r§76 Schwarzeburger.
welches er durch den freundschaftlichen Umgangmit den beyden Brudern Benedikt und SebastianHcß erlernt hatte. Mit seinem Sohne Adolphverfertigte er nur für die Juden antike (?) Brust-bilder und in Relief geschnittene Köpfe, und konntedergleichen nicht genug machen, so daß er auchseine zwey altern Söhne aus der Fremde verschrei-ben mußte. „Einwerts" (heißt es bey HüsgenV! A. S. 3 - 5 . „konnten sie nicht schneiden, aberfreystehende Figuren von Stücken zusammengesetzt,deren sie drey machten, die nach Dresden an denKönig von Polen, August II. gelanget sind". Obhier von großen Cameen, oder von kleinen Bild-säulen die Rede sey, ist uns unverständlich. Wiedem nun seyn mag, eines dieser Kunststücke waraus Bernstein künstlich zusammengesetzt, V hoch,und stellte den erwähnten Monarchen zu Pferde dar,die der alte Schrvarzenburger 1710. demselbenüberreichte, und den allzukleiuen Kopf des —Pferdes', nach des Königes eigenen Handrissen ver-besserte. Man lese die naive Erzählung des Vor-gangs I. c. Jetzt wurde das Werk im grünenGewölb aufgestellt. Schwarzeburger sollte spä-terhin dergleichen noch mehrere machen; alleinder bald auf einander folgende Tod seiner dreySöhne, welche die eigentlichen Lünftler sol-cher Arbeiten waren, setzten ihn außer Stand.Valentin, der mittlere, starb 17Z2. 28. I. all;Franz, der älteste 1735. 36 . I. alt; Adolph,der jüngste 1788 24. I. alt; alle drey durch aus-zehrende Krankheiten, die sie sich (wie ihr Barerbis an seinen i/zji. erfolgten Tod beklagte) da-durch, daß sie beym Frühstück — die Hände nichtgewaschen, und so den daran klebenden Schmier-gel und Demantstaub mit eingeschlückt hatten.Alle viere liegen bey den Dominikanern ihrer Va-terstadt begraben. Dort sowohl als in der Dom-kirche und dem deutschen Hause sollen sich eben-falls von ihren Arbeiten befinden. Was Joh.Bernhard gemeinschaftlich mit dem HebräerBourig Meyer verfertigt, s. oben im Art. des-selben. Seltsam ist es übrigens, daß der mittlere,Valentin, im Leipziger-Adreßkalender bis1754 - erscheint (und dort einer der beßten Schri-ller Permoiers heißt), so wie denn auch des Va-ters Todesjahr im Magaz. Sächsischer Gesch.II. 612. in 17)0. gesetzt wird. Im LeipzigerAllerley 1764. heißt es vollends ausdrücklich,daß valenrin in diesem Jahre, 62. I. alt dortverstorben siy. In Hirschings Hache, vonBunstsamml. III. io 5 . endlich wird von demVater Johann Bernhard der Tabernakel, „mitall den schönen vielen Figuren" genannt, welcheer am ganzen Altare der Dominikaner -Kirche zuFrankfurt um 1722. geschnitzt habe.
Schwarzeburger ( ),ein Bruder Jo-hann Bernhards, hatte als Maler eine großeManier in wohlgetroffcnen Bildnissen. HüsgenH. A. S. 3 - 7 -
Schwarzenberg (Wolfgang Jacob, Grafvon). Nach einem solchen, mit besondrer Fein-heit des Grabstichels, von Eg. Sabeler zu Mün chen gestochen, kennt der Katalog von ÜAnklereinen während dem Sturm schlummernden Chri-stus, inOuerfol.
Schwarzenberger (Johann Bernhard ),und seine drey Sohne, s. oben Schwarze-burger.
* — — (Melchior). Derselbe arbeitete zuWittenbcrg in der ersten Hälfte des XVI- Jahr-hunderts. Seine Blatter, meist Bücherverzierun«für den Verlag von Feyerabend!, sind eben nichtvon großem Werthe, und meist bloß mit den An-fangsbuchstaben seines Namens, bisweilen auchmit der Jahrszahl bezeichnet; eines z. B. mit 1H54.
*Schwar;enhorn (Joh.RudolfSchmid,Freyherr von), s. oben Schmid.
Schwarzerde.
