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dadurch wohl eher verlieren müßen. Indessenhatte er wirklich eine Menge Gewohnheiten ansich, die an jedem andern zum Laster gewordenwaren (?). Er selbst ließ sich nichts davon träu-men, und machte sich über nichts Vorwürfe, weilrr vielleicht ahndete, daß er Alles thun könne,ohne daß sein gutes, schuld-und argloses Herzim geringsten darunter litt, oder er dafür könnezur Rechenschaft gezogen werden. Und wirklichwar dies sein Herz ein Schatz ohne seines gleichen,das man nicht in seinem ganzen Werth erkennenkonnte, ohne oft bis zu Thränen gerührt zu wer-den; so ganz rein und ohne Falsch, so mit innigerLiebe Alles umfassend, was sich ihm nahte. FürHaß und Rache hatte er kein Gefühl: Man konnteihn bitter beleidigen, heftig aufbringen; aber einWort besänftigte seinen Unwillen, und das zweytemachte die Beleidigung auf ewig vergessen. Men-schenkenntniß hatte er nicht im geringsten, glaubtesie Alle gut, und lächelte, wenn man ihm offenbardas Gegentheil zeigte, ohne sich weiter dabey auf-zuhalten, oder sich die Erscheinung erklären zuwollen. — Leider hatte der unmäßige Gebrauch desWeins, überhaupt seine unordentliche Lebensart,eine üble Wahl der Speisen, und sein Nachtwa-chen (wo er mit Musik, Accompagnement mitdem Munde, und unzähligen Possen, in denen erunerschöpflich war, oft viele Stunden sich aufsheftigste abarbeitete), nebst dem beständig glühendenFeuer seines Genie und dem nie ruhigen Geiste,seinen Körper nach und nach untergraben. SeineBläße und Magerkeit, woran man von jehergewohnt war, machten, daß man nicht merkte,wie sich nach und nach die Schwindsucht bey ihmansetze. Schon mit Anfang des I. 178t. hatteer nicht mehr jene Munterkeit und Kraft, wieehemals; allein er betrog sich selbst und Andere,behauptete daß er vollkommen gesund sey, undwollte nie «'was mit den Aerzten zu thu» haben.Nur mit Mühe konnte er endlich bewogen werde»,dieselben zu berathen. Nach genauer Untersuchungerklärten sie ihn sogleich für verloren, fanden seinBlut verbrannt, und sein Inneres angesteckt.Sehr ungerne nahm er Arztneyen, beredete sichbis auf den letzten Augenblick, daß Alles nichtviel sagen wolle, sprach noch von einer MengeDingen die er ausführen wollte, und starb dannam rg. May in den Armen seines Wohlthätersund Freunds, der ihn in dem Geuferfchen DorfeSacconay begraben, und ihm dort ein Denkmalvon Marmor errichten ließ. Künstler, Bekannteund Landsleute begleitete» seine Leiche." So weitder Aufsatz bey Mensel, der von Lüttner her-rühren soll. Derjenige bey Hüsgen cuud schonfrüher im Deutsch. Mus. 1781. S. 17Ü —8u.)kommt mit jenem im Wesentlichen vollkommenüberein. Von seinen Zeichnungen heißt eö hier:»Er wußte die Kreide mit solcher Kraft zu behan-deln, daß man glaubte, er habe sie mit etwasAndern« versetzt. Seine Vorgründe sind oft soschwarz, daß sie unmöglich mit bloßer Kreide ge-macht zu seyn scheinen." Dann: »Felsen, Hüt-ten, Bäume und Wasser zeichnete er meisterhaft;in den Lüften war er weniger stark. Figuren sahman fast gar nicht von ihm, und überhaupt inseinen Bildern wenig von alle dem, was manStaffage nennt." Ferner: „ Sein Gedächtniß warso glücklich, daß er Gegenden, die er schon vorJahren gesehn, wenn davon gesprochen wurde,Mit seiner schwarzen Kreide so hinschrieb, daß siejedermann mit Erstaunen erkannte." Wieder:»Schade, daß er so viele Künstlerlaunen hatte,daher wenig arbeitete, und das Wenige nicht im-mer con Amore; es kam auch bey ihm viel aufden Mann an, für welchen er schuf. Bestellungenhatte er immer bis auf einige Jahre hinaus an-genommen, ließ sich seine Bilder theuer bezahlen,und schätzte doch das Geld so wenig." — Dannvon seinem Accompagniren mit dem Munde: »DieseKunst trieb er so weit, daß einst in einem Concerte,als das Horn fehlte, er die Musiker spielen ließ,und mit seinem bloßen Munde die Noten ganz
