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Erster Halbband.
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— Begriff der Chorographie.

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oder der scheinbaren Himmelskugel auf einer Ebene darzustellen,in der Weise in Angriff genommen worden, dass man zunächst dasSystem der dem abzubildenden Teile zugehörigen Meridiane undParallelkreise zu verzeichnen suchte und dann erst in dieses sog.Kartennetz den eigentlichen Detail eintrug h . Da sich nun aber wederKugel noch Rotationsellipsoid auf eine Ebene ausbreiten lassen, sobleiben zu besagtem Zwecke nur drei wesentlich verschiedene Wegeoffen: Entweder verwendet man, um die nötigen Punkte oder Linien-systeme abzubilden, die gewöhnlichem perspektivischen oder Polar-Projektionen, - oder man substituiert der abzubildenden Fläche

durch Approximation eine abwickelbare, z. 13. eine cylindrische oderkonische Fläche, — oder man sucht endlich ein speciell dem geradevorliegenden Zwecke konvenables Verfahren auf, durch welches einpassendes Bild, namentlich ein solches erhalten werden kann, beiwelchem die Abbildung wenigstens in ihren kleinsten Teilen, sei esdem abgebildeten ähnlich oder konform ist, sei es in einem be-stimmten Flächenverhältnisse zu demselben steht oder als equivalentbetrachtet werden darf. Wir werden in dem folgenden diese sämt-lichen drei Wege verfolgen, wenn auch zunächst die perspektivischenProjektionen, als die für uns wichtigsten, behandelt werden sollen °.

5Kh lOl : ff. Chorographie ist aus = Band, und you<i,uv — schreiben,zusammengesetzt. — 6. Der noch jetzt für eine Kartensammlung gebräuch-liche Name Atlas wurde durch Mercator eingeführt; früher wurden entsprechendeWerke als „Theatrum orbis, — Speculum inundi, — etc.“ bezeichnet. Be-merkenswert ist auch, dass Mercator auf jeder seiner Karten die dafür an-gewandte Projektionsart angab, — ein Verfahren, das leider die neuere /eitseiten mehr anwendet. — c. In älterer Zeit standen den Karten sog. Itinerarienzur Seite, welche sich wesentlich auf Angabe der Verkehrsstrassen und Di-stanzen beschränkten. Am berühmtesten war ein, wahrscheinlich in der zweitenHälfte des 4. Jahrhunderts von einem Römer Castorius verfertigtes Itinera-riuin, das gewöhnlich nach seinem spätem Besitzer Kourad Peutinger (Augs-burg 1558 — ebenda 1014; Ratschreiber in Augsburg ) benannt wird; vgl.„Konr. Miller, Die Weltkarte des Castorins, genannt die Peutinger’sche Tafel.Ravenslmrg 1888 in 8. (Die Tafel in des Originales hat 447™' Länge auf22™’ Höhe.)“

109. Die so#. perspektivischen Projektionen. — UnterVoraussetzung der Kugelgestalt ist die sog. perspektivische Pro-jektion, bei welcher jeder Punkt da verzeichnet wird, wo ein vomAuge (Pol) nach ihm gezogener Strahl die gewählte Bildebeneschneidet, mit Recht eine der beliebtesten. Es wird dabei in derRegel angenommen, dass das um a vom Auge abstehende Kugel-centrum in die Senkrechte von ersterm auf die um b entfernteBildebene falle und die Ebene des gewählten Ausgangsmeridianesdurch das Auge gehe, somit ebenfalls zu der Bildebene senkrecht