Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1528
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iZ2Z Schnorr.

ist sauft und edel, und seine radirten Blatter,größtcntheils nach seiner Erfindung, sind mir einergeistreichen Nadel ausgeführt. Im I. 1802. unter-nahm er eine artistische Reise nach Wien und Paris ."An 1800. befand er sich wieder in Leipzig , undlebte noch dorr 1811. als Universitäts-Zeichenmeister(3. h. als öffentlicher Lehrer an der Königl. Säch-sischen Akademie der bildenden Künste daselbst).Bey Mensel l. c. werden von 1/92—1806. datirtvon ihm eine Menge Blatter , theils nach eigenerErfindung, theils nach Andern, wie nach Geßner,Earol. Oelsseu und L. H. Rost angeführt. Darunterscheint zu dem Bedeutendsten zu gehören: Einpunktirter Kopf des, Grafen Igna; Potocki, inantikem Styl (1790.), und einige Blatter zurPrachtausgabe von Klopstoeks Werken. Uebcrhauptarbeitete er meilk für die Buchhändler. Dann sah'man von ihm Zeichnungen auf den Kunstsalons zuDresden . So z. D. 1800. Raphaels Tod, welchevon Kennern sehr gerühmt wurde. Deutsche Bunftbl. 8°. II. S. 1 j.— 45 . Ebendaselbst heißt eshingegen: Daß sein neuer Theatervorhang zu Lepzigbey Weitem den Posannenton nicht verdiene, welcherin einem beliebten Journale darüber angestimmtwurde. In 1801. ein geetztes Blakt: Der ruhendeMars (der Waffenstillstand), das sich überhauptdurch gute Zeichnung empfahl, dann aber die armenGenien darin bemitleidet sind, welche sich die Er-richtung eines Siegszeichens sehr sauer werdenlassen, und dabey bemerkt wurde: „Herr Schnorrscheint vergessen zu haben, daß nicht Alles, waskindlich aussehen soll, die Kraftlosigkeit des Kin-dischen haben dürfe". I. c. IV. S. 5 i. In 180Z.wieder drey geschichtliche Zeichnungen, welche, dieeine für die Prachtausgabe von Wiclands Aristipp(3. Ii. Ebendasselbe, nach einem seiner Gemälde, fürdie Zeitung für die Elegante Welt i 8 o 5 .128.), die beyden andern für I. S. SiegfriedsSiama und Galmory (,800.) theils gedient hatten,theils noch bestimmt waren. Diejenige für denAristipp, welche den Moment darstellt, wo eineFreundin der Lais, die beym Angeln ins Wassergefallen war, von ihrem Liebhaber gerettet wird,erhalt in der Al!g. Bunstzeit. S. 209-60. fürEomposttion und Ausdruck großes Lob. Eine andreseiner Zeichnungen hingegen für das Titelblatt zumXXXI. Bande von Wielands Werken, gest. vonJohn: Psyche vor einer Weltkugel, die ihr Nach-denken beschäftigt, erfuhr in Mensel'» Arch.I. 1, eine scharfe Rüge. Dann spater (1807.) dieHören, „eigne Eomposttion, bunt getuscht, glück-lich erfunden, und in einem — erhabenen (?) Stylegezeichnet", heißt es, wieder I. 0. II. (Z.) 9. Indemselben Jahre gab er Nachbildungen von Flax-manns Umrissen zur Jlias, zu der Wölfischen Aus-gabe derselben, welche zwar leicht weg, aber übri-gens ziemlich gut gerathen sind. (Beyläufig zubemerken, findet sich eine westliche Würdigung dervon Einigen allzuhoch geschätzten FlaxmannischenUrbilder in der Jen. A. L. Z 1809. N°. 2H0.) —In 1809. die Zeichnung zu dem allegorischen Titel-kupfer, welches die zu Leipzig bey Boßler erschei-nende Biographie derHarmonica-Künstlerin, Ma-riane Kirchgeßncr zieren sollte. In demselben Jahrdas Titelblatt zu F. Kind's Gedichten (Leipzig beyHartknoch), dies nach Boehms Zeichnung. In1811. für die 12. Blatter: Galerie häuslicherDenkmäler, bey Georg Voß, in Leipzig , welchein öffentlichen Nachrichten dem Publikum — baldbis zum Ersticken aufgedrungen wurde, u. s. f. u. f.Gestochen hinwieder nach seiner Zeichnung, kenntman z. B. das Bildniß des Generals Kosciusko,edeln Andenkens! von I. Mangot (1794.). Eonf.Seume über ihn, im >J. Teutschen Merk. 1800.VI. i 5 z - 65 . mit einem Vorbericht(von Bärtiger)ioo— 53 . und: Schno rr's Erinnerungen ausseiner artistischen Wanderschaft Ebendas. i8oZ.1 . 6 — 55 . II. 86—98. Das T üb. Morgenbl.1800. S 6/j6. nennt unsern Künstler den Pyladesvon Seume, dessen kenntliches Bildniß von ihm,vor jenes Reise nach Syrakus sieht. In demWinklerschen Gantkatalog wird ein kleines Folio-

