Schmidt.
§. S. Cheron, Chevalier, Cochin, Desfontaines,Eriksen, I. F. Falbe, Ferdinand, I. C. Fiedler,
G. Flink, G. E. Fontaine, C. Grandon, Guelin,I. P. Henchoz (nicht Heucher, wie Hemecke sagt),I. R. Huber, P. de Lorme, Müller, Nattier ,A. Pesne, Nembrandt, H. Rigaud , I. P. Sau-vage (nicht Savoye, wie Hemecke hat), L. deSilvestre, L. S. le Sueur, I. 8. Tocque, de laTour und C. A. Ph. Vanloo. Dann tragen mehrerekeinen andern Namen, als den seinigen. Für seinMeisterstück von Bildnissen mit dem Grabstichel,wird wohl nicht ohne Grund, dasjenige von Mignardnach Rigaud gehalten. ,7Das Fleisch" (heißt esbey Rost) „ ist mehr gemalt als gestochen, und dieHarmonie in allen Theilen macht ein bewunderns-würdiges Ganzes aus"; dann Pesne's , nach dem-selben; ferner das historirte, i» guten Drückenäusserst seltene der 8. A. de Brandt Baronin vonGrapendorf, der Kaiserin Elisabeth, nach Tocqus,besonders in den Beywerken wunderschön; auchsein allerfrühestes (172g.) von 8. de la Tour d'Au-vergne, Grafen von Evreux , das ihn mit Rechtzuerst in Ruf gebracht; dasjenige des MalersParrocel, nach Rigaud , das zwar von andrerHand vollendet worden; und ganz besonders nochdes gutmüthig schalkhaft in die Welt hinein lachen-den Malers de la Tour, nach diesem selbst. Derbloß seltenen, und noch so seltenen, wollen wirnicht gedenken. Von den gectzten nennen wir hiernur Rembrandts, nach ihm selbst, in der GalerieGerini; Dinglingers nach Pesne ; Schmidtseigenes, mit der Spinne am Fenster, des GrafenAlgarotti und des'Sangers Salimbeni, letzter dreynach eigener Zeichnung. Selbst unter den über 20.kleinen Bildnissen, welche er anfangs zu Paris ,um sein Brodt zu gewinnen, für den Verlag vonOdieuvre gestochen, befinden sich wahre Juwelen.Eigentlich Geschichtliches sowohl als Gattungs-stücke u. s. f. arbeitete er nach F. Bol, F. Boucher,
H. Carracci , C. N. Cochin, Dietrich, van Dyck,G Flink, Girardon, N. 8ancret, A. Ostade, F.du Quesnoy, Rembrandl, Sassoferrato , P.Testa,Tiepolo , und versuchte sich in allen Manieren. Sogab er z. B, die Großmuth Alexanders gegen seinenArzt Philippus nach Caracci in G.^ludranö Weise,und eine Tabagie nach Ostade in C- Visschers seiner;Champagae's Bildniß war die eigentliche Copie vonEdelinks Meisterstück; des Dr. Lieberkühn's seinesetztt er in Castiglione's Geschmack. In Rembrandts seinem (zum Theil völlige Copieu nach demselben),weißt man, wie so viele! Ein solches Blatt vonbesonders schöner Wirkung ist die Auferweckung desLöchterchens Iairi (1767 ). Ueberhaupt kannte er,wie alle achten Talente, das Maaß seiner Kräfte.Bey allmäliger Erschöpfung dieser letzter» an denzahlreichen Werken seines Grabstichels, wandte ersich nun, aber neuerdings als großer Meister, zuder leichtern Gattung mit der Nadel. Doch wareine seiner letzten Arbeiten das Bildniß des FeldsMarschalls und Ministers Katt, ein völlig gestoche-nes; nur noch der Kopf und die Hände von ihm,das übrige von Berger dem Vater. Dem Geisteder Zeit hatte er nur in Frankreich gestöhnt; damalssah' man von ihm, wahrscheinlich auf Rechnungseines Lehrers Larmessin, und zum Theil wirklichmit dessen Namen bezeichnet, z. B. mehrere Fabelnvon la Fontaine: lekauLon, Xicaise, ä kommesvsre Oalant euerem; dann: la belle Orecque,le Bure amoureux, und: les princlpaux ker-sonnaAe8 üu Nbeatre Italien, alles nach seinemfrühesten Gönner in Paris , dem semper lustigenLaueret. Endlich haben meist copirt nach seinenBlättern: T. Devaux, Ficquet, C- A. Litlrct, I.van Schley u. a. Ein einziges seltenes Bildnißkennen wir (des Dr. Moehscns) welches mit:8ckmiclt plnx. bezeichnet, und von Krüger ge-stochen ist. Endlich, um alle Wahrheit zu sagen(denn: Nichts ist so klein gesponnen — hieß eS bey
*) Dies zu Berichtigung des oben nach Heinecke Erza '12 ") Was sich junge Künstler besonders zu merken haben!222) erst alsdann.
