die beiden Gestalten, welche den Vorhang halten,und das Christkind erscheint selbst für die niederländischenGewohnheiten auffallend leblos. Am stärksten erinnern anGerard David die Figuren in dem landschaftlichen Hinter-gründe ; sie sind nahezu aus der Taufe Christi copirt; auchder Farbenauftrag hat eine grosse Verwandtschaft. Dochvermissen wir die schreiend lustigen Nebeneinanderstellungenvon Farben, welche auf dem Brügger Altäre Vorkommen

Madrid

Museum

Geburt

Christi.

i Berlin , Museum. Nr. 573. Holz. im Halbkreis geschlossen; aus der4 ' 7 « h. — 3' 3" br. Die Tafel ist Sammlung Solly.