Band 
Zweyter Theil [3].
Seite
1578
JPEG-Download
 

»578 Schweicke.

lichen Bibliothek zu Oels in Schlesien sieht/ odersah man das Buch der Weisheit sehr künstlichvon ihm in kleiner Schrift/ in Gestalt des Wüwtenbergischen Wappen's, auf Pergament geschrie-ben. Bundmann's SchulenTeurschlands inMünzen S. Z? 5 . Mehrere andere auf ähnlicheArt geschriebene Figuren sind in der Kunstkammerzu Eotha zu finden. Tenzels monatliche Un-terredungen 1694. S. 85 .

Schweicker (Thomas), ein ohne Arme ge-born» Mensch, gebürtig und seßhaft zu Schwä-bisch-Hall, wo er r 54 i. zur Welt kam, der sichaber seiner Füße, in einem Grade der Verwun-derung erregt, statt der Hände zu bedienen wußte.Das Münzhaus zu Worms bewahrt ein Blatt Per-gament , woraufcr, mit diesen, zwölferley Schreib-arten mit den feinsten Fcderzügen, und mit vielenschönen kleinen Gemälden, zu entwerfen wußte.( 7 . L. lVluseoZriiplüa. herausgegeben

von D I. Rauold (Leivrig u. Breslau 1727. 4 °-)-Irrig wird dort seine Blüthezeit schon in r 554 -gesetzt. Wir haben einst sein Bildniß zwcymalin 8°. (das einemal mit den Füßen schreibend) inKupfer gestochen gesehen.Auch in der Magda-lenen - Bibliothek zu Breßlau " (schreibt uns einFreund)zeigt man, mit obrigkeitlichen jAttestatenbeglaubigt, zwey von ihm beschriebene und ge-zeichnete Pergamcnkblatkcr l dabey sein selbst ge-zeichnetes Bildniß, in schwarzem Habire, dieFeder an dem rechten Fuße) (S. Breslauer-Gammlung zur Aarur- u. KunstgeschichteJahrgang 1720. S. 20h.)", und setzt dann hinzu:Ebendaselbst gedenkt man eines andern Künstlersdieser Art. Er heißt Theodor Treib, und wurdezu Wien ohne Arme und Hände geboren. Ge-dachte Magdalenen, Bibliothek liefert ebenfallsBeweise seiner Kunstfertigkeit; unter ihnen, eigen-händig gemalt, sein Bildniß in rothem Kleide,schwarzer Feder auf dem Hute und der Unterschrift:Hanc estizfiein proprio meo perle pinxi Vra-

tisl. <l. 10. Ap. An. r 654 - Wie sich Treib » 654 -zu Breslau sehen ließ, war er 2H. Jahr alt."Noch ein Gegenstück theilt uns die Schaubühneder Welt von M. B. Valentin, (Lh. lll.Frankfurt a. M. 1714. Fol. S. 16.) mit. DieserMann hieß (ebenfalls) Thomas, und war garohne Hände und Füße geboren; operirte aber mitden Sturze!» seiner Aerme. In 1711. ließ er sichzu Gießen sehen. Sein Aushängezettel sagt nebenAndern: 21Schreibt er mit der Feder, die Ergeschnitten, so künstlich, daß niemand auf derWelt seinesgleichen gesehen hat; schreibt vieler-lei) Schrift, die Buchstaben zu untcrst, oberst,verkehrt und recht, als wenn es gedruckt wäre,so daß kein Mensch erkennen kann, ob es ge-druckt oder geschrieben ist; woran er sich berühmtan alle Liebhaber, und will Hundert gegen Einssetzen, so jemand in diesem umliegenden Landkann gefunden werden, der seinesgleichen ist,und mit der Feder machen kann was er macht. 5 ) Zeichnet er mit der Feder, die Er geschnittenhak, eine Person nach dem Leben ab Wappenund andere Bilder, wie auch Laubwerk so curios,daß dergleichen noch nicht gesehen worden. i 5 )Er schneidet auch curieuse Sachen von Holz,und setzt solche in gläserne Flaschen so wunder,barlich, daß man es von keinem mit Händencurieuser sehen kann". Er fädelte ferner einenFaden ein, und spielte aus der Tasche u. s. f.In gedachter Schaubühne trifft man auch seinBildniß in ganzer Figur (umgeben mit kleinenVorstellungen, der von ihm prästirten Stücke),ohne den beygesetzten Namen dieses Thomas,von Lorenz Bcger in Fol. geetzt.

