Band 
Zweyter Theil [3].
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1433
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Sandrakk.

S a >i d r a r t.

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ftines unermüdeten Arbeitflcißcs in der bekanntendeutschen Kunstakademie a»s Licht gab, welche,neben ihrem großen geschichtlichen Werthe, sichauch durch die sie begleitende Kunsizierden zu einemPrachtwerke stempelt, dergleichen das DeutscheVaterland, unsers Wissens, kein edleres auszu-weisen hat. Seine Kunstcharakterik, als Malerbetreffend, lesen wir bey Wareler, oberflächlichgenug: Er habe in England Holbeius Manier, undin Italien die Römische Schule nachgeahmt; über-haupt aber mehr Wissenschaft als Genie besessen,so wie es ihm auch oft an Geschmack gemangelt.Die Achtung, weiche man für den Mann von Geistgehabt, habe viel zu dem Ruf des Malers beyge-tragen. Besser heißt es bey von Männlich:»Sandrarr sah die Natur in ihrer Größe, undwußte sie auf eine fleißige Art ohne Aengstlichkeitnachzuahmen. Seine Färbung ist wahr und kräftig,feine Compvsition reich und natürlich; die Zeichnungaber gewöhnlich schwerfällig und ohne Zierlichkeit,welches seinen Figuren oft eine etwas riesenmäßigeGestalt giebt". Sein Geschmack fiel in den Carra-vaggischen Styl (Lipowsky). In Deutschland besitzen von ihm die Galleric zu Wien : Eine io^hohe und breite Abnehmung vom Kreuz; eineVerlobung der H. Catharina, in einer Landschaft,mit verschiedenen Heiligen, ein kleines Bild aufHolz; ein allegorisches Bild: Die Weisheit unddie Zeit (Pallas und Saturn) nehmen die Künstein ihren Schutz, die, von dem Neide verfolgt,sich zu ihnen flüchten; Kniestück von lebensgroßenFiguren, und endlich das Bildniß eines altenMeßkunstlers. — München hat 17. seiner Bilder;darunter: Den Tod der H. Jungfrau, ein großes,und hinwieder ein von St. Cajetan bewirktesWunder, ein ganz kleines Bild; vier Damenbilder(das lebensgroße einer sitzenden Klosterfrau); danndie zwölf Monate (ehemals in Schleisheim), inallegorischen Halbfiguren über Lebensgröße, welcheauf die charakteristischen Beschäftigungen, Freudenund Beschwerden jeder dieser Jahrsabtheilungenanspielen, so recht im hausbacknen deutschen Ge-schmacke der Zeit. — Schleisheim würde (nachdem Katalog von 1776.) noch heut zu Tage besitzen:Ebenfalls einen Tod der H. Jungfrau, von demzu München verschieden, ein ungeheures Bild von21^ 9" Breite, und »Z^ r" Höhe; Petri Fischzugund eine reuende Magdalena, ebenfalls großeBilder. Dann kleinere: Den Traum Jacobs;St. Anton von Padua, der das Christuskind indie Arme empfangt, und den H. Schutzengel, derein Kind an der Hand führt; den anbrechendenTag und die Nacht, in zwey allegorischen Figuren,wie es scheint in gutem Geschmacke; Demokrit undHeraclit; vier Köpfe, welche die vier Hauptwindedarstellen sollen, und endlich (von SandrarrSeltenheit) eine Landschaft. — ^aizrhalum hattevon ihm ein einzelnes Küchenstuck. Von Kirchenin Deutschland weisen z. B. von ihm auf: ZuMünchen die nunmehrige Hofkirche St. Cajetan :Ein meisterhaftes Altarblatt mit über 60. großenFiguren, das den gedachten Heiligen darstellt, wieer 166b. die Stadt Neapel durch seine Verbitte vonder Pest befreyt (man kennt eine eigene Beschreibungdavon); dann die Kirche U. L. Fr. den Englischen Gruß, St. Johann den Täufer und St. Cäcilien ;die Kirche St. Peter: Joseph und Joachim; dieehemalige Seminarkirche: Maria mit dem Kinde;die Hauskapelle des Grafen von Preißing: Deu Englischen Gruß; zu Regensburg die Domkirche:Die Uebergabe der Schlüsselgewalt an Petrus ; St.Emeran: Den Markyrtod dieses Heiligen (itM.),und den Englischen Gruß; zuBamberg die Dom-kirche: Das trefliche Nachtstück der EnthauptungJohann des Täufers (i 65 s.) und St. Cunigunde;zu Salzburg die Domkirche: St. Anna und CarlBorromäus ; zu Elchstädr dieSt.Walpurgiskircheein Zcs hohes Altarblatt: St. Walpurgis, wie ste

