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mengcsiigt, oft nur grau in grau mit schwarzer Zeichnung (sogenannteGrisaillen). Letztere wurden namentlich dem strengeren Cisterzienser-Ordcn anbefohlen, der auf vollere Farbenpracht und figürliche Darstel-lungen verzichten sollte. In diesen rein ornamentalen Malereien hatdie damalige Kunst manch bewundernswerthcs Meisterwerk geschaffen.Zu den schönsten Beispielen gehören die Glasgemälde der KlosterkircheAltenberg bei Köln und diejenigen im Chor der Kirche zu Königs-felden, welche aus den Fenstern des Schiffes stammen.
Um nun auf die Glasgemälde der Schweiz zu kommen, so sindaus romanischer Epoche nur spärliche Reste erhalten. Zu den wich-tigsten des 13...2ahrhundcrts, gehören diejenigen, welche man noch jetztin der großen Fensterrose^des südlichen Kreuzschiffes der Kathedralevon La usanne sieb te-Sie geben nach der Auffassung der damaligenZeit zunächst den Kreislauf des natürlichen Lebens, Sonne und Mond,die vier Jahreszeiten, die zwölf Monate und den Thicrkrcis, die vierParadiesesflüsse und die vier Winde. Daran reihen sich phantastischeGestalten der antiken Fabelwclt und einzelne biblische Scenen. Der-selben Zeit gehören einige Ucberreste im nördlichen Arm des Kreuz-ganges der Klosterkirche Wettingcn. Neben einzelnen schön ge-zeichneten und bescheiden colorirten Blattornamcnten, die größtentheilsdie typischen Formen des romanischen Styles, hie und da aber schondas freiere Laubwerk der beginnenden Gothik zeigen, kommen die Brust-bilder Christi und der Madonna vor, in leuchtendem Noth und Gelbauf blauem Grunde. Außerdem zwei Darstellungen der thronendenHimmelskönigin mit dem Kinde in ganzer Figur auf einem mit zier-lichen Kissen bedeckten Throne sitzend, das eine Mal von einem Cister-zicnser Mönche verehrt, in welchem ich den Stifter des Bildes, odernoch eher den frommen Glasmaler des Klosters vermuthe ^).