i4?6 Sehe drin.
Schedriil (Simon), Landschaftsmaler undMitglied der Künstlerakademie ju St. Peterburgum 1776. In der Kaiser!. Galerie siehet manN°. 2077. 78. ein Paar Thierstücke unter diesemNamen. Bernoulli IV. iZo.
Scheel ( ). Ei» Kupferstichverzeichniß nennt
dergestalt einen Kupferstecher, und führt von ihmein Blatt, Ealadin, nach Piazetta an.
Scheele (Joh. Gottfried). So heißt im:Eebende»i Röntg!. Dresden von 170g. (sowie noch in andern Notitzen), ganz ohne Weite-res, ein damaliger Maler daselbst. Ob er viel-leicht mit dein unten folgenden I. G. SchieleDerselbe seyn möchte?
— — ( ) xin Maler zu Hannover in 1800.
Ein gelegentliches Avertissement in den Han-näverschen Anzeigen, Jahrg. 1800. N°. 74 -S. 2221. nennt uns seinen Namen ohne Weiteres.
* Scheemaker (Heinrich), der Bildhauer.Don ihm kennr man Vieles, was seiner nicht wür-dig ist; aber sein Besseres zeugt nicht minder vongroßen Fähigkeiten. Sein Ausdruck ist belebt undabwechselnd, ^c.
Scheerhöfer (Johann Jacob) , s. untenScherhofer.
Schef (I.), siehe den unten folgenden Jo-hann Schefter.
Scheffauer (Philipp Jacob von), geb. zuStnttgardt 17H6. Schon in seinem Sechszehntenwurde er in die damalige Militärakademie (jetztHohe Carls-Schule) aufgenommen, wo sich seinentschiedenes Talent für die Bildhauerey entwi-ckelte. In dieser Anstalt erhielt er siebenmal denPreiß, und blieb dort bis 1780. wo ihn der Her-zog zum Hofbildhauer ernannte, und ihm einenGehalt aussetzte. Bald hernach bekam er die Er-laubniß zu einer Kunstreise. In Paris verweilteer zwey Jahre, und errang sich bey der Königl.Französ. Akademie eine Schaumünze für das Mo-bcllircn nach dcr Natur. Dann wandte er sichnach Rom , und bildete sich hier durch fünfjähri-gen Aufenthalt zum vollendeten Meister aus (dortbefand er sich wenigstens noch 1787 ). Daselbstverfertigte er für den Herzog zwey marmorne Sta-chen in Halblebensgröße (Winter und Frühling *)),und fieng noch ein treflich componirtes BasreliefcKomvedie mit der Poesie) an, das er nachher inStuttgart vollendete. „Diese drey Bilder" (heißtes in seinem Nekrolog im Tübing. Morgeubl.1808. E. 110b.) »würden allein hinreichen, ihmeinen dauernden Namen zu sichern''. Die Aka-demien zu Bologna , Mankua und Toulouse er-nannten ihn zu ihrem Ehrenmitgliede. Gegen End1789. wurde er in sein Vaterland zurückgerufen,um als Professor der bildenden Künste an der erst-genannten Schule angestellt zu werden. In derFolge arbeitete er, trotz einer langen Kränklich-keit, mit unermüdetcm Eifer sowohl für die Auf-rräge seines Herrn, als auch für auswärtige Lieb-haber. Von Gestalt war er sehr ansehnlich undund angenehm, von Charakter bescheiden unddienstfertig, gutmeinend gegen Jeden. Nur kör-perliche Leiden zogen zuweilen einen Schleyer vonLüsternheit über seine Aeußerungen (?); sonst blieber immer ein guter Gesellschafter. Auch hatte erviele Anlagen für Musik (l. c.). Des KönigesMajestät hatte ihn zum Königl. Hofbildhauer undRitter des Civjl-Verdienst-Ordens erhoben. Erstarb an einer zehrenden Krankheit iin Nov. 1808.zehn Monate nach dem Tod seiner Gattin, undhinterließ einen Sohn und drey Töchter. Nochin einem andern Nekrolog von ihm lesen wir: „Inden ersten Jahren seiner Bildung schwankte er nochzwischen dem elenden Geschmacke seiner Zeit, undeinem ganz andern und bessern. In Paris fander nicht, was er suchte. Dann aber in Rom
Scheffauer.
