An den Leser
^uf S. I44<r. des siebenten Abschnittes gegenwärtiger Zusätze, verhießen wir: Daßder dort einsweilen weggebliebene Art. Raphael Sanzio am Schlüsse dieses Abschnittesfolgen werde; und da dies aus mannigfaltigen Gründen nicht geschehen konnte, wieder-holten wir am Ende der Vorrede, daß wir unsere Schuld spathestens in dem nächsten(achten) Abschnitte nachtragen wollten. Auch dieses Versprechen blieb, der Zeitumständewegen, unerfüllt. Endlich lösen wir unser Gelübde; mögen wir uns nur in der damalsgenährten Hoffnung nicht getäuscht haben: »Daß unsere Leser bey dieser gedoppeltenVerspäthung eher gewinnen als verlieren sollten".
Die hier ff. 24. Bogen sind die Arbeit von zwey vollen Jahren; der Verfasser zählt siezu den schwierigsten, aber darum nicht minder zu den genußreichsten seiner Bemühungenum die Kunstgeschichte; Beydes wird auch aus der flüchtigsten Ueberschauung leichtersichtlich seyn. Bey dem geschichtlichen Theil ist von ihm wesentlich die Biographie vonVasari zum Grund gelegt, und selbst die oft wunderkrause Reihung der von dem biedernGiorgio angeführten Thatsachen beybehalten, dann aber das mannigfaltige Berichtigendeund Erläuternde, theils im Texte, theils in Anmerkungen beygebracht, und dergestaltvon dem Urtexte scharf abgesöndert worden; damit einerseits aus dieser Sönderung. erhelle:Wie so viele Goldkörner aus jener reinen Urquelle, von den bisherigen Biographen unsersKunstlichts noch völlig unbeachtet geblieben sind; und hinwieder anderseits, um vafari's fastunerklärliches theils gänzliches Stillschweigen, theils vielleicht noch unerklärlicheres Hingleitenüber einige der vorzüglichsten Staffeleybilder von Raphael, und zwar namentlich auch solcherbemerkbar zu machen, welche ursprünglich nicht für das Ausland gefertiget worden.Eine Nachlese von alle dem, dessen der Lloreneinifche Biographe ganz keine Erwähnungthut, nimmt S. 4o—66. somit den vollen Viertheil dieser ganzen Arbeit ein.
Auf diese Nachlese folgt S. 66 — 84 . der Kern alle desjenigen, was theils in denMengsischen Werken, theils in den Meyerschen Aufsätzen in den Propyläen, undeben so bey einigen andern ältern und neuern Kunstrichtern verschiedener Nationen undZungen über Sanzio'o Kunstcharakter enthalten ist — was aber mit jenem zuerst genann-ten Deutschen Golde kaum in Vergleichung kommen kann; so wie endlich der läreTrompeten - und Posaunenschall von Raphaels eigenen Landesleuthen über ihn, so gutals ganz nicht zu beachten ist. .