Schwarzerde (Georg), der Vatör desgroßen Philipp Melanchon, (also schrieb sichdieser), einer der berühmtesten Rüstmeister undHarnischmacher feiner Zeit. Georg wurde umoder in i-M. in Heidelberg geboren, und hatteso gute natürliche Anlagen, daß er die Gunst desChurfürsten Philipps von der Pfalz erlangte, dersich seiner annahm und ihn zuerst, seiner Neigungzufolge, bey einem Schlösser zu Amberg lernenließ. Da er aber hier solche Fortschritte machte,daß ihm seine Gesellen feinv wurden, und einerderselben ihn mit heißem Bley gefährlich verbrannte,so nahm ihn der Churfürst von hier und that ihnzu seinem (ungenannten) Rüstmeister nach Nürn berg , der in Fertigung allerley Rüstungen „Schrau-ben, Straleisen, und andern verborgenen Stücken'sehr erfahren war. Obgleich letzterer, aus Furchtfür seinen Mitmeistern, Bedenken trug, unsernGeorg in allen Heimlichkeiten gehörig zu unter-ncyrcn, so sah doch der Knabe seinem Meister dieseKünste ab; denn er besaß ein solches Talent, daßfeine „Fäuste" alles nachmachen konnten, was seineAugen sahen, und »er schmiedete seine Arbeit sosauber, als ob es gefeilt wäre". Etliche Jahredarauf, als er seine Lehrzeit ausgestanden hatte,machte ihn der Churfürst zu seinem Rüstmeisterund Waffenträger. Das Ausrüsten verstand erso wohl, daß derjenige, den er gewappnet hatte,in den Ritterspielen meist den Sieg davon trug.Aus diesem Grunde verlangten und erborgten ihnvon Churfürst Philippen: Der König von Polen ,Herzog Ulrich von Würtemberg, Churfürst Fried rich von Sachsen , Markgraf Christoph von Ba-de», u. a. Fürsten und Herren mehr, die ihn reich-lich belohnten. Sein Herr gab ihm, als er 3 o.Jahr alt war, ein tugcndsames Weib, mit derGeorg „in Beyseyn vieler Rittermäßger Männer,»die ihn zu seinen Hochzeitlichen Ebren erschienen»waren", zu Speü-r den Kirchgang hielt. „Da„nach der Zeit Maximilians der Römisch König„ein Reichstag zu Worms hielt, kam ein Wel-„ scher, Fandius Mandari dahin; der ließ aus-schreiben das er mit dem kühnesten Deutichcn„Mann kämpfen wollt. Darzu erbot sich der„Römische König Maxitniliatnis, nachdem er„ein junger friediger und kühner Helt war." —Maximilian berief dieserwegen mehrere berühmteRüstmeister, darunter unsern Georg, der auchdie Ehre davon trug, ihn wirklich zu wappnen.Der König siegte, behielt Georgen darauf beysich, und brauchte ihn, nebst dem Grafen Ludwigvon Licbenstein, fernerhin verschiedene Kriegsläuftehindurch. Doch es entspann sich ein Zwiespaltzwischen seinem jetzigen und seinem alten Herrn undWohlthäter, gegen dem er nicht dienen mochte;er nahm dieserwegen seinen Abschied und suchteChurfürst Philippen wieder auf. Diesem war ersehr willkommen und er schickte ihn, nebst nochandern » 4 - Büchsenmeisteru heimlich nach Mün chen , „daß er sie als einen Schatz zum Kriege,wenn es die Noth erforderte, brauchen könnte''.Unterdessen verrieth man solches den Feinden,welche darauf, des Völkerrechts spottend, denBrunnen vergifteten, den sie zu ihrem Gebrauchehatten. In Kurzem waren alle todt, bis aus un-sern Georg, den Churfürst Philipp durch seineneigenen Arzt mit so emsiger Pflege und guter War-tung verwahren ließ, daß noch vier Jahre seinLeben, wiewohl in kränkelndem Zustande, gefristetwurde. Er st. ihc»8. zu Bretta in der Unterpfalz,wo er (bey seinem Schwager) meist seinen Auf-enthalt hatte. Georg war „sonsicn ein rechter„frommer Gottesfürchtiger Mann, vnd dienet„Gott mit Ernst, betet vleißig, und ließ sich„daran nichts hindern; stund auch des Nachts„auf, fiel auf seine Knie, und that sein Gebet„mit Ernst. Es ist kein Fluch von ihm nicht er-„höret, auch keine Trunkenheit nie gesehen oder„erfahren worden bis an kein Ende". S- TurnerBericht, wie der Ehrwürdig vnser lieberVater vnd Pracepror Philip pus Melan-rhon sein Lebe»» hie auff Erden geendet-