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Die Linsen und Brillen.
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Linsen und deren Verwendung zu Brillen begann, — zunächst inItalien und wahrscheinlich zuerst durch einen Florentiner Salvinodegli Armati ®, — dann bald auch in andern Ländern, namentlichin Frankreich und Holland f.
Xu 133: a. Schon Aristoteles erwähnt in seiner Schrift „De generationeanimalium (VI)“, hei Anlass des Sehens der Sterne ans tiefen Schachten (274),den Gebrauch des leeren Rohres, — sodann erzählt Walafried Strabo (vgl..Tahresb. Einsiedeln 1856/7), dass er 825 in Reichenau durch Tatto mit demGebrauche des Tubus bekannt geworden sei, — und nach Södillot (MateriauxI 362) hatte z. B. der durch Nassir-Eddin in Meragah zu Sonnenbeobachtungengebrauchte grosse Sextant statt Absehen ein solches Rohr, durch welches dieSonnenstrahlen zur Teilung geleitet wurden. Aber zwischen diesem Tubus derAlten und dem jetzigen Tubus besteht mindestens ein ebenso grosser Unter-schied als zwischen einer leeren Tasche und einer vollen Börse, — und auchdie andern Gründe, welche „Louis Dutens (Tours 1730 — London 1812; Historio-graph von England), Reclierches sur l’origine des decouvertes attribuees auxmodernes. Paris 1766 in 8. (Suppl. 1776 und 1812)“ und analoge Schriften, fürdas Vorkommen des Fernrohrs im Altertum vorbrachten, sind durch „Hubert-Pascal Ameilhon (Paris 1730 — ebenda 1811; Bibliothekar Paris ), Memoiredans lequel on examine s’il est prouve que les Ancients aient connu les teles-copes et les lunettes d’approche comme quelques modernes le pretendent (Acad.d. inscrip. 1786), — und: Th. II. Martin (vgl. 14 : w), Sur les instrumenta d’op-tique faussement attrihuds aux ancients par quelques savants modernes (Bon-comp. IV von 1871)“ längst in ähnlicher Weise entkräftet worden. — b. Dervon dem schwachsichtigen Nero gebrauchte Smaragd war mutmasslich nurplan geschliffen und wirkte durch seine Farbe wohlthätig. — Auffallend istdagegen allerdings eine in den Ruinen des 605 v. Chr. zerstörten Niuiveh anf-gefnndene Bergkrystall-Linse, welche (vgl. „Discoveries in the ruins of Niniveh and Babylon. London 1833“) durch Brewster als eine richtige plan-konvexeLinse von l",G Durchmesser und 4“,5 Brennweite taxiert wurde, die man kaumals Zierat, sondern wohl als Loupe anzusehen habe; aber sogar, wenn letztererSchluss unanfechtbar sein sollte, so würde auch da eine einzelne Schwalbenoch keinen Sommer machen. — c. Das Hauptargument gegen das Vorkommenunserer dioptrischen Instrumente im Altertum bleibt natürlich immer, dass dieAstronomen, Optiker, Ärzte, etc., des ganzen Altertums, inklusive derjenigender Araber und des Abendlandes bis gegen die Mitte des 13. Jahrhunderts,weder bei Anlass der optischen Theorien und Beschreibungen der Instrumente,nocli bei andern passenden Anlässen, auch nur ein einziges unverfänglichesWort über die Existenz von Loupen, Brillen, etc., geschweige über das Vor-handensein von Teleskopen und Mikroskopen verlauten lassen. Wie nahe hättees z. B. dem belesenen Plinius gelegen, bei der in seinen „Qnsestiones (üb. I,cap. 6)“ vorkommenden Stelle: „Wie klein und undeutlich eine Schrift immersein mag, durch eine mit Wasser gefüllte Glaskugel erscheint sie grösser unddeutlicher“, auch von Vergrössernngsgläsern zu sprechen, wenn solche bereitsvorhanden gewesen wären. — <1. So liest man in einem von 1299 datierendenitalienischen Manuskripte, dass „vor kurzem zum Vortheile der armen Alten,deren Gesicht blöde wird“, Augengläser (ocehiali = Brille) erfunden wordenseien, — so machte der 1305 in Montpellier verstorbene Arzt Bernhard Gordonin seinem „Lilium medicinse“ für eine von ihm erfundene Augensalbe mit den
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