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— Die holländischen Kykers lind das Perspicillum Galileis. —
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Durchmesser und die Aufschrift zeigt: „Tubum opticum vides,Gralilei inventum, et opus quo Solis maculas et extimos Lunge montes,et Jovis satellites, et novam quasi rerum universitatem primumdispexit A. D. 1609“ c . — Es gehört dieses Instrument, so primitives noch war und so unrichtig es ist, seinen Verfertiger auch alsErfinder zu bezeichnen, sowie alle Entdeckungen jener Zeit ihmallein gutzuschreiben, entschieden zu den ehrwürdigsten Über-bleibseln einer grossen Zeit.
Zn 1S 4: a. Die Geschichte des Fernrohr-Fundes in Holland ist trotz derbezüglichen Arbeit von Pierre Borei (Castres in Languedoc 1620? — Paris 1689; k. Leibarzt und Akad. Paris ) ,,De vero telescopii inventore. Hagse 1655in 4.“, und der auf archivalischen Forschungen van Swindens basierendenSchrift „Gerhard Moll (Amsterdam 1785 — ebenda 1838; Prof. math. et phys.Utrecht ), Geschiedkundig Onderzoek naar de eerste Uitfmders der Vernkykers.Amsterdam 1831 in 4.“ nichts weniger als vollständig aufgeklärt; denn, wennauch nach Obigem feststeht, dass Joh. Lippershey (Wesel 1560? — Middelburg 1619) vor Ende 1608 nicht nur einzelne Kijkers, sondern auch Doppelfernröhrenerstellt hatte, also letztere nicht erst später durch die Chorez, Rheita, Che-rubin, etc., erfunden zu werden brauchten, so ist damit noch keineswegs er-wiesen, dass er wirklich der erste war, der jenen Fund machte: Und in derTliat deutet die, auch von dem Zeitgenossen Scheiner (vgl. Ziirch. Viert. 1876)erwähnte Sage, es sei der Fund dadurch veranlasst worden, dass mit Linsenspielende (kleine oder grosse ?) Kinder den Wetterhahn des benachbarten Thurmesnicht nur vergrössert, sondern auch „hed onderste boven gekeerd“ sahen, eherauf die ebenfalls in Middelburg angesessenen Brillenmacher Jans Zachariassenund seinen Sohn Zacharias Janssen hin, welche schon um 1590 ein zusammen-gesetztes Mikroskop erfunden haben sollen und somit am besten dazu angethanwaren, das Ergebnis einer solchen Spielerei auszunutzen. Man hätte dannetwa anzunehmen, es sei dadurch Zacharias auf das spätere eigentliche oderastronomische Fernrohr (135) gekommen, habe jedoch dasselbe wegen des ver-kehrten Bildes als unbrauchbar verworfen, und es sei sodann erst etwas später,sei es durch ihn oder durch Lippershey , das konvexe Augenglas mit einemkonkaven vertauscht, und so das einzig und allein in letzterer Form auf-tretende holländische Fernrohr erstellt worden, welches als langer Kijker be-zeichnet wurde, während man unter körte Kijker die Mikroskope verstand. —Tm Vorübergehen noch erwähnend, dass die von Jakob Metius (vgl. 60: c), der1608 X 17 ebenfalls ein Patent verlangte, erhobenen Prioritätsansprüche niewesentlich in Betracht gezogen wurden, füge ich zum Schlüsse bei, dass nachLibi'i schon in einer von Jean Gazeau in Lyon 1608 XI 22 ausgegebenen Flug-schrift erzählt wird, es sei zu „Mildebourg“ durch jemand, der leider nichtgenannt, sondern nur als „pauvre liomme religieux et craignant Dieu“ be-zeichnet wird, ein Fernrohr konstruiert und ihm mit 300 „eens“ bezahlt, ja„ä la Charge de n’apprendre le dit mestier ä personne du monde“ ihm nochein höherer Preis in Aussicht gestellt worden. — b. Dass die Generalstaatenbeschlossen, zwei der von Lippershey bezogenen Kijker an Henry IV. unddessen Minister Sully zu verschenken, spricht dafür, dass Ende 1608 solcheInstrumente noch selten waren; aber immerhin hatte schon im Herbst jenesJahres der spanische Gesandte Spinola im Haag ein solches kaufen können, jaWolf, Ilandlmcli der Astronomie. I. 21