Band 
Erster Halbband.
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— Einige Vorkenntnisse aus der Physik. —

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gleichzeitig waren andere Exemplare in Frankfurt durch einen Belgier ans-geboten worden. Im folgenden Frühjahr hatten sich sodann Fabrikation undHandel bereits ziemlich ausgedehnt und infolge davon waren auch die an-fänglich sehr hohen Preise bedeutend zurückgegangen: Abgesehen von demschon oben nach dem Tagebuche des Pierre d’Estoile beschriebenen Handel inParis, fand z. B. Houzeau ein 1G09 V 5 aus Brüssel datiertes Schreiben vonErzherzog Albrecht auf, in welchem für den Goldschmied Robert Staes 90 Gulden„pour deux tuyaux artificiels pour veoir de loing“ angewiesen wurden; fernerweiss man, dass zu jener Zeit sich auch die Kepler, Marius, Fabricins, etc.,mit Fernröhren versehen konnten, und dass spätestens 1010 in London einförmliches Atelier für ihre Verfertigung entstand. — c. Dass Galilei , nach-dem er aus Paris durch Jacques Badovere die erwähnte Beschreibung erhaltenhatte, die Konstruktion des neuen Instrumentes rasch (wie er im Saggiatoreerzählt, sogar „im Laufe der Nacht“) erriet, darf uns nicht sehr verwundern,und er hatte hiefiir höchstens nötig, von den, damals überdies noch sehr imArgen liegenden, Gesetzen der Dioptrik insoweit geleitet zu werden, als essich darum handelte, für die ihm zu Gebote stehenden Linsen die zweckmässigeRohrlänge zu bestimmen. Bemerkenswerter ist es, dass es ihm auch bald ge-lang, grössere Perspicillen zu erstellen, bei welchen die anfänglich nur 3 be-tragende lineare Vergrösserung sich nach und nach bis auf 30 erhöhte, unddieselben, wie Lorenzo Pignoria schon 1609 VIII 31 bezeugte, den bestenflandrischen Röhren ebenbürtig zu machen: Dass der venetianische Senat ihnfür diese Leistung mit einer Gehaltszulage von 1000 Gulden bedachte, zeigt,dass man damals in Italien solche Friedensthaten besser als anderswo zuwürdigen wusste. — Auch zusammengesetzte Mikroskope wurden durch Galilei von 1010 hinweg erstellt und benutzt; doch kann man ihn (vgl. a) kaum alsersten Erfluder bezeichnen. — d. Dass schon die ersten Ersteller der Kijkersdieselben mit Erfolg zur Betrachtung des Mondes und der übrigen Gestirnebenutzten, bezeugt uns Borei, — ja schon die erwähnte Flugschrift von 1008XI 22 rühmt: „Mesmes les estoiles qui ordinairement ne paroissent, ä notreveue et ä nos yeux par leur petitesse se peuvent voir par le moyen de cetinstrument“, — und ebenso darf man der zum Teil vorgalileischen Wahr-nehmungen der Fabricins, Marius, Harriot , etc., nicht vergessen; aber aller-dings überragten schon die ersten Entdeckungen Galileis, Dank seinem geistigenAuge, alle diese Leistungen, und Arago’s Bemerkung (Oeuvres III 240):„Quelques henres auraient pü surtirc ä tontes les observations que fit Galileeen 1010/1“, ist mehr als sonderbar.

135. Die optischen Studien Keplers und seine Er-findung des Fernrohrs. — Dass Kepler , der schon früher höchstbemerkenswerte optische Studien gemacht hatte ", sich nicht nurim allgemeinen für den Fund der Holländer interessierte, sonderndenselben in wissenschaftliche Betrachtung zog, ist begreiflich, —aber ebensosehr, dass es selbst diesem genialen Manne nicht gelang,auf Einen Wurf die bisdahin noch ziemlich im Argen liegendeDioptrik völlig zu bemeisterri. Wohl fühlte er, dass er dafür dasschon von Ptolemäus gesuchte Brechungsgesetz kennen sollte, jedochhatten seine betreffenden Untersuchungen nicht den gewünschtenErfolg''; aber was ohne vollständige Kenntnis dieses Gesetzes zu