Buch 
George Santi ... naturhistorische Reise durch einen Theil von Toscana ... / aus dem Italienischen übersetzt von Gerasimus Constantini von Gregorini ; mit ... einigen Anmerkungen v. Kurt Sprengel
Entstehung
Seite
75
JPEG-Download
 

und die umliegende Gegend. 75

ten durchgraben mußte. Man findet anfänglicheine Schicht vtHetabilischer Erde, und eine Menge,verfaulten braunen Mistes, mit Fragmenten von zer-störten Vegetabilien, welche von den Blättern, Zwei-gen, Rinden und Wurzeln der Kastanienbäumeherrühren. Unter dieser Schicht fängt-die Mond-milch an. Sie ist eine leichte, poröse, etwas kle-brige und feuchte Erde, weswegen sie auch in Schol-len herausgegraben wird. Sie ist sehr weiß, obman gleich durch die vegetabilische Feuchtigkeit,welche von den zerstörten Pflanzen in dieselbe ein-dringt, bisweilen in ihr blaßgelbe und brauneAdern wahrnimmt.

Wenn sie auf einige Zeit der freyen Luft undder Sonne ausgesetzt wird, so trocknet sie, verliertihre Klebrigkeit, und wird sehr weiß; zum deutli-chen Beweise, daß die färbende Materie, die siezufällig befleckt, vegetabilisch ist.

Wird sie mit einer Lupe betrachtet, so nimmtman wahr, daß sie mehrentheils aus kleinen nadel-förmigen' glänzenden Krystallen bestehet, die mitunbewaffnetem Auge nicht bemerkt werden können.Mit Wasser angefeuchtet, giebt sie einen etwas- thonartigen Geruch, und einen sehr dünnen Rauchvon sich; sie wird durchs Anfeuchten auch etwasgeschmeidig oder plastisch. Beym Schmelzfeuerbleibt sie unaufgelöst, und verliert nur etwa einAchtel von ihrem Gewicht. Herr Johann Fadbroni,mein Freund, Halsich derselben zu einem artigenund sinnreichen Experimente bedient; er machte

Back-