Schwa r z.
dann acht Momente aus der Leidensgeschichte,Auferstehung und Sendung des Geistes, all' die-ses kleine Bilder; und eben so zwölfe aus griechi-scher und römischer Geschichte, welche Züge ausdem Leben Alexander des Großen, Numa's, Co-riolans, Camillus, Hannibals , Pompejus u. s. f.zum Gegenstand haben. — Das größere muß manin den Bayerschen Kirchen suchen. So besitzendiejenigen zu München : Die U. L. F. Kircheein Ecce Homo, Job, und die vierzehn (fast garzuviel!) — Nothwendigkeiten; die Michaelshofkirchedie beyden schon obengenannten (die Kreutzigungdes H. Andreas, worüber ihn der Tod überraschte,wurde von P. Candito ausgemalt '; in der Re-sidenzhofkapelle Mariens Himmelfahrt. Noch standeinst (wo jetzt?) in der gewesenen Sebastianska-pelle im Rosenthal ein St. Sebastian. Was erin Fresko geleistet, zeigt noch heut zu Tage seinEabinerinnen - Raub am Hause des Handels-manns Oler an der Kaufingerstraße. — Augs-burg hat von ihm in der Domkirche, neben derSakristei) eine Kreuzigung; die ehemalige Jesui-ten - nun Salvators-Kirche eine Madonna, vonEngeln umgeben; die Fuggersche Kapelle einenChrist am Kreuze. — Landsbut in St. Martineine Kreuzigung (eins seiner schönsten Bilder). —Abensberg in der Karmeliter-Kirche ein bis 1780.unbekanntes.—Zu Ingolstadt sind i. d. obern Pfarr-kirche die Propheten, eine Passion (beyde auf Ku-pfer gemalt) und eine Maria vom Siege. — ZuEichstadr in der Pfarrkirche ein jüngstes Gericht,waS Einige für Holbeins Arbeit halten; in St.Zeno Mariens Tod und Himmelfahrt. — Von Par-tikularen hat der Königl. Finanz-Secretar Schleslzu München das Gesicht Ezechiels; der Spiegel-verleger Birchee daselbst eine schöne Geburt aufLeinwand (die Engel in langen HerabwallendenKleidern, mit einem «Ltab in der Hand *). — DieGallerie zu Salztbalum besaß einst von ihm dasKniestück eines Alten, der mit gefaltenen Händenvor einem Tisch steht, auf welchem ein Leuchter,Schreibzeug und Bücher sich befinden, und einenalten Mannskopfi — pommersfelden («. v.Chevalier Schwarz) einen Verlornen Sohn;bann eine Mannsperson, im Sessel sitzend mit sei-nem Sohn. Gestochen nach unserm Künster ha-ben: Dörderst G. Rossi sein Bildlich in der Gale-rie zu Florenz . Dann: H. van der Borcht eineMagdalena in der Wüste; E. van den Boschezwey Kreuzigungen, die eine, wo Magdalena dasKreuz umarmt, mit dunkelem Hintergründe, vongroßer Wirkung; I Gennet zwey andre sehr gutgestochene und und seltene Kreutzigungen; L. Ki-iian die von Carls V. Armee Gefangenen bey Al-gier, ein schönes großes Blatt; Matham etwasuns Unbekanntes. Eg. Jac. und Raph. Sadelersehr Vieles. Egidlus: Eine Geburt, eine An-betung der Hirten; Christus den Heiden überge-ben , eine Kreuzerhöhung in Lintorets Geschmack,eine Kreuzigung: Illt-Oeu8reruni etc. u.dieschla-fende Venus, von einem Satyr belauscht. Jo-hann: Eine Flucht in Egypten, von BaroccischemLiebreiz (p. Äouscbli), ein Ecce Homo und eineMutter der Schmerzen; ferner eine seltene Folgevon 8. Blättern: ?rincipla ?s8Sl0lii8 i 58 g. (wirvermuthen nach den Bildern zu Schleisheim);das jüngste Gericht (ohne Zweifel das zu Eichsiädt)ein Kapitalblatt, worauf man liest: pinx. pro8. ?. kenata, 8. L. O. 6 iuiie 1 mi V. coriju^e;endlich ein allegorisches Blatt, wo ein Weisereinen Jüngling vor der personificierten feinernweiblichen Verführung warnt, in einer schönenLandschaft (bisweilen: Der Brunn der Weisheitrubrizirt). Rapbael: Das Kind Jesu zwischenSt. Anna und der H. Jungfrau; dann den Raubder Proserpina , und ein Kind, Sinnbild des To-des: Uoäie mitii, Lrri8 tibl. ein kleines artigesBlättchen. Einer der Sadeler endlich (wirglauben Johann): Den Philosoph zwischen derKunst und der Natur (vielleicht wieder jenes alle-gorische Blatt). Ferner Ph. Lhomassin etwas
S. Sadeler hak es gestochen.
Schwarz.
