Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1572
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l57? Schwarz.

Schwarz.

1784. (Selbstverlag) in qu. Qnarto. Die zweyteLiefer. folgte 1780. Geisler« Antheil an diesemWerke bestand darin, daß er zu der dritten undletzten Lieferung von Schwarzen« Blättern, dieauf dem Titel angesagte Beschreibung von Leip­ zig versassen sollte. Da aber unser Künstler Ur-sache hatte mit Geisler's Benehmen unzufriedenzu seyn, so trennte er sich von ihm, und ließ diedritte Lieferung mit 12. Prospekten 178 h. nur un-ter seinem eigenen Namen erscheinen. Statt derversprochenen Beschreibung entschädigte Schwarzdie Pränumeranten in gleichem Jahre mir einemAnhang, der vier Prospekte von dem unfern ge-legenen Bade Lauchstädt (in Mensel die letzteRubrik seiner Arbeiten) enthält. Geisler fienghierauf ein neues Werk auf seine Hand an: Ma-lerisch schöne An - und Aussichten von der StadtLeipzig (das. 1786. ff.). Dieses erschien gleichfallsHeftweise in gefärbten Blättern (wovon jedocheinige nur Copien von Schwarzen« Arbeit sind)und wurde sowohl von weise, als (und zwardas Beßtc) von Geisler selbst geetzt. In demLeipziger Adreß - Post - u. Reisekalendeeauf 1811. S. 66. erscheint Carl Benjamin Schwarz noch unter den Lebenden. Noch findeich irgendwo, daß er zu den in 1804. bey CarlLanchnitz zu Leipzig in kl. 4 ^. erschienenen Roman-tischen Gemälden von Leipzig , 24. kolorirte An-sichten nach eigener Zeichnung radirt, undC Langdie Beschreibung derselben geliefert habe. (Pr. 3 Rth.netto.) S. auch sogleich Carl Georg S-

Schwarz (Carl Ephraim). Nach der Zeich-nung eines solchen erschien 1801. ein gestochenergeographischer Plan der Standquartiere der Churrsächsischen Armee (Pirna , Pr. 20. Gr.). DieserKünstler wurde zu Berlin 1704. geboren, erhielteine Anstellung in Sachsen , und lebte noch 1809.als Oberkriegskommissar zu Dresden . 7 lL§.

(Carl Georg). So findet man beyMensel II. und A. R. L> den obigen Carl Ben-jamin Schwarz, wie wir sicher glauben, mitunrichtigem Vornamen rubrizirt.

(Carl Wilhelm). Ein Steinmetzmei-ster der in 1796. zu Potsdam lebte. ^5.

(Christian), ein Maler, geb. zu Dres­ den 1645. In 1661. wurde er von seinen Elternnach Hamburg geschickt, und daselbstdem nunbereits sei. verstorbenen (wird 1684. gesagt) Jo-hann Caspar parenri, vornehmen Kunstmalerin die Lehre aufgedungen", die er hier auch ge-hörig mit fünf Jahren aushielt. Christian be-suchte dann zu seiner fernern Ausbildung Süd- Deutschland , und gieng 1671. nach Wien , wo ihnnachgehend der Kaiserliche Kämmerer Graf Pök-ling als Kammerdiener in Dienste nahm. Nach-dem er sich drey Jahre bey diesem Herrn aufge-halten hatte, rufte ihn 1676. sein Vater, religiö-ser Besorgnisse wegen, zurück; und von dieserZeit an blieb Christian zu Dresden . Als er 1684.einen Freund besuchen wollte, rührte ihn der Schlagauf freyem Felde, und zwar so, daß er gleichdarauf zu Reichstadt, einem Dorfe unweit Dip-poldiswalde, starb. Au Dresden hatte er neben-bei) das Amt eines Vice- Wein - Meisters beklei-det. S. seine Leichenpredigr, von C. Lucius(Dresden 1684. fol.) Obengedachter parenei istderjenige, dessen, unter dem Namen parenr derSohn, oben an seinem Ort schon gedacht wor-den ist.

(Christian und Christoph), Bau-meister zu Schneeberg , bauten 1682. den abge-brannten Glockenthurm der Stadtkirche zu Lößnitz im Chursächsiichen Erzgebirge neu auf. GGesfeld Beschreibung einiger Grädre imErzgebirge I. Lhl. (Halle 1776. 4°) S. 44Auch C- Meltzer in seiner erneuerten Chro-nik von Gchneeberg (das. 1716. 4 °) S. m.erwähnt Christoph als einen Bau - und Zimmer-meister, der in 1697. den neuen Thurm an dertzospithalkirche zu Schneeberg erbauet halte.