nach der Apokalypse (?) die himmlische Hochzeit mitdem göttlichen Lamme hält (im Vorgrunde brachteSaudrarr sein Bildniß an); zu Landshut St.Sebastian: Diesen Heiligen; die Hofkirche Eben-denselben, und eine Aposteliheilung; zu Freyflngdie Domkirche: Joachim und Anna, und die ehe-malige Stiftskirche St. Andreas: Diesen Heiligen;zu z^euburg die untere Stadtpfarrkirche: DieKrönung Mariens, die obere einen Sr. Petrus,und ein Seitenaltarblatt, den St. Sebastian. —Zu hJürnberg dann hängt auf dem Rathhause vonihm: Das Bildniß der Königin Christin«; haupt-sächlich aber das schon oben erwähnte große Frie-densmal , welches Pfalzgraf Carl Gustav i6gg. dorrgehalten, mit 5 «. Bildlichen, die an dieser Tafelgesessen. L'porvsky. Aus Doppelmayr S. 242 —/»6. holen wir über unsern Künstler noch Folgendesnach. Zu Rom wohnte er im Hause des MarcheseJustiniani, leitete die Zeichner und Stecher zu derbekannten in i 6 Z 5 . erschienenen 6alIerls)uZttniana.und arbeitete mit selbst daran *). Dort malte erauch: Den Tod Cato's von Utica, einen St. Hie-ronymus, eine büßende Magdalena, die der Kar-dinal Barberini dem Könige in Spanien schenkte,und eine H. Familie, weiche post varios casusin die Kapelle des Kardinals von Richelieu kam.Nach siebenjährigem Aufenthalte in Italien war esibZ 5 . wo er nach Frankfurt zurückkam. Damalsmalte er jene zwölf Monate, die Allegorien vonTag und Nacht, und ein kleines Altarblatt (H.Familie) für die Kapelle zu Schleisheim. Währendseines Aufenthalts zu Stockau fertigte er, nebenAndern» für die Domkirche zu w»rzburg u. L. Fr.Schutz, und eine Abnehmung vom Kreuze; undsieben große Altarblätter für das Kloster Lam-bach in Ober-Oestreich, auf welche er sein ganzesKunstvermögen wandte (s. sein Leben in der Kunst-akademie S. 2».). Ferner für das Kloster Walt-hausen in Oestreich eine Sendung des H. Geistes,und eine Zukunft Christi zu Gericht; für die Pfarr-kirche zu Linz ein Äbendmal, eine Marter von St.Barbara, und für die dortigen Kapuziner ein Kru-zifix, und U- L. Fr. Schmerzbild; in das HochstiftSalzburg eine Taufe Christi, Maria mit vielenHeiligen, und ihren Abschied von der Welt; fürSt. Stephan zu Wien eine Kreuzigung (einesseiner Hauptbilder); für das Fyauenkloster Sr.Joseph daselbst das Christkind mit dein PflegevaterJoseph; für das Profeßhaus der Jesuiten : DieVermählung Josephs und Mariens, eine Fluchtnach EgYPten (Nachtstück), und Christus unter denLehrern; für das Schottenkloster eine Kreuzigung,und die Marter St. Peter und Pauls; nachwertszu Augsburg für eben dieses Kloster eine himmlischeGlorie. — Der erste Haupttheil seiner Akademieerschien 1675. der zweyte 167g. Diesen folgten1680. seine i^timirancla 8culpturR, mit dem la-teinischen Texte des Professors C. Arnold nach desKünstlers deutschen Handschrift übersetzt; ferncrS(Lost.) die Iconoloßis Oeorum in deutscher Spra-che; endlich (1682.) die Gebäude des alten und neuenRoms und ihre Brunnen, Alles Arbeiten, die,nach seinen Zeichnungen, meist von treflichenStechern (C. A. Amling, R. Collin, G. C. Eim-mart, L. Heckenauer, P. Kilian, Jac. und Joh.Jac. Sandrart, I. I. Thourneiscr, I G. Wald-kirch u. a.) geliefert wurden. Um jenes sein Haupt-werk auch dem Auslande bekannt zu machen, ließer solches namhaft vermehrt (ibd'ä.) von C.Rhodius ins Lateinische übertragen; und ebendieses, wahre Fruchtbringende Werk war es, demer seine Aufnahme in die Gesellschaft dieses Namenszu danken hatte. Noch in hohem Älter malte er fürdas oben erwähnte Kloster Lambach einen TodChristi am Kreuz, und ein Pfingstfest, und vollen-dete (schon ein Sieben und Siebenziger) sein jüngstesGericht, auf welches er ein siebenzehnjährigcsStudium verwandt hatte "). In der Erabschrift,

2) Die Name» sämtlicher Zeichner und Stecher dieses, im Grund eben nicht mehr schätzbaren Werkes, das inzwey Foliobänden z-i. Bl. enthält, s. in Heinecke's l<w«, gc-nriLle p. 509. » wo bemerlt wird, daß diePlatten ju seiner Zeit noch vorhanden senn mußten, und irgendwo (wir denken, schlecht genug) neu abgedrucktwurden. Mit Alle dem setzt Fournier'« Dictl'onnair den Werth davon noch um 200. V. au.

22) Wo solches hingerathen sey, wird uns von Dovvrlmajitt nicht gesagt. S. auch: Akademie Th. tt. S 91 .

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