1566 Schur man».
cher- und Etzkunst, übte sie noch manche andre;sie schnitzte und grub Figuren in Wachs *),Holz *«-), Elfenbein, und selbst mit dem Diamantauf Krystall; spielte Laute und Klavier als wahreKünstlerin, u. s. f. In späthern Jahren nahmsie die religiösen Meinungen von Abbadie an,schrieb nach dessen Grundsätzen ihre Encleria, undfolgte demselben nach Alton«. Gewöhnlich glaubtman, daß sie dort gestorben sey; allein Coru. deJongh in seinen Reifem (1797.) behauptet, sieliege "in dem Dörfchen Wiewarden in Westfrieß-land, zwischen Leuwaarden und Franecker in ei-ner gewölbten Gruft begraben, wo man noch aufden heutigen Tag ihre Leiche (?) sehe. Und (son-derbar!) schon in ältern Tagen gab man vor, daßder Leichnam dieser (freylich nicht nach gewohnterAngabe drey und siebenzig jährigen, sondern 1640.35 . I. alt gestorbenen) Jungfrau — unverweslichsey. Gestochen von ihr selbst kennt man mehrereBildnisse, neben andern ihr eigenes geetzt, undmit dem Grabstichel beendigt, von ausserordent-Ucher Feinheit (rot. 55 . 1640 ). Rost V. 45 ).Joecher . Nach Malpe sollen etliche andre , vonihr sehr zarte, aber eben so trocken gefertigte inBoi'ßard's chalkographischer Bibliothek sich befin-den. Ihr eignes Leben hak sie in dem Werkesen lnelioris Partes electlo ( 1 -I. sVlcona 1675. N. II. Hmsteko». 1686.) be-schrieben; es ist ein reizendes Gemälde ihrer an-spruchslosen, schönen Seele. Da der Besitz bey-der Theile eine Seltenheit ist, so wurde es um1782. von neuem zu Dessau , sowehl in der Ur-sprache, als in einer teutschen Uebersetzung auf-gelegt, Schön gemalte Bildnisse von ihr befindensich: Im Brittischen Museum zu London von ei-nem Ungenannten (Brirr. Mus. 8°. Berlin 764.S. iö.), und einst in der Kunstsammlung derAbtey St. Plasten (wo jetzt?) eines von Van-dyk (Hirsching's zJachr. V. 82.) Gestochen nachihr haben ihr Bildnis' Mehrere; wohl Alles Co-pien «ach dem schon genannten von ihr selbst ge-etzt. Das kenntlichste Bild von ihr indessen istfast unzweifelhaft das meisterhafte von Euyder-hoef nach I. Livens.
Schurmann (Hans). So heißt bey Fio,risto V. 29V — 96. ohne Weiteres, ein aus Em-den gebürtiger Bildhauer, der unter Carl I. inEngland mit Ruhm gearbeitet habe. S> auchden gleich ff. Artikel.
— (Johann), wohl mit Obigem der näm-liche, von dem es l. 0. 591. heißt, daß er, nebstmehrern Andern, als Gehülfe des Bildhauers N.Stone gearbeitet habe.
Schurz oder Schurr (Cornelius Niclaus).Als Schurr nennt ihn GandeUim. Bildnissevon ihm, wie z B. eines gewissen I. C. Vol-lends, nach H. Popp, weit mehrere aber, ohneandere Namen als den seinigen, sowohl von hel-len als von dunkelen Männern sind von »VZs —i68b. datirt; von letzter«» Datum dasjenige desZnrcher-Arztes Johann ve Murakro. Das imLexicon erwähnte Lilelkupfer gehört zu Chri-stian Menizels: Inäex nomlnum plsnta-rrnn universal«» (Uerol. 1682. fol.) und wurdevon ihm zu Nürnberg , seinem festen Aufenthalts-orte , nach Lcngerfelt's Zeichnung gestochen. SeinMeistes, was er etwa sonst noch für Buchhänd-ler, zum Theil zu großen Werken gestochen, istder Anführung nicht werth. Seine Blatter pflegteer mit 0. I§. 8. zu bezeichnen.
Schuster (C). So heißt irgendwo, ganzohne Weiteres ein Kupferstecher, der seine Blat-ter mit L. 8. oder 0 — 8. bezeichnet habe.
Schul.
