Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1435
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Sand rar t.

Ä. ie Clerc; dann Mehreres für die Kuustacade-mie seines Großoheims. Ferner bey winkler:Die Medaillons der beyden Joachime von Sandsrart; das schöne Titelblatt zu B. Carpzow's lu-risprullentln Lorensls; der deutsche Reichsadler/der feine Blitze auf das Türkcnheer schleudert —Alle dies nach eigener Erfindung; und nach W.Schupart von Ehreustein fünf Architektur- undPerspektiv - Blatter, wieder für die Akademie.Noch nennt Hemecke II. 487. von ihm den Man»,welcher den Vater trägt, aus dem Jncendio delBorge nach Raphael (1622.) und Malpö eineH. Familie, nach seinem Oheim Joachim. Hin-wieder gab L. Heckcnauer nach ihm ein Blatt:Das personifizirte Deutschland , das aus Miner-vcns Hand das kleine Bild einer römischen Vic-toria erhält.

— — (Philippine von), Stiftsdame zu Halle,ward in 1811. wegen ihrer ausgezeichneten Ge-schicklichkeit im Sticken, zum ordentlichen auswär-tigen Mitgiiede h" Academie der Künste zu Ber-lin erkiesf. Oeffenrl. Lfiachr. Schon auf demdortigen Salon 1810. sah man von ihr eine büßendeMagdalena, nach Vattoni, in Seide gestickt, wo-mit sie sich rühmlich an eine vorzügliche Kunstge-nossin auf eben dieser Ausstellung (Caroline Fries)reihete. Im Journal des Lup. u. d. Mode(Jun. 1812.8.387.) erscheint eben diese Magda-lena, und neben derselben ein Bettlcrmadchen,nach einem Römischen Gemälde, beyde auf demSalon dieses Jahrs zu Dresden ausgestellt, mitdem beygefügten (sonderbar gedrehten) Urtheil:^Vlrchtkenner und Rennerrnnen s?. wurden durchden malerischen Effekt dieser Stücke überrascht;doch gab man in dieser Hinsicht der Magdalena,die vielleicht weniger Schwierigkeiten darbot, alsdas zweyte an sich undankbare Bild, den Vorzug."

* — — (Susanna Maria von). HeineckeII. 305 . nennt sie irrig I. LN. Gandrarr. Selbstihr' Großoheim legt ihr in seiner Academie dasLob einer geschickten Künstlerin bey. Ihr vor-tcefiicher Personalcharakter machte sie eben so schä-zenswerth als ihre Talente. Vermählt war siezuerst (i 683 .) mit dem Maler I. P. A'uer, dannnach dessen (1687.) erfolgten! Tode (i 8 g 5 ) mitdem Buchhändler Endrer. Den Band ihrer Zeich-nungen und geetzken Blätter, von welchem dasLex. spricht, schenkte letzterer der Nürnberger-Stadt-bwliothek nach ihrem eigenen Hinschied (1718.)Doppelniayr S. 288. Rost I. 278. Theils letz-terer, theils ein Verzeichnis meines scl. Vatersführen von ihr an: Das Bildniß der G. A. Pa-tina; ein Bacchanal, (immosterntum stulce smo-rum); die Versammlung der Götter bey der Ver-mählung von Psyche (2. Bl.): Diese ohne andernNamen, als den ihrigen. Dann eine St. Mar-tina, nach Beretliui; eine sterbende Dido, nachVouet ; Psyche's Vermahlung (12. Pl.) nach Ra-phael, die Aldobrandinische Hochzeit, nach P. S,Bartoli (dies für die Kunstakademie); endlichGrotten und Brunnen, nach le Pautre. Ihr ei-genhändig gemaltes Bildniß fand sich noch 1782.in der schon oft angeführten Sammlung des Gra-fen F. Lack von Firmian auf seinem Schloße beySalzburg *).

* Sandrino (Thomas). Nach Geländelebte dieser Künstler gerade um ein volles Jahr-hundert früher, als das kex. besagt, und starbnämlich i 53 u. was Lanzi (b). bl. III. 258 .) für

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das Wahrscheinlichere hält, und aber zugleich (wi-dersprechend) sagt: Daß Oct. Viviani (blühete um16Z0.) dessen Schüler gewesen sey.

* Sandra (Jacob di). Lanzi (L. bl. l. » 36 .)nennt ihn einen Gehülfen deö Buonaroti bey des-sen Frescoarbeiten zu Florenz .

