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und nehmen mit Händedruck Abschied von einander; andere sind imBegriff sich auf einem Kauffahrcr, der eben die Anker lichtet, einzu-schiffen; die übrigen ziehen mit ihrem Bündel auf dem Rücken, denWandcrstab in der Hand, einen von Felsen eingeschlossenen Hohlweghinan, der in seinen Windungen ihre Gestalten weithin verfolgen läßt.Die Ueberschrift lautet:
„Hie züchend die Apostel guttIn alle Weltt mitt fryem Mntt."
Eine der schönsten Compositionen ist die Krönung der Jungfraudurch Christus und Gottvater, die über einer reichen Landschaft miteinem See schweben, in deren Hintergründe man die Apostel staunendum das geöffnete leere Grab der Maria versammelt sieht. Das LandUri hat diese Scheibe im Jahre 1598 malen lassen. Dazu dieUeberschrift:
„Christus sin Mutter zu Im nimptMitt Lyb vnd Seel wie sich gezimpt."
Zu den reichsten und schönsten Scheiben gehören noch die, welche
1598 Balthasar von Grissach, Gesandter Heinrichs IV. von Frankreich ,
1599 Alphons Casato, Gesandter Philipp's III. von Spanien , 1611Johannes Graf Torriano, Bischcf von Vercclli, Gesandter Papst Cle mens VIII . für ihre Souverainc gestiftet haben. Die meisten und dieschönsten dieser Scheiben tragen als Monogramm ein doppeltes V,welches sich ohne Zweifel auf den Glasmaler Franz Fallcnter vonLnzern bezieht, dessen Thätigkeit wir auf diesen Scheiben von 1592bis 1611 verfolgen können"). Die späteren Scheiben von 1618und 1621 sind beträchtlich roher, mit schwerfälligen Figuren und grob-körniger Zeichnung. Man liest auf ihnen das Künstlcrmonogramm I.1V.