Band 
Zweyter Theil [3].
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1522
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1522 Schmuzer.

zweyer Blätter beschäftigt, die in ihrer Art einzigseyn werden; deren eines einen durch Buxen vomFelsen herabgestürzten Gemsebock, das zweyte ver-schiedene beysammen befindliche Raubvogel vor-stellt*); eine Wahl von Gegenständen, die vondiesem Künstler, der bisdahin so viel Vorliebe fürdas historische Fach gezeigt hat, ganf unerwartetwar. Inzwischen hat die Kunst dabey nichts ver-loren , weil er durch diese Unternehmungen zeigenwollte, daß man, auch ohne Hülfe des Etzwas-sers, mit der Zierlichkeit in der Behandlung über-haupt, auch das Charakteristische so wohl derfesten und leichten als der rauhen und glattenKörper, und selbst der Luftpecspektivr, auf eineso wohl leichte, kontrastvolle als harmoniöse Artvereinigen, und die nämliche Wirkung dabey her-vorbringen könne, die man sonst von der Radir-nadel zu erwarten gewohnt ist; und meines Er-achtens hat der Künstler hierin seinen Endzweckso viel möglich erreicht. Das eine dieser sehrschönen Blätter ist schon seit geraumer Zeit vollen-det, wird aber bis zur Endigung des zweyten,als des Seitenstücks, nicht ausgegeben." Vonder wirklichen Erscheinung derselben haben wirseither nichts vernommen. Dieser vortrefliche Künst-ler lebte unsers Wissens noch i,8ii. Lonk. nochüber ihn: N- B«bl. d.schön.wissensch. XX. 3 oo.u. ff. — de Luca's gel. lGestreich I. (2.) 35 c».u.ff. ss.V. ZZock's und MosersSanrmIungvon Bildnissen Gelehrrer und Bünftler, HeftIX. (r/gZ.), wo sich, nebst einer Biographie vonihm, auch das seinige befindet. Meusel zI. R-L. giebt seine neueste Titulatur wie folgt an:Direktor der Kupferstccherklasse bey der KK. Aka-demie der bildenden Künste zu Wien , wie auchseit 1779 Mitglied der Rußisch-Kays. Akademieder schönen Künste zu St. Petersburg , und seit1788 der Konigl. Preuß. Akademie der bildendenKünste zu Berlin . (Nach Einigen auch derjenigenzu Dresden ). Im Ruß. Hof?alender i8o(,.wird ihm das von zugelegt; und heißt er dort:Kais. Kön. Rath, Hofkupferstecher und Direktorder Akademie zu Wien, Ehren-Akademiker zu St.Petersburg , auch auswärtiges Ehrenmitglied derKunstakademie zu Kopenhagen . Noch bemerken wir(um die Litteratur von den Arbeiten dieses treflichenKünstlers so vollständig wie möglich zu machen)aus dem Wfnklerschen Katalog: Ein Bildniß derKaiserin Maria Theresia in Medaillon, an welchem,wie wir glauben, C. Schytz die Beywerke gestochen;dasjenige des Künstlers F. E. Weirotter, ebenfallsin Medaillon, auf einem Landschaftsgrund, ohneWeilern Namen als den seinigen. Dann einen St.Johann Nepomuck — im Wasser, nach A. Maul-pcrsch Endlich den schönen Hirsch, den der Grafvon Kettler 1774. zu Stampfen in Ungarn ge-schossen, mit deutscher Beschreibung. Hinwiederhat F. L. Langer nach ihm eine fast nackte Orien-talische Figur, die sich mit beyden Handen aufihren Stock stützt, in Schwarzkunst geschabt.

Schmuzer (Joseph), ein Baumeister undStuccadorer aus Wessobrunn , erbauete die schöneKlosterkirche zum H. Kreuz in Donauwerth, undverfertigte auch die Stuccaturarbeit in derselben.Nachgehends stuccaturte er mit Johann Uebelherroder Uebelbor aus Wessobrunn , die prächtigeKlosterkirche zu Ettal in Oberbayern . (Letzterer hatauch, gemeinschaftlich mit F. L. Feichrmafr ausAugsburg , die Hauptkirche nebst Sakristei) desKlosters Dießen in Oberbayern stuccaturt). Hir -schings jIachr. von Kunstsammlungen VI.

Schn abhörst.