Gchweickle,Schrveigle od.Schweig-lin ( ), ein junger Bildhauer, geboren zu

Etuttgardt um 1780. Schüler von Danecker undScheffauer, so wie nachwerts vier Jahre langDavids in Paris , lebte in 1804. und 5 . in Rom ,und machte damals durch seinen Amor (nicht alsKind, sondern als Jüngling, in Lebensgröße,

Schweigländek.

mit der Keule) großes Aussetzn, welches ihn, wiein dem ersten Eifer behauptet wurde, den Canovaund Thorwaldson bereits gleichstellte, und ihm deSKunstliebendcn Senators Luzian Bonaparte's be-sondern Schutz erwarb. Einen Umriß davon s.in den Aral . Misc. l l. B. 3. St. Oonk. Meu-sel's Archiv II (1.) i 5 Z. wo Fernorv seinenAmor ein Bild von außerordentlicher Schönheitnennt. Sehr rühmt ihn auch Schlegel in sei-nem Schreiben an Goethe in der Jen. A. L- A.i 8 » 5 . Intest. Bl. N°. i2i. u. 22. Mensel bl-B- E- frägt ^809.): Ob er noch in Rom lebe?Nach dem Tübing. Morgenbl. letztgedachtenJahres S. 287. heißt es, daß derselbe damalszu Neapel bey dortiger Akademie angestellt war,(oder wie man anderwerts bestimmter liest:DasStudium der Bildhauerey bey derselben zu leiten),"und daß ebendaselbst sein vorgenannter Amor ver-kauft wurde. Seither ist (nach 1810.) dieser hoff-nungsvolle Künstler noch in der Blüthe seinerJahre gestorben. Ob er etwaSohn des nachfolgendenAndreas Schweig! gewesen seyn dürfte?

Schwerer ( ). So heißt in der Bibl.

red. und bild. Rünste III. 1. 55 ein uns sonstganz unbekannter Künstler, der um 1807. ein klei-nes gutes Blatt: Darstellung eines Scharmützelsbey Höchst am Mayn geetzr habe, welches bloßi 5 . Kr. kostete.

Schweig (Hans), ein Goldschmied zu Trier ,dessen beyläufig in den Brandenburgi schenMünzbelustigungen von Spies I. 255 . ge-dacht ist. Vermuthlich lebte er um den Anfangdes XVII. Jahrhunderts.

Schweigarr (I), ein geschickter um i8n.noch angehender, junger Künstler zu Dresden ,wo er seinem Vater, einem Hofwundarzte, um179 ». geboren wurde Er hak sich bisher durchBildnisse in Oel - und durch Kopien nach der Dresd­ ner -Galerie gezeigt.

Schwer'gger (Salomon), ein Pfarrherr zuNürnberg , welcher große Reisen nach den Mor-genländern unternahm. Diejenige nach dem Ge-lobten Lande, ließ er 1608. ausgehen, und zwarhat er selbstals ein guter Maler", die Kuvfer,oder vielmehr Holzschnitte, eines Exemplares tllu-minirt und selbiges in die Stadtbibliothek zuNürnberg geschenkt. (Vielleicht lieferte er auchdie Zeichnungen zu diesem Werke, von dem nach-gehends mehrere Auflagen erschienen) Salomonwurde zu Sulz im Herzogthum Würtenberg i 55 i.geboren, und st. 1622. zu Nürnberg . N>iIIszJürnbergische Münzbelustigungen II i. 1Z7.seg. wo man auch ein einseitiges Schaustück vonGoldschmiedsarbeit, mit seinem Bildnisse, in Ku-pfer antrifft.

( ), Sohn von obigen Salomon,

wird als ein Steinschneider (wir können jedochnicht bestimmen, ob als Künstler, oder als Arzt)benannt, der seinem Vater viel Herzeleid gemachthabe; so daß dessen Ansetzn und Vermögen alleinUrsache war, daß ihm, als er wegen eines großenVerbrechens in einen Kriminalprozeß verwickeltwar, nicht, wie seinen andern Mitschuldigen, derKopf vor die Füße gelegt wurde I. c. II. i 4 ä-Im Lex. wird ein Thristoph Schwaiger als Edel-steinschneider aufgeführt, der aber als weit derAeltere von dem unsrigen wohl zu unterscheiden ist.

* s. auch Schwaiger.

Schweig! (Andreas). Ob etwa Vater desobigen Gchweickle od. Schweigle? Bildhauerzu Brünn in Mahren , geb. daselbst >755 Diemeisten Kirchen in Mähren und Oestreichiich-Schlesien haben Werke von seiner Hand auszu-weisen Er lebte noch 1809. Merisel chJ. R. L.

Schwer'gländer (Aloys), Maler zu Nürn,berg , wo er seit 1787. sich niederließ, geboren zuOettingen 174». lernte zu Wallerstein bey Balrh.