In Herzog Heinrichs zu Sachsen fürstli-cher Baulust (Römhild »698. Fol.) findet manvon ihm zwey Bläirer, welche Ritter vom Da-nebrogsorden in ganzen Figuren vorstellen; dannmehrere Landschaften u. s. f. Sie sind mit einerflüchtigen Nadel theils mittelmäßig, theils ganzartig geetzt, und einige derselben mit ). 8. so.bezeichnet.
Schuster (Joh. Carl), Maler zu Dresden um1810. Dresdner -Adreßkal. auf 18m. S., 85 . Vielleicht ist er ein Sohn von dem nachge-»annten Gleichnamigen.
— — (Joh. Carl und Joh. Gotthelf). Soheißen zwey Staffiermaler, welche in: Dres-den zur Rennmiß seiner Häuser 1798. an-geführt werde».
* — — (Johann Martin). In der Egidrkirche zu Nürnberg hat derselbe 1718. das Pla-fond in Fresco gemalt: Ein Engel zeigt nach demOrte der Seligkeiten (wie es beyLiporvsky heißt):„Himmel", und nach jenem der Qualen „Höllegenannt". Dann in der dortiges Kirche St. Lo-ren; (1724.) ein Abendmal. Nach ihm gezeichnethat dieses letztre I. Just. Preißler und gestochenI. M. Seliginann. Ferner: Müller, Nusbiegel,I. Pinz, G M. Preißler, unsers Wissens, lau-ter Bildnisse von Rathsmännern, u s. f. vonNürnberg; Preißler dasjenige des Malers I. Da-niel Preißler . Endlich eine Folge akademischerFiguren Kenkel, in Schwarzkunst.
— (Johann Matthias), der i'm Lexiconunter dem Artikel Joh. Marnn's, doch kaumseines Vaters? erscheint. Von ihm kennc mau einBildniß des Malers du Buisson nach A. Pesne,in Schwarzkunst geschabt. S. auch unten denStecher von Potsdam .
— -- (J-). So signirt besaß H. AchillesRyhiner in Basel um 1770. eine getuschte Zeich-nung mit der Feder contornirt, weiche einen En-gel mit etlichen Instrumente» der Passion in derHand darstellte. 7 l-?Lc.
— — (N. C ). So stgni'rt besaß Ebender-selbe eine Röchelzeichnuitg, deren Gegenstand unSunbekannt ist.
— — (Tobias), von Goldburg, warum ,654-
als Münzwardein zu Prag angestellt, voigrsBeschreibung Böhmischer Münzen.
— — ( ), der bey Meusel I. (1778.)
ohne Taufnameu erscheint, und von dem es Eben-das II. (1789.) heißt, er sey längst gestorben,hieß I- F- Dort wird er Kupferstecher zu Pots-dam genannt, und sind von ihm: Die Bauern-fchule nach Ehodowiecki (i77ä-), und Prospektevon Potsdam daselbst angeführt, so wie ander-werts ein Bildniß des Theologen G. A. Franke,dies bezeichnet: ). ?. 8cüllsker so. Lerol 1770,ohire weiter» Namen als den seinigen. Ohnediese genaue Angabe sollte man denken, er dürftemit dem Johann Matthias des Lexicon EinePerson seyn.
Schur (Cornelius), derAelrere. Seine Ma-nier zu zeichnen war etwas wild, und wenigercorrekt, alö seines Meisters, Rubens , besondersin den Parthien des Nackten. Er liebte (dunkle)Allegorien, und große prunkvolle Maschinen. NachRost V. 5 ) 5 . wäre er gest. zu Antwerpen rbbv.Fiorillo IV. 221. scheint zu glauben, baß auchEr, gleich seinem Neffen, in Spanien gearbeitethabe. Deutsche Gallerten besitzen von ihm: Die-jenige zu Wien ." Den ertrunkenen Leander, von
— — (Joh.), ein Kupferstecher zu Koburg.
) Z. V. das Bildniß ihres Freundes Abbadie so klein, daß das Gehäng nicht größer als eine Haselnuß ist;dasselbe siebt man in der Narnralieusaniinluns des Waisenhauses zu Halle. Dreyhaupt Beschreibungdes A-Mlkrciscs Th. Ik. S. 225.
') Ihr Bildniß ,'n Relief von Palmenholj wurde von dem Maler Houthorst auf lvoo. Hvll. Gulden geschätztwas freylich solche Herren wem's kostet!