Schnorr.

blatt von ihm, eine Allegorie unter der Rubrik:Uuse ü'Amour, für den Stich sein Hauptblattgenennt. In 1810. gab er bey Göschen zu Leipzig einen: Unterricht in der Zeichenkunst, als einGegenstand der feinern Erziehung Zur Bil-dung des Geschmacks für die Hähern Stande,nebst Darstellung der beßren Muster alterund neuer Zeit, 296. S. 8°. mit 61. Kupf. inkl. Fol. (Pr. 8. Thlr. Pränumerationspreiß, jetzt12. Thlr.), was, aus einer Beurtheilung in denGörr. Anz. 1811. St. 178. zu schließen, manchesGute, aber auch verschiedenes Befremdendes ent-halten dürfte. In der Hall. A. L- Z. indeß wirdes: „Eines der bessern Zeichenbücher, z. B. fürDamen" genannt. Noch haben wir von einem unsrerFreunde zu gegenwärtigem Art. folgenden Nachtragerhalten: „Schnorr pflegt, sich auf seinen Blat-tern Schnorr von B. oder 8. v X. zu schreiben;was, wenn wir nicht irren, Schnorr von Bönigs-berg bedeuten soll; die Ursache davon ist uns un-bekannt. In 180). oder 180Z. erhielt er eine Stelleals Unterlehrcr bey der Kunstakademie zu Leipzig ;die er noch gegenwärtig (1811,) bekleidet. SeinUnterricht in der Zeichenkunst beschäftigte ihneinige Jahre. Die Oelmalerey scheint er wenig zutreiben; dagegen desto fleißiger in Wasserfarben,Kreide, in Miniatur und mit der Nadel z» arbeiten.Er, Schubert und Ramberg sind, in unsern Tagen,ungefehr die fruchtbarsten Zeichner für Buchhändler.Schnorr steht aber rücksichtlich der Kunst viel-leicht jenen beyden nach. Seine Zeichnung ist nichtfehlerfrei), und seine Erfindung öfterer etwas mager.Zu I. Hedwigs Dlieoria Aenerationls et Iructl-tioutioinz plsutar. crziptoAamicarum Issnnaei(läps. 1798. 40.) etzti« er 1795. das Bildniß desVerfassers in 4 °. Es ist ein mittelmäßiges Blatt,Mit Ausnahme des Gesichtes, was er schön wieMiniatüre punklirt hat, obgleich man gestehenmuß, daß demselben Rundung und Leben fehlt.Aus den Nummern, die seine selbst radirten Blätteran sich tragen, ersehen wir, daß er dieselben »achder Reihe zu numeriren gewohnt ist. Der Kupfer-stecher dann, die nach ihm gearbeitet haben, sindsehr viele. Unter ihnen zeichnet sich, sowohl rück-sichtlich der Menge, als des schönen Sticheswegen, vorzüglich A. W. Boehm aus.

Schnorr (Julius), dritter Sohn von VeitHans , siudirte gleichfalls auf der Leipziger-Aka-demie, die Malerei). Die Dresdner -Ausstellungvon 1808. zeigte eine eigene Eomposttion (vermuth-lich noch Handzeichnung) von ihm: Herkules, derder getodteten Amazonenkönigin das Wchrgehenkeabnimmt.

— — oder Schnor (I. C.), indem er sichaiss beyde Arten schreibt; ein Kupferstecher zu Jena ,vermuthlich von Eisenberg gebürtig. In der An-leitung zur mathematisch-topographischen Zeich-uungslehre von I. L- I von Gerstenberg (Jena 1808.) findet man 0. Kupfertafeln in qu. Fol., dieer nach den Zeichnungen des Verfassers mittelmäßiggeetzt hat. Eben so arbeitete er einiges zu desGrafen von Tredern: Ois. sistens ovisviurnhistorise et incubationis prollromum (Zenas1808. 40-). Eine ungeregelte Lebensart mag ihnwohl eher dem Brodte, als der Kunst nachzugehenzwingen. Um 1809. wandte er sich von Jena nachCarlsruh.

— — (Ludwig Ferdinand ), der älteste Sohnvon Johann Veit , auch überhaupt Schnorr derjüngere genannt, welcher sich der Geschichts-malerey befliß, und um 1808. zu Wien befindlichwar, wo er an dem Herzoge von Sachsen-Teschen ,wie so viel andre Künstler mehr, einen Gönnerfand. Ein Mann von vielen Talenten. Auf derDresdner -Ausstellung 1808. traf man von ihm,aus Wien eingeschickt: Herkules, der denEryman-thischen Eber auf der Schulter tragt; und eineZeichnung in Kreide nach jenem berühmten Bas-relief von Antinous, welches einst die Zierde derVilla Albani war. Noch bemerken wir, daß er