176 Sechzehntes Kapitel. Zubereitung
Ich habe auch bey offenem Feuer eine gewisse !Portion dieses Leims destillirt. ^
Bey einer mäßigen Hitze ging aus demselben !ein Phlegma fort, mit dem gewürzhaften Theil des- ^selben geschwängert. Diese wässerige Feuchtigkeitbreitete sich in einer dampfförmigen Gestalt sehr >weit aus, machte die Vorlagen feucht, ohne jedoch >die geringste Spur von Saure, oder von Salmiak !anzugeben. !
Ich verstärkte hernach, als diese Dämpfe auf- !gehört hatten, das Feuer, und so ging es während >der Destillation in ein stark gefärbtes, dickes, schwer !res und stinkendes Oehl über. Zu gleicher Zeitentwickelte sich auch eine luftförmige Flüssigkeit dar-aus, weiche Wasserstoffgas war.
Ich fand hernach in der Retorte einen Restoder Todtenkopf von einer schwarzen schillerndenFarbe, schwammig und sehr leicht, welcher langemit destillirtem Wasser gekocht, gar keine Spur vonSalze zeigte. Dieses ist kein Wunder, weil durchdas wiederholte Abwaschep des Leims, wie ich schonoben erwähnt habe, alle Salztheile entfernt worden.
Hieraus erhellt also, daß der Vogelleim einewahre resinöse Substanz ist, welche sich weder imWasser noch im Alkohol, wohl aber in ausgepreß-ten Oehlen auflösen läßt: ferner, daß dessen Be-standtheile ein einfacher und ein resinöser färbenderExtraktivstoff, und eine große Quantität von bloßerResinesey, außerdem salzigen Theile, der durchdas wiederholte Abwäschen gewiß fortgegangen ist.
Sieben-