(wo er zugleich mit Dannekern studirte). Sein er-stes Werk (ehe er dahin gieng) war eine akade-mische Figur, der man nur an der Krone an demHaupt, und dem dreyköpfigen Hund zur Seiteanmerkte, daß es Pluto sey. Einen ganz andernguten Geschmack zeigte er in allen seinen spä-thern Werken, namentlich auch im Style seinerGewänder, so wie überhaupt eine besondereLeichtigkeit in Behandlung des Marmors. AlsMensch war er ein rechtschaffner Mann, treuerGatte, liebender Vater, redlicher Freund; einfachund aufrichtig, anspruchlos, und gerecht gegenfremdes Verdienst". Als eines seiner frühestenWerke wird von ihm um 1787. von <t. L. Junker(Meus. Mus. II. 7».) eine Blumengötun (wohlsein schon oben erwähnter Frühling) genannt, unddabey ausgerufen: „Ganz nach griechischem Hoch-gefühl"! Um 179g. gab ein Reisender in Eben-d e ss. Vl. Mus- 068—72. Kunde von den Arbei-ten, die er damals in Scheffauer« Werkstättefand, ausführlich beschreibt, und mit unbeschränk-tem fast posaunenarligem Lobe belegt, das dembiedern Künstler wohl »linder, als dem Verfassergefallen konnte. Es war eine 6' hohe Statüeder Dichtkunst, welche für das neue Schloß be-stimmt zu seyn schien; dann ein, aus Auftrag derverwitlwelen Herzogin Francisca verfertigtes 9^hohes Denkmal Zollikofers; noch im Modelle eineliegende Venus, welcher der neugierige Amor denSchleyer aufhebt; Büsten des damals letztver-siorbenen Herzogs, Scheffauer« ersten Wohl-thäters, und des Professors Obcrthür von Würz-burg; endlich angefangen: Eine über die Ascheihres Gemahls weinende Artemisia, in einem klei-nen Basrelief. Um 1796. kaufte der damalige Her-zog Friedrich Eugen die erwähnte Büste seinesVorgängers für 80. Karoline. Damals sah manbey dem Künstler: Zwey kleine niedliche Musen;die Büste einer Cleopatra; Perseus mit dem Me-duscnhaupt, in einem 2^ 5 " Zoll hohen Basre-lief; Achill , dem die Asche des Patroclus gebrachtwird, und Arria und Patus, ebenfalls Basre-liefs. Jene schlafende Venus wurde jetzt in Mar-mor ausgeführt. Um diese Zeit hatte der Seligeauch das Verdienst, zweyen talentvollen taubstum-men Jünglingen aus der Schweiz Unterricht zuertheilen (Ebendess zsl. Misc. 116—19.und VII. 909-41.). Um 1798. lesen wir Eben-das IX. 10Z. als von dem Künstler zum Kaufausgeboten:
Ld'or.
Die nun vollendete schlafende Venus in Marmor,
4' lang, uin 250.
Ariadnc und Theseus , dem sie den Knaul bietet,Basrelief, z' 5 </r" hoch, 2' 2 1/2" breit, um ioo.
Orest nach dem Tode seiner Mutter Klytemnestra ;sie ist eben gesunken; er deutet auf den todtenCgisth, ebenfalls Basrelief, 2> z 1/2" hoch,
1' 9" breit, um 60.
Drey halb lebensgroße Kövfe eu Medaillon:Weisheit, Liebe und Wein in einer allegori-schen Einfassung, mit der Aufschrist: «Nurunter dem Zepter der Weisheit sind wir deineWvhthäter", mn 25.
In Arbeit hatte er damals noch:
Die über Phaons Untreu in Schmerz versunkeneSappho, und, als Gegenstück: Ariadne aufNaros, in Hautrelief, jedes um ioo.
Um 1799. sah man bey ihm ein neues Basre-lief: Orest, wie er Elektra seinen vorgeblichenAschcnkrug übergicbt, gut beurtheilt in denMisc. XI. Z07—8. — In 1804 lesen wir irgend-wo, arbeitete er an einem Denkmale Klopstocks,für dessen Wittwe. — In 1807. hatte er einenGanymed vollendet, und arbeitete an einer Hebe(Tüb. Morgenbl. 6. u. S. 5>2.). Um die-selbe Zeit sah' man sein 4^ hohes Denkmal dcrFreundschaft, womit ein Fürst die erprobte Treueeines auserwahlten Vertrauten (beyde werde» nichtgenannt) belohnt; dies für das Königl. Residenz-schloß in Stuttgart (im Umrisse abgebildet I. c.
n) Letztrer ohne, Zweifel dasselbe Bild, welches die Schrift: winkelnmnn u. s. Jahrh. S. 255. eine V bohrgefällige Figur der Flora, glatt uud fleißig ausgeführt nennt.