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zwei Engeln gehalten wird. Die architektonische Umrahmung hatgeringeren Werth und wird obendrein dadurch beeinträchtigt, daß dieSchutzpatrone der Stifter die Pfeiler fast ganz verdecken. Auch derBogen ist größtentheils durch zwei schwebende Engel dem Blick entzogen,welche eine oben angebrachte Jnschrifttafel halten.
Die Compositionen der biblischen Bilder sind meist etwas über-füllt, aber in den besseren Bildern ausdrucksvoll, reich an guten Motiven,schönen Gestalten, wirksamen Gruppen. Der Styl erinnert an dieelegante Behandlung der späteren römischen Schule, doch kommen auchBilder vor, die in Anordnung, Faltenwurf der Gewänder und Cha-rakteristik der Köpfe den Einfluß der älteren deutschen Meister verrathen.Die Farbcnwirkung steht bei der Mehrzahl der Bilder auf der Höheder Technik; doch läßt sich in den zuletzt ausgeführten Werken einSinken sowohl im künstlerischen Gefühl als in der Ausführung nichtverkennen. Unter den Darstellungen habe ich schon oben die interessanteSchilderung des jüngsten Gerichtes hervorgehoben. Durch naive Einzel-züge zeichnet sich die Scheibe mit dem Begräbnis; der Maria aus,welche im Jahre 1598 „das Land Schwitz" und „das Land Undcr-walden nitt vnd ob dem Kernwald" gestiftet haben. Apostel tragenden mit einem Bahrtuch verhangene» Sarg, einer der Jünger gehtmit dem Kreuz voran, andere folgen mit brennenden Kerzen, und eineAnzahl von Mönchen und Nonnen beschließt den Zug. Dazu diehausbackenen Verse:
„Von Jüngeren all der Lichnam zartt
Demütigklich begraben ward."
Nicht minder originell ist auf der in demselben Jahr von der„löblichen Statt Fryburg " gestifteten Scheibe der Ansgang der Aposteldargestellt. Vorn füllt der vorsorgliche Petrus aus einem BrunnenWasser in seine Reiscflasche, während neben ihm ein anderer aus einerSchale noch einen herzhaften Trunk thut. Zwei Apostel stehen dabei