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richtig vom Blatte wegblies." — Ferner von seinemGestchterschneiden: »Dieses gelang ihm vorzüg-lich mit den Silengesichrern. Auch Nationalphy-siognomien wußte er treflich nachzuahmen. Täg-lich brachte er dergleichen neue Erfindungen zumLachen hervor; und alle dies war Natur an ihm.Wenn er auf seinem Zimmer allein war und zeich-nete oder malte, so glaubte man oft unten aufder Straße, daß seine Stube mit besoffenen Hand-werksburschen angefüllt sey. So konnte man auchöfters hören, was er malte. War es ein Was-serfall, so hörte man ihn rauschen; oder donnern,wenn es ein Gewitter war; oder bellen, wenn ereinen Hund zeichnete." Weiter (dies nun sonder,bar!): »Ungeachtet er nie ein Buch gelesen, un-terließ er nicht, von diesem oder jenem sehr frey-müthig zu urtheilen." Und nun (dies mochte vonseinem saubern Schulunterrichte kommen): „DesNachts konnte man ihn lange nicht dazu bringen,baß er allein schlief, weil er sich gewaltig^ vorGespenstern fürchtete; entweder holte er sich einenEchlafkameraden, oder er schlief zu Gaste." Auchhier erhält er das Zeugniß: „Sein Herz warvortreflich, nur zu schwach. Mit Willen hat ergewiß Niemanden beleidigt. Er wurde gleich mitJedem bekannt, und setzte die Bekanntschaft oftlange fort, ohne den Namen des neuen Bekanntenzu wissen. Auch denen, die ihm minder gefielen,ließ er seine geringere Zuneigung nicht merken."»Von seinem übermäßigen Trinken zu lassen, ge-lobte er erst in den letzten Tagen seines Lebens,und zwar, ohne daran zu glauben, daß sein Todnahe sey." Noch erzählt uns Hüsgen: „In1779 - sandte er seinem Vater mehrere in den wil-desten Schweizergegenden aufgenommene Zeich-nungen; dann einen Lago Maggiore mit den Bor-romaen; der alte Schutz copirke ein Paar davonin Del. Den Rheinfall hakte er mehrmals mitgroßem Beyfall gemalt. Weder Vernet, nochSchaich, noch Wust haben ihn so pittoresk g«-.nommen, wie er. Besser als dieses große Narur-phänomen, von Ernst geetzt, soll letzterm eineAnsicht von Stallvetro nach ihm gerathen seyn.Ueberdies kennt man nach ihm zwey große Blätter:Ansichten der Thunec - und Brienzer-Seen, vonC. Gultenberg, deren Urbilder Einige seinem Va-ter zutheilen, weil wirklich desselben Name irrigauf dielen Blättern steht; eine Landschaft am Main ,von Nanetie Felix, und zwey von I. G. Prestcl:Zwey andre Maingegenden, von P. W- Schwarz(ä 4 - fl ) »denen es" (heißt es in der Allgen«.Lunstz. S.287.) „vielleicht des Stechers Schuld,etwas an Kraft gebrach "; mit der beygefügten Be-merkung: »Uebrigens besitze Deutschland noch soviele, wenig oder gar nicht bekannte landschaftlicheMeisterwerke älterer Künstler, daß unsre Kunst-handlungen billig zuerst auf diese Rücksicht nehmensollten, bevor sie an die Naturcopistcn neuererZeit kommen." Hinwieder finden wir irgendwo:Uartle Interieurs än sie Dlioun ( «. h. On-tt-rseen, siansle Lanton äe Kerns). und: Vuellu stliin sn petlr bluninAnen prss sie käle»beyde groß und schön in Schwarzkreiden-Manier,(zu Z fl. das Blatt). Ferner von R. C. Schöneckerden Abriß eines Schweizer - Bauernhauses undeine Bauernhütte, ebenfalls in Crayonmauier.Endlich von ihm selbst geetzt: Eine kleine selteneLandschaft mit Bauernhütten in Duodez. — Werwird uns nicht das große Detail verzeihen inwelches wir über diesen merkwürdigen Künstlerund Mensch hinein gegangen sind, von dem dieVerfasser beyder oben excerpirken Nachrichtenganz übereinstimmend bezeugen: Daß er ein Ori-ginal ohne Gleichen war, und es unmöglich sey,sein Pendant zu finde» L
Gchütz (F. W. von). Wer ist nun wohl dieservon Schütz, von welchem in dem Mensel-schen Archive l. Z, ,c,2. malcrsche Ansichtenvon Niedersachsen , Heft ll — l V. mit 12. ausge-malten Kupfern und französisch - und deutschemTexte, Fol. Mayn; 80Z. zu ti. Th. 16. Gr. ange-zeigt wurden?
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