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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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H. MICHAEL IN WIEN .

einem Prachtkreuze gekrönten Stab; zu seinen Füssen rulitein Löwe. Der andere Flügel enthält das Bild des jugend-lichen h. Antonius von Padua , einen Bischofsstab in derLinken und ein geschlossenes Buch in der Beeilten. Hinterbeiden Heiligen ist ein buntgewirkter Teppich ausgespannt . 1

Die hli. Hieronymus und Antonius kehren dann auf einemTriptychon im Besitze Artaria’s in Wien wieder, so dass da-durch die Herkunft auch dieses Werkes sicher gestellt ist.

Artaria Hie Mitteltafel nimmt der li. Michael als Vorkämpferu. Michael. g e g eii jjgp e e j n . p n einen weiten rotlien Mantel ge-

hüllt, mit Kreuz und Schild bewaffnet, jagt er eine LegionTeufel in die Hölle zurück, unterstützt von kleinen Engeln,die in den Lüften einen gleichen Kampf durchfecliten. Aufden Flügeln sind der h. Hieronymus mit dem Kreuzstabeund dem Löwen, sowie der h. Antonius von Padua , eben-falls mit dem Kreuze und einem Buche, auf welchem dasChristkind knieet, dargestellt. Besonders der h. Hieronymus offenbart die engste Verwandtschaft mit der gleichnamigenGestalt auf dem Genueser Bilde. Die Aussenseiten derFlügel zeigen (Stifter oder Heilige?) einen gepanzertenRitter mit Bogen und Pfeilen und eine Frau mit einemKnaben, der drei Nägel in der Linken hält, zur Seite. Inder technischen Ausführung sollen diese beiden Gestaltengegen die Figuren der inneren Tafeln zurückstehen . 2

Gardne" Auch in englischen Sammlungen trifft man nicht seltensta j e ™ b e aum auf Bilder, welche Gerard David’s Einfluss verrathen. DasBedeutendste möchte wohl der Stammbaum Jesse, zuletztim Besitze eines Mr. J. D. Gardner in London sein. Nachmittelalterlicher Sitte ward die Genealogie Christi durcheinen stattlichen Baum symbolisirt, dessen Zweige gar

1 Förster, Denkmale DeutscherBaukunst, Büdnerei, Malerei. XI. Bd.Abth. Malerei, p. 21. Das Bild sollaus einer Kirche in der Nähe von

Genua , die unter dem Patronate derFamilie Doria stand, stammen. Ebend.Abbildung. Die Maasse des Werkes

betragen: Mittelb. 5'2'' h. — 2' 11“ br.Flügel 5' 2" li. — 2' 1“ br.

2 Wien, Artaria . Holz. 2' 3" li. —9'' br. Förster, Denkmale u. s. w.XII. Abth. Malerei, 8. 5, mit Ab-bildungen. Vgl. Waagen, Handbuch.8. 140.