Schmidt. igi
den ehrlichen Alten — es kommt endlich an dieSonnen!) belehrt uns (etwa mit Ausnahme desWerks von Erayen) der einzige Katalog vonBrandes von einem satyrischen Blatte unsersKünstlers, mit der Ueberschrift: Gefängniß dergewinnsüchtigen Copisten, welches den Kupfer-stecher Schleu (wohl Schienen) im Gefängniß,und den kleinen Schmid (?) ebenfalls Kupfer-stecher, der so eben dahin geführt wird, darstellensoll, und womit der unsrige sich an diesen Kunst-dieben habe rächen wollen, „ was ihm aber" (heißtes dort) „in keiner RückstchtEhregemacht". Auchsey es von der Berliner-Polizey corifiscirt worden,und daher von äusserster Seltenheit. — So ebenstoßen wir noch inMeusel' s Mus. X. 354—62.auf eine, wie es uns scheint, gute Beurtheilungdes uns sonst, wie schon erwähnt, unbekanntenRaisonnirenden Verzeichnisses von Crayen, worindemselben für Ordnung, Vollständigkeit und Ge-nauheit vor dem Heineckschen der entschiedeneVorzug ertheilt wird. An der Spitze desselben fin-den sich ebenfalls gute Notitzen aus SchmidtsLeben, woraus wir noch Folgendes nachholen:„ Nach Paris gieng er mit Hoeder (?) einem jungenMaler aus Bern. In Straßburg gesellte sich zudieser Reise auch Wille; und daher schreibt sich dieFreundschaft, welche stets zwischen den beydengroßen Künstlern bis an das End des (dreyßig Jahrefrüher) Vorausgegangenen fortgedauert hat. Vorseiner Abreise von Berlin hatte sich Schmidt denndoch *) über 100. Rthlr. durch das Bildniß desPatriarchen Dorostanus von Konstantinopel er-worben; von diesem Gelde hatte er noch einengroßen Theil, als er nach Paris kam **). Nachdem dort errichteten Vertrag mit Larmessin, mußteer für seinen Meister arbeiten; allein er stand auf,wenn noch Alles im Hause schlief, und nahm danndie Sonn - und Feyertage hinzu, auf welche Weiseer Zeit gewann, auch »och für Odieuvre die be-kannten Blatter zu liefern, wofür ihm freylich bloß20. Livr. bezahlt wurden (in unserer güldenen Zeitwürden sie das Zehnfache gelten); allein Schmidtsagte: Man inuß studiren, man muß Geld haben,und sich ***) in Freyheit setzen. Zu dem Endmiethete er ein Zimmer, in der Hoffnung, sich da-durch den Ruf eines für sich bestehndeu Künstlerszu erwerben. Allein lange noch wollt' es nicht gehen.Larmessin indessen zahlte ihn noch besser als derKunsthändler; von beyden erhielt er nie über zwölfAbdrucke mir seinem Namen. Endlich wurde erBeyder überdrüßig; zumal die Erzählungen von laFontaine für seinen Meister, stach er nur ungcrnc.Sein LieblingSsach war und blieb das Bildniß.Mit demjenigen der Kaiserin Elisabeth war dieseMonarchin, die es noch sechs Tage vor ihrem Hin-sehest) zu Gesicht bekam, so wohl zufrieden, daßsie befahl, dem Künstler ein Geschenk von inoo.Dukaten zu machen; der erfolgte Tod aber verhin-derte die Ausbezahlung. Von diesem Bildniß wirdbey Erayen die Anekdote erzählt: Die Kaiserinhatte eine sehr kurze Nase, undTocque hakte sie sogemalt, wie er solche — gefunden; allein die Selbst-herrscherin wollte sie länger haben, und Schmidtsetzte daran, so viel ste's verlangte. Als Tocquedas Blatt sah', wurde er sehr aufgebracht, und be-hauptete, er kenne sein Bild nicht mehr. (WelcherCasuiste sagt uns, wer von den Beyden Rechthatte?)". Schmidt den Mensche», charakterisirtErayen so: »Er war ein rechtschaffner Mann,ein Freund der Ordnung, nicht eifersüchtig aufandre Künstler, ein Liebhaber der Lectüre und einesmuntern Witzes; ein guter Haushälter, ohne geitzigzu seyn". Seine Schüler waren : Ficquet, Tsche-masoff. Ant. Aug. Beck, und Daniel Berger- Allesübrige in dieser Biographie ist von Heinecke ent:lehnt. Der darauf folgende raisvniürte Katalogselber wird I. c. wie schon gesagt, sehr gepriesen:„Der Jifiihalt eines jeden Blatts ist genau angege-