Sämtlich diese Künstler lebten in der ersten Hälftedes XVIll. Jahrhunderts. Noch bemerken wir ausHirschlng IV. V. u. Vl. daß in gedachter Kloster-kirche zu Ettal der marmorne Altar, mit seinen 18.Schuh hohen Säulen, von Joseph Lmdner,Steinmetzen in Salzburg , gefertigt wurde. DasSchiff dieser Kircbe malte der „ berühmte" JohannJacob (gewöhnlich nur Jacob) Zeiler, zu Raitaoder Reuta, 1722. mit der Glorie der Heiligen ausdem Benediktinerorden al Fresco; undEbendaselbsteinen Geitenaltar mit dem H. Corbinian ; dann zuBenediktbeuern. in Oberbayern , 1762. die Fresko-malerei) des Kirchleins der H. Anastasia, an derStiftskirche; in der Klosterkirche zu Fürstenzell , inNiederbayern , die Frescomalerey, das 18. Schuhhohe Chorblatk, zwey schöne Bilder in der Sakristei),die Bibliothek gemeinschaftlich mit Marrh. Gün-ther in Fresco, die eine der beyden Hauptstiegenu. s. f. Von unserm Schmuyer dann nennt nochLipowsky Stuccatur-Arbeit in der ehemaligenKlosterkirche zu Polling .

Schnabel (Andreas), ein um 1810. nochlebender Maler zu Gtarenberg im Bayerschen Jsar-kreise, malt Bildnisse und Geschichtliches, und istbesonders in Darstellung von Volksbelustigungenglücklich. In dem Schlosse Kampfenhausen amStarenberger- oder Würmsee hängen von ihm 18.Bildnisse, welche die guten Freunde des damaligenBesitzers vorstellen, die dort jährlich ihre Ferienzubrachten. Die ehemalige Benediktiner -AbtcyAndechs besaß Mehreres von ihm. Anderes hatder Königl. Bayerlche Kreisrath zu Burghausen ,von Göhl, von ihm. Liporvsky.

— — (Johann), ein Baumeister vermuthlichvon Koburg , der, nachdem Elias G.redeler 1690.noch vor Vollendung des Fürstl. Schlosses zu Hildrbnrghausen verstorben war, diesen Bau bis rbgb.ausführte. Rrauß Hildburghausen S. 3 . Vonihm gezeichnet, kennt einer unsrer Freunde (auf2». zusammengesetzten gewöhnlichen Bogen) einensehr großen Grundriß der Stadt Koburg undumliegender Gegend, in »672. gefertigt; dann einegezeichnete große Karte der Fürstenthümer Gotha ,Altenburg, Koburg und der Grafschaft Henneberg .Beyde Blatter beweisen, daß Johann, der ver-muthlich zu der Familie des folgenden Michael sgehörte, auch in der freyen Handzeichnung sehrgeschickt war.

— — (Michael), ein Maler, der um dieMitte des XVll. Jahrhunderts, vermuthlich zuKoburg lebte. Johann Dürr hat das Bildniß desdasigen Superintendenten L. Seisart nach ihmgestochen.

— — ( ), ein Steinmetzmeister zu Alten-

burg in Sachsen . Don ihm wissen wir nur, daßer in 1728. einen andern dasigen Steinmetz , NamensHausrvald, in einem Weinhause mit dem Degenerstach. Beusi Jahrbücher der Stadt Alten-burg III. i 5 o.

— — ( ), Rathskämmerer zu Dresden ,

ein Münz - und Medaillen-Dilettante, dessenSammlung, wovon das gedruckte Verzeichniß 211.S. im größten Octav betrug, in 2807. versteigertwurde; und nicht unwahrscheinlich ein ansehnlicherTheil derselben nach Norden kam. Tüb. Mor-genbl. 1807. S. 40.

Gchnadhorft (JohannFriedrich), s. rIeu-bourg (Johann Heinrich) in den gegenwärtigenZusätzen.

') Vertuch (Reise nach Wien ll. 7. iz. seq. 70. wo überhaupt Mehreres von dem Leben des würdigenMannes aus seinem eignen Munde erzählt wird) rubrizirt diese Blätter wohl etwas genauer: Eteinböcke, vonLuchsen verfolgt, stürzen sich von einem Felsen herab, nach Ruthard, aus der Galerie Lichtenstein, und ein Adlermit einem Fuchs in einer Kluft, nach Suepders, im Besitze des Hofraths von Virkenstock. Auch damals (1805.)waren diese Blätter noch nicht in den Kunsthandel gekommen. Hingegen nennt verbuch, als seine neuestenArbeiten um diese Zeit: Nach Rubens die Familie desselben, und den ungläubigen Thomas; dann etwas »achGuido, Alles für das Prachlwerk des Musee Fran;ois, und bemerkt dabei»: Daß er noch immer vorzugsweisedie Rubensische Kraft nachzubilden verstehe. Dort werden endlich auch seiue beßten Schüler angeführt; vonältern C. Kohl und O.. Mark; van neuern Leicher, I. V. Kauverz, I. Fischer, L. Maillard, I. Boehmund Richter.