*Sandrvoct, s. Sandvoecr und Sand-voork.

Sandps (F.). Ob ein englischer ausüben-der Künstler, ist uns unbekannt, gedachte um 1806.ein Werk über die antiken Bauarten aus Licht zustellen, worin er hauptsächlich von der Methode derAlten, mit Back- und gehauenen Steinen zu bauen,handeln wollte. Oeffenrl. rJachr.

Sane (I. P. ). So heißt bey Gaulr de St.Germain S. 272. ein uns sonst ganz unbekann-ter Maler neuerer Zeit, dessen erste öffentliche Ar-beit den sterbenden Socrates darstellte, der mit seinenFreunden von der Unsterblichkeit spricht; eine Arbeitvon vortreflichem Geschmack, das von diesem Künst-ler die größten Hoffnungen erweckte; worauf er nachRom gieng, dann aber, ohne eine einzige zu er-füllen (?) nach Paris zurückkam, und (accablöä'instrmltös) dahin starb. Jenes einzige von ihmbekannte Bild hat H. Danzel gestochen.

Sanese (Gilio), s Gilio in künftigen Nach-tragen.

* — — (Auguflin und Angelus). Dieselbenlebten noch - 338 . Wer (heißt es bey LanziÜlst-I nov. I. 6. 8. V. 8iena) das Grabmaldes Bischofs Guido von Arrezzo mit derMenge kleiner Statuen und so vieler Geschichtenaus dessen Leben in Basrelief gesehen hat, wirddaran nicht allein die Zeichnung des Giotto, derdas Ganze erfunden, sondern auch die Ausfüh-rung durch ermeldte Prüder bewundern. Vielesganz von ihrer eignen Erfindung dann sieht manzu Orvieto, Siena, und in der ganzen Lombar -die, wo sie eine Menge Schüler hatten, welcheihrer Bahn folgten, und Italien mit ihrer Arbeitfüllten. Nach ihnen, und der Zeichnung von I.Pisano kannte man, aus dem Verlage von F.Rossi, ein Blatt, welches die Vorderseite derHauptkirche von Siena darstellte.

* Sanfelice (Ferdinand), welcher im Lex.8. v. J'elice erscheint. Hier fügen wir noch hinzu,was Lanzi (L. bl. II. 558 .) sagt: Derselbe seyseinem Lehrer Solimena , bey dessen überhäuftenArbeiten unentbehrlich geworden, weil niemand(man merkt nicht recht, ob seines hohen Standesoder seiner Kunst wegen) die Anerbietung einessolchen Stellvertreters ausschlagen durfte. Unterder Leitung seines Meisters sey er dann wirklichzum Namen eines geschickten Geschichtmalers ge-langt. Landschaften und Früchte habe er aus Lieb-haberey, und Perspektive vortreflich gemalt. Auchsey er im Ruf eines bedeutenden Architekten ge-standen. Ob letzteres mit Grund, läßt dann frey-lich die Anekdote im Lex. bezweifeln. Nach Mi-lizia (L6K. terrc. II. 827—18.) war es aus Versanlaßung, daß man ihm beym Absterben Carl II.die Errichtung eines Catafalks auftrug, daß er sichauch auf die Baukunst legte, und besonders durchErfindung allerley seltsamer Stiegen sich einenNamen erwarb. Nach seiner Zeichnung wurdenferners die Jesuitcrkirche, diejenige von Maria

*) Die kurze Stammtafel dieses berühmten Künstlergeschlechtes ist somit folgende:

1. Joachim von Sandrart , der ältere.

2. Jacob und Johann, seine Neffen; ob Söhne von Einem oder zweyen seiner Brüdcr, ist uns unbe-kannt.

2. Johann Jacob, Joachim der jüngere und Susanna Maria, Jacobs Kinder.

4. Uoreiiz, Johann Jacobs Sohn, der in diesen Zusätzen nicht erscheint, und von dem auch das Ler. unterdem Art. seines Paters wenig zu sagen weiß.

Jacob überlebte seine beyden Söhne; seine Tochter ihn bloß um acht Jahre. Wenn der letzte bekannte Knnstspröß-ling des Geschlechts. Eorenz (dessen Geburt nicht wohl früher als in «675. fallen kann) gestorben ttv, ist unsganz unbekannt. Ob die Sti'stsdame von Halle zu derselben Familie gehöre, wünschten wir wohl zu erfahre».