Schwarz (Christoph). Lanzi (L<z. terr. III.i2L.), der ihn Suarz nennt, zählt ihn kurz,nebst einem gewissen Emanuet Tedesco, unterdiejenigen Schüler von Titian , die den Geschmackder Denetianischen Schule nach Deutschland ver-pflanzten. Für diesen letztem hält das Lex. denBerner Mclaus Manuel, der indessen starb, eheChristoph Schwarz geboren war. Von der Ge-schichte nun dieses letztem, wie der H. von Männ-lich sehr wohl sagt', zum Künstler gebornen deut-schen Malers ist nur sehr Weniges bekannt. AuchLiporvsky in seinem Bayerschen Künstlerlepionweiß uns darüber nichts Neues zu geben, alsdie freylich nicht unbegründete Vermuthung, daßer erst 1^97. müsse gestorben seyn, da sich nochmit dieser Jahrszahl batikte Zeichnungen von ihmvorfinden, einer - und anderseits, daß seiner Wittwein demselben Jahre 200. fl. für vier Bilder, undloo. fl. für seinen St Andreas in der Michaels-Hofkirche nachbezahlt worden. Dann erzählt eruns die lustige Anekdote. Als Christoph seinenSturz der Engel für den Choraltar gemeldterHofkirche malte, saß er auf einem hohen Gerüsteso, daß seine Füße herabhingen, sein oberer Kör-per aber rückwerrs mit einer aufgespannten Lein-wand bedeckt war. Herzog Wilhelm V. wünschtedieses Bild bald geendigt, und gieng daher öfterswahrend der Arbeit hin, wo er dann Jedermanngebot, sich stille zu halten, um den Künstler inseiner Begeisterung nicht zu stören. Dieser Mannwar indessen so fleißig nicht, als der Fürst glaubte,und arbeitete (wie es sich geführte) nur in denStunden, wo er sich dazu aufgelegt fand. Umaber dem Herzoge dieß nicht bemerkbar zu ma-chen, hieng er, für die Zeit seiner Abwesenheit,ausgestopfte Füße über das Gerüst herab. Wenndann der Fürst die Werkstatt« beschlich, entfernteer sich eben so stille wieder, und glaubte, wie invollem Zuge Schwarz an seinem Bild fortar-beire. Ueberhaupt soll er kein guter Haushältergewesen seyn, und seinen großen Verdienst leicht-sinnig verschleudert haben Von seinem Kunst-charakter beißt es bey von Männlich:SeineFärbung ist kräftig, die Composition reich ohneVerschwendung, die Zeichnung richtig, und dieBehandlung geistreich und fleißig". Auch denFranzosen ist er nicht unbekannt, und heißt es z.B. von ihm bey Waleier (och nicht unfeinl):Derselbe lernte in seinem Vaterland die Anfangs-gründe seiner Kunst, und gieng dann nach Vene­ dig , um sich in der Schule des Titian zu vervoll-kommnen. Die Deutschen nennen ihn sehr unei-gentlich ihren Raphael; er hat weder den Adelnoch die Correktheit desselben, und scheint wohleher sich bestrebt zu haben, den Tintoret nach-zuahmen. Sein Verdienst besteht in der Frucht-barkeit der Zusammensetzung, in der Schönheitdes ColoritS, und der Lei^tigkeit des Pinsels.Weit entfernt die Römische und FlorentinischeSchule nachahmen zu wollen, betrachtete er dieVenelianische als die erste in der Welt, und suchtestets üur die Nachahmung ihrer brillanten Partien.Man bewundert, in Rücksicht auf den Vertrag,seine al Fresco's, die so markigt wie Oelgemäldesind (aber wo sind sie?)". Wahrhaft Französischlesen wir dann bey de Fonrenai:Er giengnach Venedig , um unter dem berühmten Titianzu studiren, bey welchem er eine bessere Manierals jene gothische, annahm, welche noch in seinemGeburtslande herrschte". In Deutschland besitzen von ihm: Die Kais Galerie zu Wien nurdas ganz kleine Bild einer Geißelung Christi.Dafür diejenigen zu München und Schleis-heim so Vieles, womit er die Achtung und ei-gentliche Freundschaft seines Herrn gegen ihnlohnte: Jene eine Kreuzkragung und Christus aufLabor, ebenfalls nur klein; dann aber die H.Jungfrau, das stehende Kind auf dem Schooßhaltend, von einer Glorie umgeben, über 6' hochund 4 ' breit; St. Hieronymus und St. Catha-rina, ganze Figuren Lebensgröße. Schleisheim(noch 177h.): Die Schöpfung Adams unb Eva's;