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von der linken Seite her das Gemach betritt, ein Lilien-scepter in der Hand, mit der liechten nach oben weisend.
Ueber der Maria schwebt die Taube. Im Hintergründebefindet sich eine Ruhebank mit zwei Kissen und einSchrank. 1
Wie es immer zu geschehen pflegt, dass eine grosseEntdeckung zehn kleinere nach sich zieht, die ohne jeneniemals wären gemacht worden, welche aber, nachdem ein-mal der Weg gewiesen, rasch einander folgen: so wurdendenn auch, sobald die künstlerische Individualität GerardDavid’s festgestellt war, überraschend zahlreiche Spurenseines Wirkens gefunden. Den Ausgangspunkt bildet stetsdie in jeder Beziehung sichere Tafel in Rouen .
Die Madonna, welche hier die Mitte der Darstellung Ml f n ™™ a]einnimmt, wird auf einem Triptychon im MunicipalpalastePf^hjlg” 8,zu Genua so genau und treu wiederholt, dass an demgleichen Ursprung des letzteren mit dem Rouener Gemäldekein Zweifel herrschen kann. Die Madonna thront in einergothischen Nische, von welcher ein grüner Vorhang theil-weise weggezogen ist. Das aufgelöste Haar wallt bis überdie Schultern herab, über den dunkelblauen, pelzverbrämtenRock ist noch ein weiter gleichfarbiger Mantel geworfen,der in den Falten sich vollständig mit dem Madonnenmantelin Rouen deckt. Bewegungslos feierlich, geradeaus denKörper gerichtet, die Augen niedergeschlagen hält die Ma-donna das mit einem weissen Hemdclien bekleidete Christ-kind auf dem Schoosse, welches (wie in Rouen ) von einerTraube Beeren pflückt. Auf dem rechten Flügel ist der h.Hieronymus in Cardinaistracht, in einem Buche lesend, dar-gestellt. Er hält in der Linken einen reich verzierten, mit
l Frankfurt , Städelsches Museum.Holz. 0.41 h. — 0.32 br. IIei derVersteigerung der Sammlung GeorgFinger des Ratlis in Frankf. 1874für 1340 FI. erworben. Es stammtCiowe, Kiedurland. Malerei.
aus dem Besitze des Pariser Kunst-händlers und Experten George. (Nachgütiger Mitth. des Hm. Insp. Malss inFrankf.) Vgl. W. Schmidt in Dio-skuren 1S75, Nr. 27.
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