Band 
Erster Halbband.
Seite
311
JPEG-Download
 

128

Die Baroskope.

311

ilim, namentlich als Reisebarometer, das sog. Heberbarometer, heiwelchem das Gefäss durch einen zweiten, kiirzern und am zweck-mässigsten nur mit einer kleinen seitlichen Öffnung versehenenSchenkel ersetzt ist, und der Nullpunkt der Scale meistens zwischenden beiden Niveaus liegt, so dass die Summe der diesen beiden letz-tem entsprechenden Ablesungen den Luftdruck misst b . Ferner er-wähne ich noch als Baroskope von grösserer Bedeutung in erster Liniedas für Registrierbeobachtungen verwendete Wagbarometer, bei wel-chem das Gefäss feststeht, während die früher oben gewöhnlich zu einer„Kammer“ erweiterte Röhre am kurzen Arme eines Hebels hängt,dessen längerer Arm ein Gegengewicht, der Stützpunkt aber einenZeiger mit Schreibapparat trägt 0 , — dann das sich, um seinesleichten Transportes willen, unter gehöriger Kontrole zu manchenOperationen empfehlende Aneroidbarometer — und endlich den,aus einer netten Kombination von Thermometer und Manometerhervorgegangenen Barometre absolu, welcher sich allerdings nur alsZimmerbarometer benutzen lässt e .

Zu 188: a. Die Hauptallforderungen sind folgende: 1) soll das Queck-silber nickt nur chemisch rein, sondern auch luftfrei eingefüllt sein; es wirdzu diesem Zwecke mit verdünnter Salpetersäure geschüttelt, — hierauf gutgewaschen und mit Fliesspapier getrocknet, — dann etwas erwärmt und durcheinen tief in das Bohr eingreifenden Trichter eingefüllt, — und partienweise,um die trotz aller Sorgfalt mit eindringenden Luftbläsclien zu beseitigen, nochsorgfältig ausgekocht. 2) soll die Bohre mindestens 12, das Gefäss 120 mm weitsein, — ersteres, um die Capillar-Depression auf ein Minimum zu reduzieren,— letzteres, uui den in das Niveau des Quecksilbers im Gefässe fallenden Null-punkt nicht bei jedem Steigen oder Fallen korrigieren zu müssen. 3) mussdie Bestimmung der Höhe der Quecksilberkuppe über jenem Niveau eine sicheresein, —■ sei es, dass der Nullpunkt der Scale durch sog. Spitzeneinstellung indas Niveau gebracht, und dann ein Vernier abgelesen wird, dessen Index mitdem untern Baude eines an der Bohre gleitenden, auf die Kuppe eingestelltenRinges korrespondiert, — sei es, dass ein mit zwei beweglichen Ablese-mikroskopen versehener vertikaler Masstab, ein sog. Kathetometer, zur Ver-fügung steht. 4) endlich muss der gemessene Abstand a nach der Formel

b = a : [1 - [- 0,000 18018 ■ % — 0,0000 1878 (r — «)] :=! a — ß ■ i 1

reduziert werden, wo % die in Centesimalgraden ausgedrückte Temperatur desQuecksilbers und der Messingscale, « die Normaltemperatur des letzterer zuGrunde liegenden Etalons (beim altfranzösischen Masse 13° B.) bezeichnet,und ß = 0,00016 • a ist. — Ein erstes Kathetometer wurde schon 1698 durchStephan Gray in den Ph. Tr. beschrieben, und ungefähr zu derselben Zeit be-tonte Amontons die Notwendigkeit der Temperaturkorrektion, während die-jenige des allerdings schon früher zuweilen vorgenommenen Auskocliens erstdurch Deluc in seinen „Eeclierclies“ nachgewiesen wurde. Für die spätereGestaltung des Kathetometers vgl. den Artikel von Löwenherz und Czapski inZ. f. Instr. 6 von 1886. — b. Schon Torricelli und Pascal stellten dem Gefäss-baroineter (Bar. ä cuvette) das Heberbarometer (Bar. ä siphon) gegenüber,