Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1577
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Schtvarzhuber.

Geschrieben von den l)rofessoribus der Uni-versität IDitteberg (Wittenberg , gedrucktdurch Hans Krafft i 56 v. 4° ). Es ist Schade,daß man hier so wenig über die von Georg ge-lieferten Kunstarbeiten in Eisen besagt findet; undnoch mehr ist es zu bedauern, daß man überhauptvon dieser Künstlergattung, deren Arbeiten in denFürstlichen u. a. Kunst - und Rüstkammern unsnicht selten zur tiefen Bewunderung reizen, aufso wenige Nachrichten trifft.

Schrvarzhuber (Aventin), ein Franziska,nermönch aus Bayern , lernte die Malerkunst beyCaspar Sing (st. 172g.). Von ihm sah man inder Kvankenkapelle des Klosters seines Ordenszu München einen St. Nepomuk, und in derKirche zu Landshut eben diesen Heiligen; in derFranziskanerkirche zu Amberg einen St. Antonvon Padua; in der ehemaligen Klosterkirche zuMallersdorf Mariä's Verkündigung; in der Fran-ziskanerkirche zu Jngolstadt Mariä's Himmelfahrt,und in derjenigen zu Stadt am Hof wieder eineVerkündigung. Liporvskp.

Gchrvarzkopfs ), Hofgärtner des Land-grafen von Cassel um 1780.; ein geschickter Mann.Hirschfelds Theorie der Gartenkunst V.98. gedenkt mit Beyfall eines sogenannten Eng-licben Bosquets, was er zu Hofgeismar (ein Brun-nenort unweit Cassel) anlegte.

Schwayer s. unten Schwerer.

* Schwanger s. Schwaiger.

Schrvebach, Srvebach oder Grvebac,( ), wahrscheinlich ein Deutscher oder Nieder-

länder von Geburt; die Franzosen übersetzen seinenNamen bisweilen in Desfonraines. Von ihmheißt es bey ^iorillo III. 547. v. Swebach:»Derselbe ahmt die Bataillen von van der Meu-ten im Kleinen nach, und zeichnet vorzüglich Pferdesehr gut". Dann aber ausführlicher bey Meu-sel's (Archiv II. 14. i 5 ) in einem Schreibenüber den Parisersalon 1806.): »Seine Bilder sindimmer sehr nett, voll Geist und reich an Details.Dagegen haben seine etwas dürr und Windhund-artigen Pferde zu lange Glieder; die Ra<;e ist nichtkenntlich genug angeben; aber es ist Leben in ih,neu. Auch wäre es zu wünschen, daß dieserKünstler seinem Kolorit mehr Nachdruck und Kraftgäbe, da es oft schwer, grau und eintönig ist.Ungeachtet dieser Mangel aber werden seine Ar-beiten immer durch ihren Geist und die Freyheitseines Pinsels gefallen."

Schweb (I. K. M. Z>), Maler zu Frank-furt am Mayn, lebte zu Anfang des XVl. Jahr-hunderts. Er arbeitete in einem großen Geschmackseiner Zeit. Seine sinnreichen Zusammensetzungenund besonders gute Ausdrücke in den Köpfen,machen ihm noch jetzo viel Ehre. Gemeinschaft-lich mit Georg Glasier vom Bamberg malte erden ganzen Paßion auf nassen Kalk in der dasigenKarmelilerkirche, was man als ein wahres Stu-dium für den Bildniß- und Geschichtmaler anse-hen kann. Glasier st. i 5 r 6 . Und der ehrlicheHüsgen (N. A. G- 19.) setzt hinzu: »Ihr Windewehet sanft, die heilige Asche ruht!"

Schw edler (Abraham), Hofgoldschmied u.Mitglied des Raths zu Dresden , in der erstenHälfte des XVII. Jahrhunderts. T. Zimmer-manns Leichenpredigr des Joh. Blochwitz(Dresden 1607. 4 ° )>

* Schweickard oder Schweigger(Georg). Lipowsky führt ihn, gleich nachein-ander unter beyden Namen an. In 1B7. verfer-tigte er das schöne Schnitzwerk an der Kanzel derEebalduskirche zu Nürnberg . Alsdann, gemein-schaftlich mit seinem Meister, Rirrer, und ll)olfHieran. Herold, die Figuren zu dem dortigenBrunnen, und vollendete desselben Modelle undden Guß binnen acht Jahren. Zu dem Modell

