Erster Abschnitt.
Grundlinie.
Die Aufgabe, die auf die Oberfläche des Meeres reducirte Entfernungzweier Punkte, welche die Grundlage eines Dreiecksnetzes werden sollen,durch ein gegebenes Maafs zu messen, hat die Bemühungen der Geodätenund Mechaniker fast hei jeder neuen Anwendung neu in Anspruch genom-men und vielfältige, mehr oder weniger wesentlich verschiedene Verfahrungs-arten hervorgebracht. Es ist nicht zu bezweifeln, dafs das zu erreichendeZiel auf verschiedenen Wegen erreicht werden könne: jede Abweichung voneinem früher angewandten Verfahren darf also nicht dadurch gerechtfertigtwerden, dafs man Mängel an diesem nachweiset-, vielmehr werden die injedem Falle zu Gebote stehenden Hülfsmittel berücksichtigt und die zu er-greifenden Mafsregeln denselben angemessen angeordnet werden müssen.Wenn ein Mechaniker wie Repsold seine Hülfe verleihet, so können Mefs-stangen und sonstige Einrichtungen gemacht werden, wie Schumacher siebei der Messung seiner Grundlinie angewandt hat *). Wenn solche Hülfefehlt, so müssen andere Wege eingeschlagen werden, welche jedoch nichtweniger sicher zum Ziele führen dürfen: trotz der Wiflkühr in der Wahlder Mittel, müssen gewisse Forderungen immer erfüllt werden.
Dafs die Längeneinheit von dem vorhandenen Originale des Maafsesauf die anzuwendenden Mefsstangen genau müsse übertragen werden können,ist eine dieser Forderungen; die übrigen sind, dafs die Mefsstangen entwederunmittelbar wagerecht gelegt werden können, oder das Mittel gewähren, denEinflufs ihrer Neigung aus dem Resultate zu schaffen; dafs sie in geraderLinie aufeinanderfolgen können; dafs die Veränderungen ihrer Länge, welche
*) Schreiben an Herrn Dr. W. Olbers in Bremen. Altona 1821.
A