VI. Einige Vorkenntnisse aus der Physik.
Wir dringen nur bis zu der Wahrheit Pforte,— Verhüllt bleibt, das dahinter brennt, dasLicht, — „Ursach und Wirkung“ sind nurTäuselmngsworte, — Pie Wirkung kennenwir, den Urgrund nicht. (Bod<mtcdt.)
II?. .Einleitendes. — Die Aufgabe, die Naturerscheinungenzu erforschen und, wie man gewöhnlich sagt, zu „erklären“ oder,wie man eigentlich sagen sollte, „auf eine möglichst kleine Zahlunerklärbarer Principien oder Grundeigenschaften zurückzuführen“,fällt der sog. Physik zu, welche dafür auf Beobachtung, Versuch,Messung und Rechnung angewiesen ist und sich aller nicht aufdiese Hilfsmittel basierenden Spekulation möglichst enthalten soll“— In den ältesten Zeiten existierte eine Physik nur insofern, alsbereits einzelne Erfahrungen, sowie einige Hilfsvorrichtungen fürdas tägliche Leben vorhanden waren, indem z. B. die Chinesen dieEigenschaften des Magneteisens kannten, die Egypter Wagen, Bollenund dergleichen besassen; dagegen zeigte sich schon hei den Grie-chen das entschiedene Bestreben, sich teils durch die, namentlichvon Aristoteles empfohlene Befragung der Natur, auch auf diesemGebiete allmälig zu orientieren, teils auch die gesammelten Er-fahrungen mathematischer Behandlung zu unterwerfen: Nicht nurerfahren wir z. B. von PappilS, dass sie bereits die sämtlichen fünfeinfachen Maschinen „Hebel, Wellrad, Keil, Schraube und Rolle“kannten., sondern wir wissen auch aus ihren auf uns gekommenenSchriften, dass Archimedes die Grundprincipien der Hydrostatikaufstellte, dass Euklid und Ptolemäus diejenigen der Katoptrik ent-wickelten , — ja bei letztgenanntem auch Anfänge der Diopti'ikvorkamen, und sogar (135), was von besonderm Interesse ist, einebetreffende eigentliche Versuchsreihe. Diese Kenntnisse gelangtensodann teils direkt, teils durch Vermittlung der Araber, hei denen,