Schweickard. 1577

für den Neptun stand ihm ganz nackt Paul Für-legers, und für weibliche Figuren ein schönesschlankes Mädchen, der er 20. fl. bezahlte. Vonden zwey Seepferden ist der Kopf des einen nacheinem ungarischen, des andern nach einem spani-schen Pferde verfertigt. Diesen berühmten Brunnhat I. A. Delsenbach gestochen. »Ich habe"(schrieb uns letzthin ein Freund) „zwey allegorisch-getuschte Zeichnungen aus altxn Stammbüchernvor mir. Die eine, welche den Glauben vorstelltund mit Ofenruß, braun und rother Farbe undder Feder ausgeführt ist, tragt die Bezeichnung:»Jmmanuel Schweigger, Bildhauer in Nürn-berg ", geschehen den 14. Sept idZZ.; die an-dere. Allegorie auf die Bildhauerey, bloß mitRuß und der Feder vollendet: »Dises mach ichJörg Schweigger, Llldhauergesell inrsiürnberg zum freüiirelchen Angdenckhen,geschehen den 12. Sept. , 633 ." Man erstehtdie wahre Schreibart ihres Namens daraus.Beyde Skizzen athmen den Geschmack des Golzius.

Schweickard oder Schweickhard (H.W. Esq.). So heißt in Meusels L 7 . Misc.VIII-1087. ganz ohne Weiteres, ein (dort berühmtgenannter) Landschaftsmaler in England, der zuLondon 1797. 5 r. I. alt gestorben sey.

* Schweickard od. Schweickare (Joh.Adam). Nach Florenz gieng er 1742. Dort er-richtete er Freundschaft mit den berühmtesten Män-nern, und ward Winkelmanns Vertrauter. ZumMitgliede der dasigen Akademie ward er (wasFremden sonst selten wiedersähet) 1756. aufge-nommen. In Stosche's Hause blieb er bis andessen Tod; und da zu Florenz kein Protestantein Degräbniß fand, brachte er den Leichnam sei-nes Gönners auf dem Arm nach Livorno . Meu-sels Museum II. 93. Nach seiner Rückkehr inDeutschland um 1760. lebte er, unsers Wissens,immerhin zu Nürnberg , und starb daselbst 1787.»Er arbeitete" (heißt es bey Rost II 157.) »miteinem festen Grabstichel, der aber von allzuvielHärte nicht loszusprechen ist". Dort und ander-werts werden von ihm als seine beßten Blätterangeführt: Maria mit dem Kinde, dem GottVater das Kreuz zeigt, nach Gabbiani, in Tusch-manier; Salmacis und der Hermaphodice, undMarsyas und Apollo, beyde nach Senker, in Zeich-nungsmanier ; dann das Brustbild einer Bacchan-tin (1742.) aus dem Stoschischeu, und Jupiters,der die Riesen zu Boden schlägt, aus dem Far-nesischen Kabinette. Von Bildnissen diejenigendes Stechers G. W. Knorr, nach I. E. Jhle,und des Barons G. A. von Varell > >768 ), nachI. I. Preißler. Anderwärts (Mensel l. c. 94.)wird dasjenige des Landpflegers von Waldstro,mer, seine letzte Arbeit, zugleich seine beßte ge-nannt. Früheres von ihm wird bey Mensel I.angeführt; wie z B.: ?lan General äs8 kati-ments äs la klacs octo^enairs ä'^mniisn-bourx ä Lopenkaxue (17b!.). Dann eine H.Familie, wo Joseph dem Kind den Apfel reicht;ein junger Krieger vor der Madonna nach Guerrcino (wahrscheinlich nach Zeichnungen); das Bild-niß einer Devoten (wir hoffen doch einer hübschen!)alle dies ohne andern uns unbekannten Namen.Vermuthlich gehören diese zu seinen zahlreichenBlättern in Gabbiani s: Haccolta äi conto pen-sieri, welche zu Florenz in -762. u. ff. Jahrenerschienen waren, und die bey Gandellmi imDetail verzeichnet sind. Dort findet sich noch sei»Monogramm. Von seiner: vescription äeskierres ^rsvees äu seu karon äs 8to8ck psrIsu lVIr. l'^bbs äe88inse8 ä'spres

Ie8 ernpreints8, st Ars vseb stc. erschien das ersteHeft in Fol. zu Nürnberg 1778. Diese trefflicheArbeit wurde aber, aus Mangel an Liebhabern,nicht fortgesetzt.

— — (Joh. Michael, oder Michael), Schulrhalter und Rechenmeister zu Heilbronn nach derMitte des XVII. Jahrhunderts. Auf der Fürst-

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