uns Unbekanntes; I. Weinerz eine Kreuztragungbesonders aber jenen Sturz der Engel in der «of-kirche zu München , ein schön geetztes Blqrt, unddas seltenste nach unserm Künstler; H. Wicrrendlich eine Krönung.der H. Jungfrau, und eineMater dolorosa. Noch nennt
der Katalog von Brandes, als ein zwar kleines,aber seltenes Blatt, Apollo und Daphne, von demkurz vorher erwähnten Weinerz, und einzig mitdessen Monogramm, einer Weintraube, bezeichnet.
Schwarz (Christoph), s. oben den Art. Chri-stian und Christoph Schwarz.
^ "7 oder Schwarze (Christoph Gott-
hard), s. oben Renner.
— — (C.), Bildnißmaler in Oel und
Pastell, auch Dekorationsmaler, geboren zu Hil-desheim , seit 1798. auswärtiges Mitglied derKönigl. Akademie zu Berlin . In l8ri. befander sich auf Reisen; wenigstens erscheint derselbedamals auf dem Thorzettcl der zu Dresden ein-passirten Fremden. Nach ihm gestochen kennenwir ein BUdniß des Jul G. Paul du Roi,Braunschweigischen Hofraths, von I. F. Jügelin Medaillon, gr. 8". punktirt; dann von CarlSchroeder diejenigen von mehrern Personen ausder Fürstl. Braunschweigischen Familie; des Pro-fessor Eschenburgs. u. a. Vielleicht ist er auchderjenige C. A- schwarz, nach welchem I. C.Krüger den bekannten Chemiker Lorenz Crell inHelmstädt zu dem 1784. erschienenen IckX. B derAllgem. teutschen Bibl. geliefert hat. Meu-sel tO. R> L- wo er ohne Laufnamen, als znBraunschweig lebend erscheint, so wie auch inEbend. lO Misc. VIII. 1076. fUäc.
— — (C. A.), s. den gleich vorhergehendenC. Schwarz.
— — (Emanuel Jakob), Stein - und Bild-hauer zu Augsburg um 1770 Man siehet vonihm geschickte Arbeit an bürgerlichen Häusern,zierlichen Grabmälern u. s. tv. von SretrenS.
— — (Friedrich), ein zu seiner Zeit rühm-lichst bekannter Ingenieur in Diensten des Teut-schen Kaisers. In 1718. mußte er eine neueLandstraße unfern des Rothen Thurms bey Herrmanstadt anlegen, wobey er sich genöthigt fanddie Felsen mit größter Mühe auf 6. Stundenweit wegzusprenue». Sein Unternehme» sollteum desto merkwürdiger seyn, da bereits Trojanu. a. Römische Kaiser diesen Straßenbau un-ternommen, aber nicht zu Stande hatten bringenkönnen (oder wollen). Vreslauer Samml.zur Natur - und Runstgeschtchre Jahrg. 171^S. i 55 i.
— — — — studirte um 1808. als Mäurerauf der Akademie zu Leipzig . Damals sah manvon ihm auf der Dresdner Kunstausstellung denGrund - und Aufriß eines Gartengebäudes,
— — (Gabriel), arbeitete, vorzüglich alsWasserbaumeister 60. Jahre in Diensten der StadtAugsburg . In 1708. stellte er die seiner Zeit vonJakob Schwarz (vielleicht seinem Großvater)1598. gemachte dortige Anlage des hohen Ablasseseines Wehr - und Wasserwerks aus dem Lech-flusse wieder der. Nach seinem Tod (1704 ) ka-men seine Risse an das Bauaint zu Augsburg ,und das schöne Modell jenes Ablasses in die dasigeModellkammer. von Sretren.
* — — (Hans), ein Briefmaler zu Nürn-berg , der zugleich unter die 12. ersten oder frühe-sten Meistersänger daselbst gerechnet wird. w.E. Tenzel monatliche Unterredungen 1697.Zo. S. 42a. Da ein andrer Meistersäng.r HansVoltze ein Zeitgenosse von ihm war, und Ade-lung die Blüthe dieses letzter» um 1.470. setzt, so